Montag, 9. September 2019

Sommerpost Hefte 1, 5 und 6

Flügelschlag auf Flügelschlag sind die Sommerjournale reingeflattert, dass ich das Gefühl habe, garnicht nachzukommen mit dem Zeigen. Ich freue ich immer sehr, eine neue Variante zum Thema im Briefkasten zu finden. Wieviel Spaß und Fantasie in den Heften steckt!

Journal No.1, No. 5 und No.6
Überaschend kam das Journal No. 1 von Christel früher als erwartet. Klingt komisch, aber sie hatte wegen Urlaubs um Aufschub gebeten und ich hatte erst ganz am Ende mit dem Heft gerechnet. Ihre "Wandervögel" kamen putzmunter vorbei und ich hieß sie herzlich willkommen.

Sie hüpfen fröhlich über Faden-verspielte Buch- und Collageseiten und animieren zum Mitmachen.

Wer bekommt da nicht auch Lust, auf Wanderschaft zu gehen. Danke, Christel. 

Eine weitere Anreise hatten Sonjas Vögel, sie kamen ganz aus dem Süden, aus der Schweiz. 
Viele gestempelte Vögel und Extra Stanzbilder und -aufkleber hat sie geschaffen und im Heft festgehalten. Sogar ein Specht klopft fleißig ans Papier. Danke, liebe Sonja.


Als vorletzte in unserer Gruppe 17 hat Caroline ganz besonders flinke Flugkünstler, sogar mit Nadel und Faden, eingefangen.

Auf den transparenten Papieren sehen sie noch leichter und luftiger aus.

Mal kombiniert sie die federleicht schablonierten Kolibris mit japanischen Texten (die ich gerne lesen können würde), mal mit einem einprägsamen Motto für einen Tag, einen Monat oder für immer.

Vielen Dank für diese Gedankenflüge.

Nun fehlt noch ein letztes Journal, da wir 8 Teilnehmerinnen sind in unserer Gruppe. Das zeige ich dann zusammen mit dem Journal meiner Namensvetterin, eine Extrapost. Wer Lust hat, kann ja hier schon mal spicken. Elvira freut sich sicher über euren Besuch.
Und natürlich lohnt sich immer auch ein Besuch auf der Sommerpost 2019 Seite.

Ich mache mich derweil an die nächsten Nadelbriefe, da hinke ich auch immer noch hinterher mit dem Zeigen, obwohl schon 'Streuobst' und 'Heimchen am Herd' auf ihren Auftritt warten. Diese Woche kommt also noch was.

 

Dienstag, 27. August 2019

Sommerpost Kunst 2019: Reisejournal Halbzeit

Das war eine lange Sommer-Blogpause, länger als geplant. Aber nun bin ich aus dem Urlaub zurück und wieder soweit im Alltag angekommen, dass ich von der diesjährigen Sommer-Postkunst Aktion berichten will.

Michaela und Tabea haben sich "Reisejournale" als Thema ausgedacht, in Form von DIN A5 Heften mit 5 Innenblättern, die später in einem Fauxdori-Umschlag zusammengebunden werden können. Als Ideenkick für die Gestaltung der Umschläge durften es dieses Mal "Vögel" sein. Viel Raum für Spielereien und Experimente.

In unserer Gruppe 17 sind 8 Teilnehmerinnen, weshalb wir nun quasi Halbzeit haben. Die ersten drei Hefte und mein eigenes (No. 2 als making of) möchte ich euch nun zeigen.

Vorderseiten Heft No. 1, No. 3 und No. 4
Den Anfang machte Simone, nachdem wir die Reihenfolge etwas geändert und in Woche 2 gestartet sind.

Ein 'richtiges' Heft mit Label kam angeflogen, begleitet von neugierigen Fingerprint-Zaungästen. Die schlichten Innenseiten lassen viel Raum für verschiedene Gestaltungen. 

Dass Monique (@from_rocky_beach) eine 'Neueinsteigerin' bei der Postkunst ist und noch nie ein Heft gebunden hat, würde man bei ihrem farbenfrohen, vielschichtigem Heft No.3  nie vermuten. Dass sie aber Collagen am liebsten mag, ist ein Glück für uns, die wir nun ein so anregendes Journal 'unser eigen' nennen dürfen.



Briefmarken, Tangram Vögel, Anhänger, Postkarten, you name it! Alles drin im Gesamtpaket. Wunder-voll.

