Sonntag, 20. Januar 2019

Man nehme, so man hat / Nadelbrief No.3

Die Farbkombination Blau-schwarz-weiß, das dritte Nadelbriefthema, ließ mich zuerst an den HSV denken. Aber Frau Nahtlust kann ich mir schlecht als Fußballfan vorstellen (sorry) und schon garnicht für den von der Waterkant (dann schon eher für den örtlichen Ruder- oder Rugbyclub, wenn überhaupt).
Also 'freie Wahl' für mich, was auch nicht leichter ist. Inspiration kommt da oft aus der 'Aufräumkiste', in der sich Stöffchen und Projektüberbleibsel sammeln, die nicht ins normale Schema passen. Und da wurde ich auch fündig.



Aus einer Stofftauschaktion mit 'Mond' fanden sich vier Stoffstücke in den passenden Farben. Den Sonnen-Blaudruckstoff konnte ich am Ende doch nicht zerschneiden, stattdessen habe ich noch einen Fischstoff von ihr aus unserer Siebdruck-MailArt von 2016 ausgesucht. Wie großartig ist doch der Austausch in der Bloggerwelt!

Schmetterlinge in 'freier Schneidetechnik' war meine Musterwahl. Dabei bekommt man gleich zwei Schmetterlinge auf einmal, indem man zwei Stoffe übereinanderlegt, zwei Schnitte macht und dann die Mittelstücke vertauscht. Den Hintergrundstoff fügt man als Dreiecke ein und umrahmt das Ganze. (hab ich das schon irgendwann mal erklärt?)

Ein unscharfer Schnappschuss des Nähprozesses  
Das schwarz-weiße Muster hat mich (mal wieder) zum Pünktchen-sticken animiert und bald standen die Schmetterlinge im Blümchenwald. Ein Beispiel dafür, dass man nicht immer vorher weiß, wo der Weg enden wird.


Für die 'Füllung', die Innenseite, wollte ich hier einmal ein Fach mit Reißverschluss ausprobieren. Das ist ganz praktisch, um den Fingerhut, Garn und eine kleine (gefiederte) Schere zu verstauen. Und damit ich nicht vergesse, von wem die Stoffe sind, habe ich Monds Blognamen 'bimbambuki ....' vom Umschlag, in dem die Stoffe kamen, ausgeschnitten, mit Acrylmedium wasserfest gemacht und aufgenäht.


Eine Gummikordel mit Knopf dient diesmal als Verschluss.

Et voilà. Nummer Drei ist fertig.
Nächste Woche gibt es Folkloristisches, bevor es im Februar in den Märchenmonat geht. Da könnte ich mal eine Pause einlegen.


Zum Abschluss noch ein wenig Sonnengelb, das ich in den letzten Tagen gesammelt habe. Nur weil die Farbe so gute Laune macht.
 Unter #füreinbuntes2019 sammelt Frau_Roesi auf Instagram Farben für den Januar. Da bin ich (noch) nicht angemeldet, bin aber mit der 'Farbe im Kopf' durch die Straßen gegangen und fündig geworden, im regengrauen Januar.

gleich zwei gelbe Mäntel am Bahnhof
im Kurzwarenladen
mein Lieblingsschild
Ab heute sammelt sie übrigens 5 Tage lang alles Grüne. Ein paar Schneeglöckchen habe ich schon gesichtet ...
Und vielleicht schaffe ich es ja doch noch, mich bei Instagram einzufuchsen. Grün ist ja bekanntlich auch die Hoffnung.

Eine gute Woche.



 

Dienstag, 15. Januar 2019

Kleine Gefiedersammlung

Das Gefiederthema ist im Januar aktueller als man denkt. 
Bis Sonntagabend waren zum Beispiel alle aufgerufen, eine Stunde lang die Wintervögel zu zählen. Und gestern fand ich in einem Magazin den 'Vogel des Jahres', die Feldlerche, ernannt vom Naturschutzbund, und das schon wieder nach 1998. Die Gefährdung der Art wird immer akuter. Zeit, zu helfen und sich auch einmal mit der Schönheit der Tiere genauer zu befassen.

Klar, dass man im Winter auch gerne ein Futterhaus aufhängt, oder sich sogar eines zu Weihnachten wünscht, wie meine Enkelin. Sie wollte gerne auch Vögel auf ihren Balkon einladen. Wir haben ihr eines gebaut und uns selbst das Modell St.Louis vom NABU geleistet (unbezahlte Werbung). Ein kleiner Besucher hat sich da auch schon in mein Wochen-Skizzenbuch verirrt.


