Samstag, 28. März 2026

Taschenspielerei ohne Tricks - Stoffspielerei

Als ich das März-Thema "Taschen" von PeterSilie & Co für die Stoffspielerei Challenge gelesen habe, war ich zunächst ratlos. Was kann ich aus diesem Bereich noch neu herausfinden? 

Vielleicht sollte ich eine Tasche an einem Kleidungsstück ausprobieren: eine aufgesetzte Faltentasche, eine Pattentasche an einer Weste, Hüftpassentaschen oder Klappentaschen? Derzeit habe ich nur leider keinen Kleiderbedarf, also blieb die alte Frage: Brauche ich für irgendetwas eine neue Tasche? Näh- und Strickbedarf ist schon gut untergebracht, auch zum Einkaufen gibt es bestimmt 5 Varianten an Taschen. Es gibt Taschen für Workshops und sogar kleine Köfferchen.

Aber dann fiel mir mein neues Hobby ein und dafür konnte ich einen neue Tasche brauchen.
 
Die kleine Sopran Ukulele kam mit einer sehr einfachen schwarzen Tasche, die mir zu trist war für dieses fröhliche Instrument (siehe Bild am Ende) und so war die Idee für mein "Projekt" geboren.
 
 
Der erste Schritt war, einen Schnitt zu erstellen, was allerdings nicht so schwer war, weil ich die schwarze Tasche als Muster nehmen konnte. Als Verbesserungen sollte die Tasche etwas größer sein, wattiert sein, zwei Träger bekommen (die schwarze hat nur einen), eine Tasche außen für die Notenblätter und extra eine Tasche für das Stimmgerät haben.

Bei der Stoffauswahl hatte ich eine gewisse Wetterfestigkeit im Auge, wenngleich ich auch meine begrenzten Nähmöglichkeiten für dicke Stoffe mit der Haushaltsnähmaschine berücksichtigen musste. Nicht zu vergessen: die Nachhaltigkeit und keinen neuen Stoff dafür zu kaufen.
Zum Glück gibt es immer Reste von früheren Projekten und für die Tasche habe ich schließlich Musterstücke  aus einem Möbelhaus reaktiviert und patchworkmäßig kombiniert.
 
 
Den Schnitt konnte ich gut als Maßstab benutzen, bevor ich die Teile in Form geschnitten, sie mit Bügelvlies und Futterstoff hinterlegt und die Außenkanten mit Zickzackstich versäubert habe. Ich wollte die Nähte innen haben und sie mit Schrägband später verkleiden.


Die vorbereiteten Taschenteile habe ich von Hand sowie - unter der Außentasche - mit der Maschine mit Zierstichen verziert und gleichzeitig verstärkt. Die kleine Außentasche bekam einen Reißverschluss, der mit einer Seite auf das Vorderteil gesteppt wurde. Die Außenkante konnte offen auf dem Vorderteil fixiert und später mit dem Seitenteil mitgefasst werden.
Als Träger habe ich Gurtbänder verwendet, die mal als Transportsicherung für unsere neuen Fenster fungiert haben. Man soll ja nichts wegwerfen. Farblich passen sie perfekt.
 
 
Das Seitenteil ist ein durchgehender Streifen, der auch wattiert und abgesteppt wurde.
 
 
Etwas fummelig ist es immer, die Reißverschlüsse einzuarbeiten. Für die Tasche brauchte ich einen langen Endlosreißverschluss mit zwei Zippern. Es hat sich bewährt, an den Enden des Reißverschlusses Stoffstücke als Übergang zu den Stoffteilen anzunähen. So reduziert man die Stoffdicke und bekommt glattere Kanten.
 
