Als ich das März-Thema "Taschen" von PeterSilie & Co für die Stoffspielerei Challenge gelesen habe, war ich zunächst ratlos. Was kann ich aus diesem Bereich noch neu herausfinden?
Vielleicht sollte ich eine Tasche an einem Kleidungsstück ausprobieren: eine aufgesetzte Faltentasche, eine Pattentasche an einer Weste, Hüftpassentaschen oder Klappentaschen? Derzeit habe ich nur leider keinen Kleiderbedarf, also blieb die alte Frage: Brauche ich für irgendetwas eine neue Tasche? Näh- und Strickbedarf ist schon gut untergebracht, auch zum Einkaufen gibt es bestimmt 5 Varianten an Taschen. Es gibt Taschen für Workshops und sogar kleine Köfferchen.
Aber dann fiel mir mein neues Hobby ein und dafür konnte ich einen neue Tasche brauchen.
Die kleine Sopran Ukulele kam mit einer sehr einfachen schwarzen Tasche, die mir zu trist war für dieses fröhliche Instrument (siehe Bild am Ende) und so war die Idee für mein "Projekt" geboren.
Der erste Schritt war, einen Schnitt zu erstellen, was allerdings nicht so schwer war, weil ich die schwarze Tasche als Muster nehmen konnte. Als Verbesserungen sollte die Tasche etwas größer sein, wattiert sein, zwei Träger bekommen (die schwarze hat nur einen), eine Tasche außen für die Notenblätter und extra eine Tasche für das Stimmgerät haben.
Bei der Stoffauswahl hatte ich eine gewisse Wetterfestigkeit im Auge, wenngleich ich auch meine begrenzten Nähmöglichkeiten für dicke Stoffe mit der Haushaltsnähmaschine berücksichtigen musste. Nicht zu vergessen: die Nachhaltigkeit und keinen neuen Stoff dafür zu kaufen.Zum Glück gibt es immer Reste von früheren Projekten und für die Tasche habe ich schließlich Musterstücke aus einem Möbelhaus reaktiviert und patchworkmäßig kombiniert.
Den Schnitt konnte ich gut als Maßstab benutzen, bevor ich die Teile in Form geschnitten, sie mit Bügelvlies und Futterstoff hinterlegt und die Außenkanten mit Zickzackstich versäubert habe. Ich wollte die Nähte innen haben und sie mit Schrägband später verkleiden.
Die vorbereiteten Taschenteile habe ich von Hand sowie - unter der Außentasche - mit der Maschine mit Zierstichen verziert und gleichzeitig verstärkt. Die kleine Außentasche bekam einen Reißverschluss, der mit einer Seite auf das Vorderteil gesteppt wurde. Die Außenkante konnte offen auf dem Vorderteil fixiert und später mit dem Seitenteil mitgefasst werden.Als Träger habe ich Gurtbänder verwendet, die mal als Transportsicherung für unsere neuen Fenster fungiert haben. Man soll ja nichts wegwerfen. Farblich passen sie perfekt.
Das Seitenteil ist ein durchgehender Streifen, der auch wattiert und abgesteppt wurde.
Etwas fummelig ist es immer, die Reißverschlüsse einzuarbeiten. Für die Tasche brauchte ich einen langen Endlosreißverschluss mit zwei Zippern. Es hat sich bewährt, an den Enden des Reißverschlusses Stoffstücke als Übergang zu den Stoffteilen anzunähen. So reduziert man die Stoffdicke und bekommt glattere Kanten.
Normalerweise nähe ich diese Übergangsstücke von beiden Seiten an den Reißverschluss an. Wie es aussieht, wenn man es nur von außen macht, konnte ich dann hier sehen: nicht schön. Das würde ich beim nächsten Projekt wieder anders machen.
Hier kann man auch sehen, wie die Innennähte mit Schrägband versäubert wurden. Eine Seite wurde mit der Nähmaschine aufgenäht, das Band dann um die Nahtzugabe, oder wie hier, die Kante des Reißverschlusses geschlagen, und dann von Hand angenäht.
So hat die Ukulele nun ein neues Zuhause, und auch für das Stimmgerät ist ein extra Täschchen dabei. Sieht das nicht viel anregender aus als die Originaltasche?
Ich bin froh über diesen Zuwachs (man kann DOCH nicht zuviele Taschen haben ;-)) und werde wohl beim Lesen der Taschenbeiträge ein paar fröhliche Töne anschlagen.
Die Stoffspielereien
Bist du auch eine Stoffspielerin?
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen
für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht
ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus
vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede
Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema
inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast
bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus:
Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im
jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des
Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.
Machst du nächstes Mal mit?
Stoffspielerei-Termine 2026:
26.04.2026: „Altes in Neuem“ bei feuerwerk by KaZe
31.05.2026: „Englisch Paper Piecing“ bei 123-Nadelei
28.06.2026: „Tierisches“ bei zwisch-en-durch
Juli und August: Sommerpause
27.09.2026: „Die Kunst des Weglassens“ bei Tyche's Touch
25.10.2026: „Schablonieren“ bei Siebensachen zum Selbermachen
29.11.2026: „Teppiche“ bei made with Blümchen
Dezember: Winterpause
Deine neue Tasche sieht toll aus. Optisch ein Hingucker, Verbesserung der Funktionalität und Stoffe aus dem Lager. Besser geht es doch gar nicht.