Welche Art es ist, kann ich nicht sagen, ein Fantasie-Gekritzel. Jedenfalls in meinem Weihnachtsgeschenk-Buch hab ich ihn noch noch nicht gefunden. Viel Anschauungsmaterial für weitere realistischere Zeichnungen und Collagen aber in Hülle und Fülle.


Im Federnheft habe ich mich malerisch an zwei Federn versucht. Im Laufe der Jahre sammelt man ja doch die eine oder andere, auch wenn ich da sehr zurückhaltend bin wegen der möglichen Parasiten. 
Mein Skizzenpapier hat sich aber als ziemlich ungeeignet für Aquarellfarben erwiesen. Das Wasser verschwindet sofort im Papier und schlägt auch durch. Da werde ich nun andere Farbmedien testen müssen. Immerhin ein Anfang.


Überhaupt war ich etwas abgelenkt vom Papier testen, weil ich noch zwei Kleinigkeiten aus textilem Federmaterial fertig machen wollte. Den Stoff hatte ich schon liegen und eine Tunika versprochen. Das muss man ja auch einhalten. 


Und weil mir der Stoff so gut gefallen hat, gibt es auch noch einen bequemen Rock dazu. In kleinen Größen dauert das auch nicht so lange. Beides ist inzwischen auf dem Weg.

Und meine Gefiedersammlung, die diesmal nur etwas Papier enthält, schicke ich noch zu Frau Nahtlust.

Morgen ist ja MuMi mit lustigen Renovierungsmustern. Bei mir wird der MuMi allerdings zum 'Museums-Mittwoch' und ich begebe mich in 'die Wildnis'. Da gibt es bestimmt auch farbenfrohes Gefieder.
 

Sonntag, 13. Januar 2019

Steine und Ellipsen - Nadelbrief 2/52




(Dieser Post enthält unbezahlte Werbung, da Produkte und ein Museum genannt werden.)

Auch in der zweiten Woche habe ich einen kleinen Nadelbrief gebastelt, ja eigentlich fast kreiert. Das Thema 'Stein' schien mir zuerst ziemlich abwegig, da sich Nadeln und Steine nicht gut vertragen. Ein steinernes Nadelkissen? Gefilzte Steine kenne ich, aber ein Heft aus Steinwolle? Steinwolle schied aus, zu kribbelig in der Verarbeitung, aber ich hatte etwas anderes im Fundus, das ich gerne ausprobieren wollte: Steinpapier.


Steinpapier wird ganz ohne Holz hergestellt, aus gemahlenem Kalkstein mit Bio-Polyethylen-Harz als Bindemittel. Ich hatte mal einem Flyer und einen kleinen Block zum Skizzieren erstanden, der mir als Grundlage für die Hefthülle dienen sollte. Wer sagt denn, dass ein Nadelheft nicht auch aus 'Papier' sein kann, außen zumindest. (Ich habe tatsächlich auch ein Heft mit Kartoneinband als Erbstück. Das zeige ich mal bei Gelegenheit.) 

Susanne hat für ihr Nadelheft Steintürme als Anregung gefunden, meine Inspiration lag im Keller: Steine von Strandwanderungen, rundgewaschen von den ewigen Wellen im Meer, und in der Erinnerung an eine Ausstellung von Victor Vasarely im Städel Museum in Frankfurt letztes Jahr. (Unter dem Link findet man eine wunderbare Digitour zur Ausstellung.) Seine Studien zu Steinen und Ellipsen haben mich im November schon fasziniert und so wollte ich versuchen, seiner Gestaltung nachzuspüren.

Meine Steinchen sind natürlich anders als seine, aber die Formen sind ähnlich und ich habe verschiedene 'Streuungen' probiert, um meine eigene Komposition zu finden.

Dann habe ich aus dem grauen Flyer und em weißen Block meine Steinchen geschnitten und aufgebklebt. Das Kleben ist nicht ganz einfach, da die Oberfläche sehr glatt ist und zudem wasserabweisend.

Für die Innenseite suchte ich lange nach einer Kopie eines meiner marmorierten Papiere von ganz frühen Zeiten, das ja auch im weitesten Sinne mit 'Stein' zu tun hat. Kombiniert mit grauem Filz und vier kleinen Taschen, genäht aus Taschen für Filmstreifen (erinnert sich noch jemand?).