 

Normalerweise nähe ich diese Übergangsstücke von beiden Seiten an den Reißverschluss an. Wie es aussieht, wenn man es nur von außen macht, konnte ich dann hier sehen: nicht schön. Das würde ich beim nächsten Projekt wieder anders machen.
Hier kann man auch sehen, wie die Innennähte mit Schrägband versäubert wurden. Eine Seite wurde mit der Nähmaschine aufgenäht, das Band dann um die Nahtzugabe, oder wie hier, die Kante des Reißverschlusses geschlagen, und dann von Hand angenäht. 
 

So hat die Ukulele nun ein neues Zuhause, und auch für das Stimmgerät ist ein extra Täschchen dabei. Sieht das nicht viel anregender aus als die Originaltasche?
Ich bin froh über diesen Zuwachs (man kann DOCH nicht zuviele Taschen haben ;-)) und werde wohl beim Lesen der Taschenbeiträge ein paar fröhliche Töne anschlagen.
 
 
PeterSilie & Co sammelt heute alle Ideen und Varianten. Danke dafür!

Die Stoffspielereien

Bist du auch eine Stoffspielerin?

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

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Stoffspielerei-Termine 2026:

26.04.2026: „Altes in Neuem“ bei feuerwerk by KaZe

31.05.2026: „Englisch Paper Piecing“ bei 123-Nadelei

28.06.2026: „Tierisches“ bei zwisch-en-durch

Juli und August: Sommerpause

27.09.2026: „Die Kunst des Weglassens“ bei Tyche's Touch

25.10.2026: „Schablonieren“ bei Siebensachen zum Selbermachen

29.11.2026: „Teppiche“ bei made with Blümchen

Dezember: Winterpause


 


  
 
 

Sonntag, 22. Februar 2026

Licht und Dunkelheit - eine Stoffspielerei

Die Tage werden länger, der Schnee erhellt immer wieder die sonst düsteren Februartage und ganz allmählich verlassen wir die dunkelste Zeit im Jahr.
 
Die Stoffspielerei im Februar hat das Thema "Licht und Dunkelheit", das Anne Sophie von "heyyoskar" vorgeschlagen hat und sie sammelt heute auch alle Ideen und Lichtblitze für uns.

Sowohl "Licht" als auch "Dunkelheit" setzen gleich viele unterschiedliche Assoziationen frei: stimmungsvoll beleuchtete Szenen, wilde Blitze vor dunklem Wolkenhimmel, fantasievolle Schattenspiele und es ist eigentlich egal, ob das im Sommer oder Winter stattfindet.
 
Ich werfe ganz banal einen ersten Blick (vom Bett aus) zum Fenster. Dort beobachte ich gerne, wie sich allmählich das Licht aus der Dunkelheit entwickelt, wie Schatten über die Wand und Lichtstrahlen durch die halbgeöffneten Jalousien geworfen werden. Dabei habe ich mich gefragt, wieviel "Dunkelheit" es braucht, um das Licht auszusperren oder anderherum auch: wieviel Licht es braucht, um die Dunkelheit zu vertreiben.

Meine Idee also, dunkel auf hell und hell auf dunkel zu arbeiten. 
Die beste textile Technik, die die Lichtschichtung mittels "Dunkel auf Hell" ausdrücken konnte, schien mir sticken zu sein. Ich wollte ausprobieren, wie ich mit verschiedenen Garnen (dicker, dünner, heller, dunkler) und verschiedenen Stichanordnungen andere "Dichten" erzeugen kann.
Als Materialien habe ich weißen Baumwollstoff gewählt, verschiedene nichtfarbige Garne gewählt und mit einem Stickrahmen in den quadratischen Musterflächen gestickt.

graues Leinengarn, Wolle/Acryl Garn, 30er Nähgarn, Stickgarn

erstes Feld mit Vorzeichnung
 
Die jeweiligen ausgedachten Muster habe ich mit einem wasserlöslichen Bleistift leicht auf dem Stoff vorskizziert, mich dann aber von meiner Intuition beim Sticken leiten lassen. Insgesamt habe ich in 4 Feldern verschiedene Richtungen sowie zunehmende Garnmischung beim Sticken ausprobiert. In Feld 1 ist alles nur schwarz, in Feld 2 nur Grau, in Feld 3 findet man tonal abgestufte Grauwerte und im letzten Feld Schwarz-graue Überlagerungen.
Zudem ist in jedem Feld die Richtung der Stiche anders. Ich habe aber immer nur Geradstiche eingesetzt.