AntwortenLöschenLiebe Grüsse Sabine
Petersilie&Co
So bunt wie die Tasche ist, vergesse ich das Üben dann auch nicht. diesen Monat hat Bedarf und Thema gut zusammengepasst. LG
LöschenGratuliere, jetzt passen sie beide wirklich huebsch zusammen: 'Das froehliche Instrument' und (s)eine neue Tasche/Verpackung
AntwortenLöschenVielen Dank für deinen Kommentar. Verrätst du mir noch deinen Namen? LG
LöschenDas ist eine sehr fröhliche Tasche für dein Instrument und mit lauter praktischen Details. Auch ich hatte für meine Querflöte eine Tasche nach meinen Vorstellungen genäht. Das bewährt sich auf Dauer.
AntwortenLöschenLiebe Grüße Gabi
In solchen Fällen bin ich sehr dankbar, dass ich das Nähen gelernt habe. Deine Flötentasche wäre sicher auch eine 'Kandidatin' für diesen Monat gewesen. LG
LöschenDie Tasche für deine Ukulele ist grossartig geworden. Bestimmt kriegst du Anfragen. :-) Liebe Grüsse von Regula
AntwortenLöschenDa bin mal gespannt, ob noch jemand mit mir spielen möchte. Einen Schnitt hätte ich ja nun. LG
LöschenJa, wirklich, eine fröhliche Tasche, mit viel Hingabe genäht. Die Details genau abgestimmt.
AntwortenLöschen(Wenn du Ukulele spielst kennst du bestimmt das Ukulele Orchestra of Great Britain.)
LG
Beate
Vom Ukulele Orchestra habe ich gehört, sie spielen im Juni sogar hier in Wiesbaden. Das ist ja eine gaaanz andere Liga. Ich kann gerade mal ein paar Akkorde spielen nach 10 Unterrichtsstunden. Spaß macht es trotzdem. LG
LöschenEine fröhlich bunte Tasche für ein fröhliches Instrument, wie wunderbar. Ein bisschen erinnert mich deine Stoffwahl und Anordnung an das Testbild früher beim Fernsehen, aber absolut im positiven Sinn. Mir kommt vor, in deiner Tasche ist die Ukulele auch besser gepolstert. Die Tasche, die mit der Ukulele des Besten mitkam, bot jedenfalls wenig Stoßschutz. Und Platz für Stimmgerät und Noten ist auch eine gute Sache. Passende Träger auch.
AntwortenLöschenJetzt habe ich natürlich sofort das auch von Beate erwähnte Ukulele Orchestra of Great Britain mit ihrer Version von Wuthering Heights im Ohr, "Heathcliff" tönt es nun rundum ;-)
Liebe Grüße, heike
Das stimmt, ein bisschen Testbild ist dabei. Das war halt, was verbraucht werden wollte. Man könnte auch an Notenlinien denken. Ich hoffe, der Ukulele Ohrwurm ist nicht zu anhaltend. Gute Musik kann das allerdings ertragen. Liebe Grüße
LöschenWunderbar! Und falls du mal in einem Ensemble spielst, bist du am Probenende immer die erste, die ihre Tasche wiederfindet!
AntwortenLöschenJa, das hoffe ich doch ;-) also das mit dem Wiederfinden, für's Ensemble reicht es noch nicht. Kann man übrigens auf deiner Seite keinen Kommentar hinterlassen? Ich habe es nicht gefunden.
LöschenDa hast du ein echt tolle Idee gehabt und wunderbar ist sie geworden, um Längen schöner und praktischer als das schwarze Ding. Ganz Klar, da freut sich das Instrument auch.
AntwortenLöschenEin schönes Hobby hast du da.
Viele Grüße Karen
Man lernt ja nie aus, auch beim Taschenbau und der Versuch macht klu(g) ch. LG
LöschenOh ja, das macht den Unterschied! Sehr schön zu sehen, wie durchdacht alle Deine genähten Details sind! Und die Stoffreste finde ich sehr gut pepatcht, die Außentasche sieht nach einem LogCabin aus? Liebe Grüße!
AntwortenLöschenLogcabin wäre Zufall, ich habe einfach die Größen genommen wie's gepasst hat. Unter der Außentasche durfte ein durchgehendes Stück sein und Maschinennähte. Wurde ja verdeckt. LG
LöschenDiese Tasche macht wirklich gute Laune , und funktionell - praktisch ist sie auch noch. Mir gefällt besonders die Zusammenstellung der Stoffe und wie gut die Trageriemen dazu passen, eine sehr gelungene Verbindung. Viel Freude beim Musizieren wünscht Dir Tyche
AntwortenLöschenDanke, musizieren macht wirklich gute Laune. Eine schöne Alternative und Ergänzung zum textilen Gestalten. LG
LöschenDie Tasche macht gute Laune! Ich lieb so sinnvolle Patchworkprojekte! Allerdings hab ich beim innenliegendem Binding in letzter Zeit nicht mehr die Geduld gehabt durch die vielen dicken Lagen mit der Hand zunähen. Respekt, dass du das gemacht hast! Das schaut gleich so viel schöner aus!
AntwortenLöschenDanke fürs Zeigen,
Liebe Grüße,
Maria
Ich habe die Einfassung nur auf dem Futter festgenäht, das ist unsichtbar und auch handschonend. Sie war ja schon mit der Maschine auf der Nahtzugabe fixiert. Saubere Innennähte machen einfach mehr her, da lohnt der Einsatz. LG
Löschenschön so ein musik hobby zu haben * und mit einem selbst entworfenest modell sein instrument sicher zu schützen und tragen * und noch dazu so hübsche farbharmonie !
AntwortenLöschenprima
liebe grüsse
mo
Merci! Ich bin froh, mit drr Musik begonnen zu haben und das hat sicher auf die Tasche 'abgefärbt'. Nähen und Musik passen gut zusammen. Liebe Grüße
Löschen