In die durchsichtigen Taschen sollten nämlich ein paar andere Erbstücke: Nadelpäckchen aus dem letzten Jahrtausend, noch mit Originalfüllung. Ich dachte, in diesem Nadelheft haben sie ein angemessenes Zuhause.


So sieht mein steinernes Nadelheft nun aus und gesellt sich zu No.1 ins Regal.




Der nächste Nadelbrief hat sicher etwas mehr Farbe. Ob er auch einen künsterlischen Touch bekommt? Mal sehen.

Mehr kreative Nadelhefte 'wie Stein am Meer' sind bei Frau Nahtlust zu finden.
 

 

Montag, 7. Januar 2019

Genäht und geklebt - doppelte Nahtlust

Dreikönig ist meist der Stichtag, um Weihnachtliches wieder zu verstauen und sich von allem Nadeligen zu befreien. Unser Baum steht noch im Garten, inzwischen ungeschmückt, und darf später noch die Beete als Frostschutz abdecken. Falls es mal kälter wird und tatsächlich Schnee fällt.
'Schnee' ist dann auch das erste Thema der diesjährigen Nadelbriefaktion bei Frau Nahtlust, an der ich mich, wie vorher schon bei den Streichholzschachteln, gerne beteilige. Die wöchentlich wechselnden Themen sind immer wieder eine Herausforderung und halten meine Gehirnwindungen auf Trab.

Weil es diesen Winter noch nicht viel Schnee gab bei uns, zeigt mein Nadelheft nur ein paar Einzelexemplare von Schneeflocken. Eigentlich hatte ich einen selbst-gestempelten Schneeflockenstoff im Sinn, und meine Tochter hat mir auch drei zauberhafte Stempelchen geschnitzt, aber dann fehlte die Zeit zum Drucken und ich habe eine neue Version meiner 'Jeansflocke' gestichelt.

Um die sechstrahligen Grundlinien vorzunähen, habe ich ein Rastervlies unter den Stoff gelegt und die Linien von hinten nach vorne durchgenäht.

Daran entlang bildeten sich dann - wie im richtigen Leben - von Hand gestickte Knopf- und Stickstichkristalle.


Gefüttert habe ich das Grundmodell mit einem gekauften Schneesturmstoff, habe ein Filzrechteck und zwei kleinen Extras eingebaut.

Zum einen hat das Nadelheft einen Magnetverschluss, was nicht nur edel aussieht, sondern auch ganz praktisch als 'Nadelsammler' dienen kann, wenn einem mal eine Nadel runterfällt.
Und das zweite Extra versteckt sich in einer kleinen Tasche auf der Rückseite.

Es ist eine Einfädler in Form eines Kolibris. Die Schnabelkappe verbirgt einen Dorn mit einer Kerbe. Den Dorn steckt man durch das Öhr, hängt einen Faden in der Kerbe ein und beim Zurückziehen des Dorns fädelt sich der Faden (automatisch) ein. Schlau, was? 
Mit diesem Starter-Nadelbrief fühle ich mich gut gewappnet für die nächsten 51 Wochen.

Der Kolibri würde gut auch zum Papierliebe-Thema im Januar passen, nämlich 'Gefiedertes', doch er ist ja nicht aus Papier. Trotzdem habe ich auch schon zu diesem Thema ein kleines 'Starterpaket' gemacht. 
In meinem Geschenkpapier-Fundus fand ich ein wunderschönes Federpapier.

Wenn das nicht der beste Einband für ein 15er-Heft überhaupt ist! Damit ich flexibel bleiben kann, was die Füllung des Heftes angeht - große Vögel, kleine Vögel, geklebt, gemalt, gestempelt - und weil ich möglichst wenig abschneiden wollte, sollte es wieder ein Origami-Einband für ein Leporello werden. (die Anleitung habe ich auf die Schnelle nicht gefunden)

Dazu habe ich mir zwei Einlagepappen 15x15cm zugeschnitten, mit etwas Abstand auf das Einbandpapier geklebt und dann die Kanten umgefaltet. Am vorderen und hinteren Ende bilden sich 'Taschen'. Da hinein kann man dann ein beliebiges Heft stecken, bei mir eben ein aus verschiedenen Papieren zusammengeklebtes Leporello.