Das Ergebnis ist bewusst eher grafisch und ich mag die plastische Wirkung der Stiche, die zusätzlich Licht und Schatten erzeugen, besonders wenn man die Muster von der Seite betrachtet. Diese Art des "mark making" in Textil hat einen ganz eigenen Charakter, den man mit einem Stift auf Papier nicht erreichen könnte.
 



 
Um meine zweite Idee von "Hell auf Dunkel" umzusetzen, wollte ich Motive mit Discharge Paste aus dunklem Stoff herausfärben. "Discharge Paste" ist eine Entfärberemulsion, die man frei oder mittels Schablonen oder Stempel auf den Stoff aufbringt und einwirken lässt. Dann bügelt man den Stoff heiß und feucht und idealerweise entfärbt sich der Stoff dann dort, wo die Emulsion aufgebracht wurde.
 
Eine solche Emulsion befindet sich schon seit langem in meinem Fundus und ich war guter Dinge, sie nun endlich einsetzen zu können.

 
Die ersten Versuche, eine Entfärbung mit einer dünnen Schicht der Emulsion hatten  überhaupt keinen Effekt (kein Bild), dann habe ich die Emulsion dick mit der Spachtel aufgetragen. Meine Motive waren eine Libellenschablone aus Plastik und eine Vogelschablone aus Freezer Paper.

All meine Bemühungen waren jedoch fruchtlos. Bis auf einen leichten Chlorgeruch und eine schwache Entfärbung bei nächtlicher Trocknung hat sich da nichts (mehr) getan. Die Paste ist wohl doch zu alt gewesen und ich konnte mich nicht überwinden, einen Chlorreiniger zu kaufen, der ja zum Entfärben eine Alternative gewesen wäre.

nach dem Entfärben
 
So habe ich die Schablone für eine andere Technik benutzt und die Idee des "hell auf dunkel" in einer Schabloniertechnik ausprobiert, Textilfarbe und Stupfpinsel sei Dank.
 

 
Und weil ich bei der ersten Schablone die Hell-Dunkel-Verteilung vertauscht hatte, habe ich eine zweite, ähnliche Version geschnitten und gedruckt. Erwartungsgemäß ergibt die Schablone scharfe Kanten und keine weiche, verschwommenen Linien wie sie das Entfärben gebracht hätten. Hier habe ich auch keine weiteren Stickstiche angefügt, das schien mir nicht passend.
 
Stattdessen gibt es ein Finale mit einem "weiß auf schwarzen" Stickbild, in dem ich als Variante neben Geradstichen nun auch mit  Kettstichen, Knotenstichen, Plattstichen und Federstichen gespielt habe. Diese Anordnung wirkt auch noch grafisch, die Motive aber organischer, finde ich.

 
Auch wenn dieses Mal nicht alles nach Plan ging, bin ich ganz zufrieden mit den Ergebnissen und was die Discharge Paste angeht, wird, wenn sie entsorgt ist, auch wieder etwas mehr "Licht" in meiner Materialsammlung sein.
 
Danke an Anne für das Vorschlagen und Sammeln der Lichtblicke an diesem Sonntag.
 