Mit Heft No. 4 kam ein weiteres "Zugvogel"-Heft von Heike (@heikespiegel). Ihre Schwalben machen definitiv reiselustig, eine passende Checkliste für alles Nötige liefert Heike gleich mit.
Zuhause kann man dann gleich markieren, wo man war, oder noch hin möchte.

Extra Material für Collagen regt zum Kleben und Festhalten der Erinnerungen an.

Ich freue mich sehr über die Vielfalt und grüble schon schwer, wie ich die Hefte angemessen einfassen kann.

Rückseiten Hefte No.4, 3 und 1

Mein eigenes Heft, nun No. 2, stand von Anfang an unter dem Einfluss, dass ich im Urlaub an der Elbe/ Nordsee sein würde, wenn meine Woche dran ist. Und irgendwie haben sich dann ganz schnell "Möwen" in meinem Kopf festgesetzt.

An die Vogelform habe ich mich zeichnerisch angenähert und verschiedene Varianten ausprobiert. Über das passende Wasser bzw. Meer bin ich fast zufällig gestolpert. Im Meeresbuch fand sich eine Anleitung für Seifenblasen-Muster, die ganz wunderbar geklappt haben.

Man mischt 1 Teil Spülmittel mit 1 Teil Farbstoff (bei mir Acryltinte) und 4 Teilen Wasser in einem flachen Teller. Dann steckt man einen Trinkhalm in die Lösung und bläst sich vorsichtig einen Teller voll Blasen. 
Das zu bedruckenden Papier legt man dann über die Blasen, ohne es loszulassen und zieht quasi die Blasen ab, die man dann mit dem Finger zum Platzen bringen kann. Bei mir öffneten sich die Blasen schon beim Auflegen, was wahrscheinlich weit weniger Spritzer verursacht als im Original.

Wie man sieht, habe ich im Freien gearbeitet und den Arbeitstisch gut abgedeckt.

Das war der Ausgangspunkt für meinen Umschlag. Dazu kamen Bohlen aus Streifen von Buchseiten in russisch, schwedisch, deutsch und chinesisch. Schließlich kommen meine Möwen ja ein bisschen rum.


Die Möwen selbst habe ich mittels Kohlepapier nach eigenen Zeichnungen auf den Umschlag vorne und hinten übertragen. Ich mag die etwas rauen Linien, die dabei entstehen. Die Kohlelinien sind auch wasserfest, so dass ich die Möwen gut colorieren konnte.



Für das Innenleben habe ich verschiedene Papiere und Papierqualitäten ausgesucht, damit man schreiben und zeichnen kann.

Kleine Extrapaiere finden sich in Taschen aus ausrangiertem Spinnenpapier (altes Fotoalbum), die Wolken sind eine Frottage des Teppichs in der Ferienwohnung (Sisal sei Dank).


Ansonsten beschränkt sich die Verzierung auf geschnittene, gestempelte oder gezeichnete Bordüren, die mit Reisen, Vögeln und Luftpost zu tun haben.

Die Begleitkarte ist aus den nicht verwendeten Resten gebastelt, ebenso wie die Umschläge (aus verschiedenen Aktionen) recycelt sind und einen 'Anstrich' bekommen haben, weil noch so viel Seifenblasenfarbe übrig war. Wir geben nichts verloren.


Dann musste ich nur noch eine Poststelle am Urlaubsort finden und mich dem, nun schon gewohnten Hinweis stellen, dass man international (Adressen aus Österreich und der Schweiz waren dabei) KEINE Waren im Brief verschicken darf. Wie gut, dass es bei der Postkunst immer um Papierkunst geht (fast immer).

Nun freue ich mich auf die letzten 4 Hefte. Gestern kam unerwartet früher die 'verschobene' No.1 an, weshalb es wohl zwei Hefte gibt diese Woche. Doppelte Freude.

Danke einstweilen an alle Mitgestalterinnen meiner Gruppe und an die Organisatorinnen!

Mehr Sommerposthefte findet ihr auf dem Blog und auf instagram unter #sommerpost2019






 

Freitag, 19. Juli 2019

Springender Punkt (No.29) und Nachtrag Upside down (No. 28)

Diese Woche habe ich mich mit tropischen Vögeln beschäftigt. In einer Mischung aus dem tropischen MusterMittwoch Thema und ein paar Studien für die Sommerpost2019, bei dem Vögel den Umschlag zieren dürfen.

2 1/2 Minuten Skizzen von Kongopfau, Hoatzin und Hokko
Irgendwie hatte das wohl auch Auswirkungen auf meinen Nadelbrief, denn dieser seltsame Vogel hüpfte am Ende des Schaffensprozesses für Brief No.29: Punkte über meinen Tisch.