Erstes 'Gefiedertes ' ist mir auch schon zugeflogen, eigenes folgt dann im Laufe des Monats.
So beflügelt kann die Woche weitergehen, und der Monat sowieso.

Mehr Ideen und Inspirationen finden sich bei Frau Nahtlust.

 

Freitag, 4. Januar 2019

Den Bogen schlagen

Es sieht so aus, als wäre ich im letzten Jahr hängen geblieben, aber hinter der Blog-Bildkulisse ging das Leben weiter. Am Willen, es zu zeigen, lag es nicht, vielmehr am Hardwarezugang. Aber 'zwischen den Jahren' bleibt immer noch Zeit, den Bogen vom Abschluss des Adventspost-Finales zu den frischen Ideen für 2019 schlagen.

Sicher sind die Karten meiner Gruppe 6 schon vielfach auf anderen Kanälen gezeigt und gewürdigt worden, der Vollständigkeit halber möchte ich dennoch gerne die zweite Hälfte hier noch präsentieren. Und wie ihr sehen könnt, sind die Karten auch schon zu einem Leporello verbunden, weshalb die Fotoausrichtung variiert.

Karten 13 bis 16, von unten nach oben, kamen von Sonja, Nicole, Silke und Susanne.

No. 17 schickte Kerstin, die uns täglich auf ihrem Insta-account die neuesten Karten zeigte. Aus Tannenberg kamen Grüße von Carola, Esther erinnerte an die Flüchtlingsströme und Ingrid schickte die Sterne im Schnee.


No. 21 bis 24 von Edeltraud mit noch mehr Sternenspuren,von Uta,die adventliches Zum Markmaking benutzte, von Stefanie zum Mitsingen und von Jennifer mit weihnachtlichem Stern.

Die Weihnachtspost erst vollständig machten die Karten No. 25 und 26 von Dörte und Marga, plus zwei Extra Postkarten von Ulrike und Elvira.
 
Herzlichen Dank an alle für's Mitmachen und natürlich auch an die Organisatorinnen Michaela ud Tabea.

Der Dezember war aber nicht nur Schwarz-Grau-Weiß, im Gegenteil. Er zeigte gerne auch unerwartet seine farbige Seite, wie im Regenbogen, der mich auf meinem Heimweg vom Biohof tröstete, als mein Fahrrad plötzlich komische Geräusche machte (die Felge war gerissen) und ich die letzten zwei Kilometer nach Hause schieben musste.


Oder als meine Enkelin bei Spielen draußen vor dem Haus um die Straßenkreide bat und mir einen Regenbogen auf die Treppenstufen zauberte.


Sie hat damit meinen guten Vorsatz für 2019 erahnt, nämlich mich mehr mit Farbe zu beschäftigen. Und damit das besser gelingt, haben wir uns zu Weihnachten Skizzenbücher geschenkt, als eine Art wöchentlicher 'Aufgabe' und als Wochen-Tagebuch, um darin bildlich oder schriftlich festzuhalten, was uns aus der Woche hängenblieb oder beschäftigt hat. Die Bücher hat meine Tochter spendiert, die Hüllen dafür stammen aus meinen Stoffbeständen. Alte und Probedrucke fanden hier ihre Verwendung, ebenso wie meine 'Sonnendrucke', die ich für mich ausprobiert habe.

Die Farbwahl richtete sich nach den Lieblingsfarben, oder auch danach, was mir in die Hände fiel. Ergänzt durch Maschinen- und Handquiltstichen, ein paar extra Stempeldrucke und etwas Schrift.

Das Neue Jahr kann kommen. Wir sind bereit.




Mittwoch, 12. Dezember 2018

Adventspost Halbzeit: Karten 1-12 und making-of

Langes Warten mal wieder auf meinem Blog. 
Ich war unterwegs, hatte lieben Besuch und ein bisschen adventliches Backen und Nähen hielten mich vom Posten ab. Dafür heute die geballte Ladung Adventspostkarten und das Making-of meiner Karte, die am 10. Dezember ihren Briefkasten-Auftritt hatte. Viele Bilder in schwarz-weiß also. Mehr Buntes dann beim nächsten Post.