 

Die Stoffspielereien

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Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

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Stoffspielerei-Termine 2026:

29.03.2026: „Taschen“ bei Petersilie und Co

26.04.2026: „Altes in Neuem“ bei feuerwerk by KaZe

31.05.2026: „Englisch Paper Piecing“ bei 123-Nadelei

28.06.2026: „Tierisches“ bei zwisch-en-durch

Juli und August: Sommerpause

27.09.2026: „Die Kunst des Weglassens“ bei Tyche's Touch

25.10.2026: „Schablonieren“ bei Siebensachen zum Selbermachen

29.11.2026: „Teppiche“ bei made with Blümchen

Dezember: Winterpause

 

Sonntag, 25. Januar 2026

Ein Buch als Inspiration - eine Stoffspielerei

In der kalten Jahreszeit sitzt man gerne in der warmen Stube und schmökert in einem guten Buch. Das ist auch bei textilen Künstlerinnen nicht anders und so manche neue Inspirationsquelle mag über Weihnachten noch dazugekommen sein.

Gabi vom Blog "Langer Faden" hat uns eingeladen, einmal in unseren (alten) Büchern zu stöbern und lange geplante Projekte aus Büchern nun endlich in die Tat umzusetzen oder gar eine gute Geschichte textil neu zu erzählen.
 
Für diese erste Stoffspielerei des Jahres habe ich meine textilen Bücher gesichtet und überlegt, aus wievielen der Bücher ich schon gewerkelt habe. Im Fundus sind überwiegend Bücher zum Thema Patchwork und Quilten, aber auch zum Färben und Drucken, zu verschiedenen Sticktechniken, zum Filzen, Stricken, Häklen und einige zum Kleider nähen. Alles in allem würde ich sagen, dass ich aus 75% der Bücher schon mindestens ein Teil umgesetzt habe. Das ist eigentlich nicht schlecht. Manche Bücher sind auch 'nur' zur Inspiration und Nachschlagewerke, die ich häufig in der Hand habe und insofern auch benutze.
 
Für mein Januarprojekt bin ich auf ein altes UFO von 2012 zurückgekommen, das ich mit einer Freundin zusammen aus diesem Buch erarbeitet, aber bisher nicht vollendet habe.
"Color and Composition for the creative quilter" von Katie Pasquini Masopust und Brett Barker
 
 
Es erläutert die verschiedenen Designelemente wie Linie, Form, Tonwerte und Farbe anhand von Übungen mit Stoff, ein Klassiker also.
Wir hatten und damals eine Übung zum Thema "Linie und Form" anhand eines Stilllebens ausgesucht und das wollte ich eigentlich mit Quiltlinien fertigstellen. Stattdessen habe ich die ganze Übung noch einmal nachvollzogen und eine neue Version auf meinem heutigen Stand des (auch Zeichen-)Wissens erstellt.
 
 
Im ersten Schritt nähert man sich der Komposition mit Papier und Stift und erstellt Blindkontur- und Konturzeichnungen. Dabei schaut man beim Zeichnen überwiegend auf die Objekte und nicht auf das Blatt und fährt mit den Augen das Objekt ab, während die Hand das Ganze auf Papier nachvollzieht und aufzeichnet.
 
 
So wird die Hand und das Auge geschult für den zweiten Schritt: die Elemente freihand mit der Schere aus Stoff auszuschneiden. Hier sollen gleichzeitig auch Tonwerte der Objekte und die Schatten mit eingehen, weshalb meine Stoffauswahl für die Farben des Obstes in hell-mittel-dunkel Kategorien eingeteilt ist.

Da die Stoffe später auf einen grauen Hintergrund appliziert werden sollen, ist angeraten, die Stoffe vor dem Schneiden mit Bügelvlies zu verstärken und zu hinterbügeln. Das habe ich dieses Mal nicht getan, was mir später beim Applizieren einiges an Gestaltungsfragen auferlegt hat.
Die Stoffe sollten außerdem doppelt zugeschnitten werden, weil aus den gleichen Teilen zwei verschiedene Möglichkeiten der Komposition ausprobiert werden sollten: eine realistische und eine abstrahierte.