Ich habe zuerst erwägt, etwas aus den australischen Punktzeichnungsstoffen zu machen, die in meinem Fundus schlummern.


Die Muster sind faszinierend und erzählen eigene Geschichten, wenn man sich in der Symbolik auskennt. Aber dann wäre mein eigener kreativer Input zu klein gewesen.
Stattdessen habe ich in meinen Kisten nach gepunkteten Stoffen gestöbert und mir eine eigene Mischung zusammengestellt.



Als Farbkreis angeordnet und auf Trägervlies gebügelt  war fix die Grundlage für eine Reversapplikation fertig. Mit schwarzem Stoff überdeckt, Kreise aufgezeichnet und abgesteppt. Der Applikationsfuß ist wirklich hilfreich, wenn man so kleine Kreise steppen muss. Man sieht einfach mehr.

Dann nur noch mit einer feinen Schere die Mitten der Kreise ausschneiden.

Dass der Nadelbrief nicht eckig sein durfte, versteht sich von selbst. Zwei solcher Applikations-Punkte bilden Vorder-und Rückseite, als Verschluss dienen Kugelknöpfe (what else?) und Gummikordeln.

Auf der Rückseite habe ich noch kleine Extrapunkte, die am Ende aber eher länglich waren, mit hellem Garn aufgesteppt. Das war mir zu plakativ, also habe ich sie mit Textilfarbstiften eingefärbt. Ein bisschen viel Konfetti, aber man will ja auch experimentieren. Das klassische Schwarz-bunt gefällt mir besser.


Für die Nadeln gibt es in der Mitte einen kreisförmigen Filz. 
Ich mag, dass man mit den Knöpfen spielen und verschiedene Formen 'knüpfen' kann, sogar als Drehscheibe eignen sich die Kugeln. Ein drehender, springender Nadelbrief.

Der hüpft dann gleich mal zu Frau Nahtlust in die Nadelbrief-Galerie.

Dort finden sich auch schon ein paar Bilder vom letztwöchigen Nadelbrief: 'Ich steh Kopf', die ich auf Instagram eingestellt hatte. 

Nebenbemerkung: Ich schwanke (oder hüpfe) zwischen den beiden Plattformen, bieten Blog und Insta doch ganz unerschiedliche Vorteile. Für die Nadelbriefe möchte ich gerne weiter Entstehungsgeschichten auf dem Blog erzählen, was dann auch mehr zeit braucht. Andererseits schauen sich viel mehr Leute inzwischen Projekte und Bilder auf Instagram an. Das ist spontaner zu bedienen (was mir als 'zwischendurch' ja sogar eher entgegenkommt) und auch schneller mal durchzublättern, um sich inspirieren zu lassen. 
Ich werde die Plattformen einsetzen, wie es sich am besten ergibt. Wundert euch also nicht, wenn manches fast doppelt erscheint.

Nadelbriefgeschichte zu No. 28: Ich steh' Kopf

Hin und Her, Rauf und runter, Durcheinander sein gehört zum 'Kopf stehen'.
Auf der Suche nach Inspiration kramte ich auch in der Kinderstoffkiste, da hatte ich sowas wie Pfeile im Kopf. Tatsächlich fand sich ein Giraffenstoff, den ich mit Pfeilen und Schrift versehen habe. Getreu dem Motto: wenn ich schon keine habe, mache ich sie mir eben.


Das Format 10 x10cm habe ich hier beibehalten, für das innenleben wieder ein Reißverschlussfach und ein Täschchen für Garn und Schere angebracht.

Die größte Herausforderung war der Verschluss. Ich wollte gerne, dass die Deckelseiten nicht überlappen, sondern sich "auf Stoß" schließen lassen, damit man die Schrift und das Durcheinander besser sehen kann.



Meine Lösung: ein Klavierband-Verschluss aus  schwarzem Köperband. Der Verschlussstift ist ein Dübelholz mit zwei kleinen Löchern (mein Modellbaubohrer durfte mal wieder ran).


So weiß man nun doch wenigstens bei diesem Nadelbrief, wo es lang geht, wenn mal wieder Verwirrung im Nähzimmer herrscht.

Ich genieße diese kleinen wöchentlichen Stegreifaufgaben, auch wenn mir immer noch drei Exemplare zur Vollständigkeit fehlen.
Und dass ich damit nicht alleine bin, zeigen die inzwischen 222 Beiträge in der Jahressammlung Nadelbriefe 2019. Ich glaube nicht, dass uns da jemals wieder Ideen ausgehen.