Die Adventspost '18, ausgerufen von MiTa, sollte diesmal 'Mark-making' in Schwarz-weiß sein. Eine größere Herausforderung als sonst, weil doch der Begriff/ die Technik 'Mark-making' sehr weit gefasst ist und man so fast gar keine konkrete Vorgabe hat.
Da blieb nur: sich auf den Weg machen und sich von dem leiten lassen, was rauskommt. So vielfältig sind nun auch die Ergebnisse meiner Gruppe 6, die ich euch zuerst zeigen will.

Die Starterkarte No.1 kam von Bärbel, rechts daneben No.2 eine Collage von Andrea, links unten No.3 eine Komposition von Gabi, und daneben eine nadelige Kiefernbegegnung von Claudia als No.4.

Anke No.5 hat uns einen Gabelwald geschickt, Heike sich auf No.6 mit ganz verschiedenen Stiften Landschaften ausgedacht. Tanja schickt uns schöne Weihnachtsgrüße aus Süddeutschland No.7, und Susanne hat ganz feine Strukturen auf No.8 gebannt.

Auf No. 9 lässt uns Ruth in eine Winterlandschaft blicken, meine Karte No.10 versprüht ein bisschen Glitzer in die Dunkelheit, Caroline hat unterschiedliche Materialien gruppiert und als No. 12 kam eine Schneekugel von Paula aus der Schweiz überpünktlich an.
(Unter den Links findet ihr mehr Hintergründe zur Enstehung der einzelnen Karten.) 
 
Faszinierend, was man alles mit diesen zwei Nicht-Farben zaubern kann. Vielen Dank an alle bisherigen Teilnehmerinnen!! 
Und es stehen noch 14 Karten aus, weil dieses Jahr sogar 26 Teilnehmerinnen in unserer Gruppe sind.

Eine Bonuskarte erreichte mich von Eva Maria (Gruppe 5). Wir tauschen uns gerne über die Techniken und Gestaltungsideen aus und ich freue mich immer, wenn ein Extra von ihr bei mir ankommt. Danke auch von hier aus.


 Making-of 

Für meine Karte habe ich mich früh entschlossen, Weiß auf Schwarz arbeiten zu wollen und ich wollte ein Motiv mit Farben finden statt etwas Zeichnerisches. Collagen hatte ich im Sommer gemacht, also schied diese Technik auch aus. 
Bei der Suche nach geeigneten Postkartenmaterial stieß ich auf unverarbeitete Karten, die wir vor ein paar Jahren als Weihnachtspost mit Siebdruck hergestellt hatten. Die Begriffe passen ja immer noch zum Advent und so wurden sie Grundlage für die erste Grundierung mit einer Gessomischung aus weißem und schwarzem Gesso. So hat meine Adventspost eigentlich bunt angefangen.


Das Gesso habe ich bewusst radial aufgetragen und es hat schon eine erste Struktur, ein Mark, hinterlassen. Dass die Schrift unter dem Grau teilweise durchschimmert, ist gewollt, als Referenz zu früheren 'Marks'.

Mit einem Kohlestift (danke Ulrike!) kamen Leitlinien für die weißen Sprengel, Schneeflocken, Funken oder was auch immer man drin sieht, dazu.

Die Kanten der Flecken mit noch mehr Fineliner-Marks verstärkt und mehr Punkte mit einem Gelstift gestreut.

Die Punkte brachten mich auf die Idee, ein paar 'fühlbare' Marks zu setzen. 



Vor urewigen Jahren habe ich einmal ein Prägeset erworben, das mir nun half, der Karte Pickelchen zu geben.

Inzwischen hatte ich auch die raue Gesso-Oberflächen mit einem Gelmedium geglättet, wobei sich die Gelstiftpunkte auch gleich mit in die Dynamik verwischt haben. Den Ausschitt  habe ich von Hand geschnitten und meinen gewählten Text, ein ursprüngliches Elfchen, zwischen die beiden Lagen geklebt.
 
Ein letztes Extramark habe ich mit einem Embossingpulver gesetzt, das ich mit einem Freiform-Stempelchen auf die Karte aufgebracht und eingebrannt habe. Daher kommt der leichte Schimmer auf der Karte. Ein bisschen Glitzer durfte sein, fand ich.

Dafür ist die Rückseite eher schlicht, mit noch mehr Gedanken zum Dezember.
Das war mein Weg, von diesem Entwurf zur fertigen Karte.


Mehr Entstehungsgeschichten findet man bei #adventspost2018 und natürlich auch auf der post-kunst-werk Linkliste.