Dann also ran an die Schere und die Formen ohne Vorzeichnung, nur aufgrund meiner Beobachtung ausgeschnitten. Krumme, 'organische' Formen sind damit vorprogrammiert. Hier habe ich die Teile schon zu den einzelnen Formen zusammengelegt.
Die ganze Komposition zählt noch zu den 'realistischen', wirkt aber in dieser Ausführung schon ansatzweise 'abstrakt'.

Um ein Gefühl für mögliche Freihandquiltlinien zu bekommen, war die nächste Übung das Konturquilten des Stilllebens direkt auf Stoff. (Inzwischen war die Orange aufgegessen und durch eine Madarine ersetzt worden)



Und so habe ich die Linienverstärkung dann auf der Applikation umgesetzt. Da ich die Stoffstücke nur mit Sprühkleber haftbar gemacht hatte, waren die offenen Kanten nicht klebeschlüssig mit dem Untergrund verbunden, ein Problem. Ich habe beschlossen, mit wasserlöslichem Stickvlies zu arbeiten, das ich über meine Komposition gesteckt habe, und später auswaschen konnte. Einige Kanten blieben lose, weil ich dort keine Nählinien haben wollte.
 
 
Für den 'abstrakten Teil' konnte ich alle Teile frei kombinieren und nach einem bestimmten Schema anordnen wie z.B. vertikal, im Kreis, diagonal, symmetrisch etc.
 
 
Die erste Eingebung ließ mich die Elemente gruppieren und dann im Kreis anordnen wie einen Strauß Blumen oder eine Art Mandala. Doch dann wollte ich die Früchte lieber marschieren oder tanzen lassen und habe sie horizontal angeordnet.

Zum Sticken - freihandquilten habe ich diesmal verschiedene farbige Garne gewählt und hier kann man auch das Stickvlies auf der Applikationsteile erkennen.
Für den Hintergund hatte ich noch keine Idee, aber zum Spaß habe ich meinen Früchtchen Augen gegeben, die mich nun für die nächste Stoffspielerei fröhlich stimmen.
 
Denn dieses Jahr sind wieder äußerst spannende Themen auf unserer Liste, auf die ich mich schon freue. (Im Buch gibt es auch ein Kapitel über Hell und Dunkel, was ja im Februar angeregt wird. Wer weiß, vielleicht schaffe ich das ganze Buch bis zum Ende des Jahres?)

Heute sammelt Langer Faden alle unsere Buch-inspirierten Werke, schaut auch mal rein.

Und wer gerne sehen möchte, wie diesselbe Übung vor 14 Jahren ausgefallen ist, mit anderen Stoffen und noch immer ohne Quiltlinien, hier bitte.

 

Die Stoffspielereien

Bist du auch eine Stoffspielerin?

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Machst du nächstes Mal mit?

Stoffspielerei-Termine 2026:

25.01.2026: "Ein Buch als Inspiration" bei Langer Faden

22.02.2026: „Licht & Dunkelheit“ bei HeyyOskar

29.03.2026: „Taschen“ bei Petersilie und Co

26.04.2026: „Altes in Neuem“ bei feuerwerk by KaZe

31.05.2026: „Englisch Paper Piecing“ bei 123-Nadelei

28.06.2026: „Tierisches“ bei zwisch-en-durch

Juli und August: Sommerpause

27.09.2026: „Die Kunst des Weglassens“ bei Tyche's Touch

25.10.2026: „Schablonieren“ bei Siebensachen zum Selbermachen

29.11.2026: „Teppiche“ bei made with Blümchen

Dezember: Winterpause

 
 
 


 

Sonntag, 30. November 2025

Stoffspielereien - Techniken im Dialog

Für dieses Jahr treffen wir uns ein letztes Mal, um unsere Erfahrungen mit textilen Experimenten auszutauschen.
 
Es ist die Zeit, in der man oft Rückblick (und Ausblick) hält und so passt das Thema von Tyche's Touch: Techniken im Dialog ganz gut zu diesem Monat.
 