 

Montag, 8. Juli 2019

My Bonnie is over the ocean... (Papierliebe und Nadelbrief No27)

Der Montag ist traditionell für die Papierliebe reserviert, auch wenn ich in den letzten Wochen nicht viele Beiträge dazu erwerkelt habe. Für die Sommermonate Juli und August hat sich Frau Nahtlust jedoch ein großes, sehr interessantes Thema ausgesucht: Oceanum.

Auch wenn ich heute kein eigenes Projekt zeigen kann, möchte aber gerne ein Buch vorstellen, das mir gaaaaaanz bestimmt auf die Sprünge helfen wird. 


Selbst gekauft.
Meer! Das Wissens- und Mitmachbuch von Piotr Karski, Moritz Verlag, Frankfurt

Ich habe ja, als mitteldeutsche Landratte, wenig Kontakt mit dem großen weiten Meer, und als ich in der Buchhandlung, in der KIinderabteilung, auf dieses Buch gestoßen bin, war ich sofort begeistert.
 
Zuerst mochte ich die Aufmachung, die sehr zurückhaltende Farbgebung und die ungewöhnliche Bindung. Es ist ein Weichcover, aber der Rücken ist offen, die Lagen geheftet und anschließend verklebt, so dass man das Buch wunderbar flach aufschlagen kann. Das ist sehr praktisch, ist es doch explizit ein Mitmachbuch, in das man zeichnen, kleben, malen soll.

Inhaltlich gibt es so viele Themenbereiche rund ums Meer, dass ich bestimmt die ganzen beiden Monate brauchen werde, um mich durchzuarbeiten.

Ein par Beispielseiten.
Beeindruckend ist schon die Gegenüberstellung von Wasser- zu Landmassen auf unserer Erde (der kleine rosa Punkt auf der rechten Seite). Da wird schnell klar, wie winzig die Landfläche eigentlich ist und wie verschwindend klein die Bedeutung der Landbewohner.

Es gibt Kapitel, die von den Küstenbereichen erzählen und erklären,

 

und solche, die sich in die Tiefsee begeben.


Auch die Verschmutzungsproblematik wird nicht ausgespart.

 
Ein dickes Buch rund um Schiffe, Fische, Seile, Segeln, Wasser, große und kleine Meeresbewohner, Gezeiten und und und, auf so vielen Seiten, dass ich garnicht nachzählen kann. 
Ein Wissens- und Mitmachbuch für Seebären und Sandburgenbauer. Einfach nur entdeckenswert, egal in welchem Alter.
 (Meine eigenen Kreationen folgen dann nächste Woche.)

Nadelbrief No. 27: Für El(i)se

Von letzter Woche will ich noch meinen musischen Nadelbrief "Für Elise" vorstellen.

Gleich vorweg: ich habe mich nicht an das rechteckige Format halten können. Zu groß war die Versuchung, mir einen 'geflügelten' Nadelbrief zu nähen und das Thema bildlich zu interpretieren. 

Ich wusste, dass ich noch Klaviertastenstoff hatte und mit Hilfe einer kleinen Entwurfsskizze habe ich mein Nadelheft zusammengezimmert.


Als Außenstoff hätte ich gerne Satinstoff genommen, der den Glanz der Lackierung aufgenommen hätte. Leider fand sich keiner in meinen Kisten fand. Ein Taftstoff ist der Ersatz. Beides läst sich absolut schlecht fotografieren.

Die Kante der Flügeldeckel-Klappe verziert ein Soutacheband in blau, in Ermangeliung eines schwarzen. Aber ein bisschen Farbe ist ja nicht schlecht.

Dieser Nadelbrief kann nur Nadeln aufnehmen, die vielleicht an Saiten im Klavier erinnern. Geschlossen wird der Deckel mit einem Druckknopf.

Wenn ich an Beethoven denke, fällt mir immer auch sein größter Fan ein: Schröder von den Peanuts. Und er bekommt bei mir nun einen Ehrenplatz auf der Deckelinnenseite.

Er könnte wohl auch an meinem Flügel üben, sind bei mir die Tasten ja doch auch nur aufgemalt.

Im Übrigen kenne ich 'Für Elise' auch als moderne Version unter dem Titel 'Lonely Lover's Symphony von Giorgio Moroder. Nicht wirklich besser, aber irgendwie ein Ohrwurm geblieben.

Mein zweiter, nachträglicher Nadelbrief 'Norwegen wird sich noch gedulden müsen. 
Die Ausführung braucht definitiv länger und kommt dann erst im Herbst/Winter.

Eine guten Wochenanfang.