Es kann dabei ein textiler Vergleich zweier Techniken angestellt werden oder eine Verbindung von zwei Techniken an einem Werkstück. Auch eine textile Umsetzung einer nicht-textilen Technik wäre denkbar, z.B. Flechten mit Stoff oder Stricken mit Draht.
 
Ich habe mich für den Vergleich von handgenähtem und maschinengenähtem Pojagi entschieden.
 
Pojagi oder auch: Bojagi ist einerseits die Bezeichnung für ein traditionelles koreanisches Einwickeltuch, ähnlich dem japanischen Furoshiki. Andererseits bezeichnet man damit auch die Technik des einlagigen Patchworks, einem Zusammensetzen von Stoffstücken, allerdings ohne Wattierung und Rückseite und ohne Quiltstiche.
Das Besondere dabei ist, dass man die Nähte als Kappnähte ausführt, so dass die Rückseite auch versäubert ist und man das Stück als Tischdecke, Handtuch, Schal oder oft auch als Gardine verwenden kann.
 
 
Traditionell wird ein Pojagi von Hand genäht und ich habe einmal das Nähen nach dieser japanischen Anleitung ausprobiert - und dann im Verlauf des Probestückes noch zwei andere Nahtvarianten ausprobiert. Damit das Nähergebnis gut sichtbar ist, habe ich verschiedenfarbige Stoffe und einen kontrastreichen Faden genommen.



Man zeichnet zuerst die Nahtzugaben an, dann legt man die Stoffstücke mit den offenen Kanten um eine Nahtbreite übereinander und heftet die beiden Teile mittig aufeinander.
Dann faltet man einen Stoff auf die markierte Nahtzugabe des anderen Stoffes, faltet den zweiten Stoff dort auch und näht die Stoffe an den Stoffbruchkanten mit kleinen Überwendlichstichen zusammen, wie beim englischen Papiernähen. Das Vorgehen wiederholt man mit der noch lose liegenden Gegenkante.
 

Die Stiche werden dann auf der Rückseite auch sichtbar und sind nicht immer gleichmäßig, jedenfalls bei mir. Man bekommt immer auf beiden Sieten eine doppelte Naht, was mir, abgesehen vom komplizierten Falten, nicht besonders gefiel.

 
Für die nächste Naht habe ich deshalb die Technik der normalen Kappnaht ausprobiert.
 
Dafür braucht man an einem Stoffstück eine einfache Nahtzugabe, am anderen Stück eine doppelte Nahtzugabe. Die Stoffstücke legt man rechts auf rechts versetzt aufeinander und näht sie Entlang der einfachen Nahtzugabe aufeinander. Das geht gut von Hand.
Dann schlägt man die doppelte Nahtzugabe unter die einfache und steppt den Umschlag schmalkantig sichtbar ab.

In der Folge hat man nur eine sichtbare Naht auf der Vorderseite und eine doppelte Naht auf der Rückseite.
Als dritte Variante habe ich die Stoffe wie beim ersten Versuch aufeinandergeheftet, dann aber die Stoffe direkt schmalkantig abgesteppt.
 




Insgesamt gefiel mir die zweite Nahtvariante am besten, das Nähen von Hand schien mir für größere Stücke doch etwas mühsam. Zwar kann man sehr leicht auch schräge Stücke zusammennähen, wie bei meinem zweiten Teststück mit den Fischen im Logcabin-Muster, doch runde Formen lassen sich damit nicht nähen. Außerdem muss man ein Auge auf die "Kreuzungen" haben, an denen zwei Kappnähte aufeinandertreffen. Diese habe ich immer gerne wegen der auftretenden Dicke vermieden. So sind gestalterisch durchaus Einschränkungen hinzunehmen.
 

Für ein größeres Werkstück bevorzuge ich doch ein Pojagi in Maschinentechnik mit einfacher Kappnaht wie auch beim Handnähen.
Mir schwebte ein Patchworkstück aus alten Hemdenstoffen vor und zwar eine Pyjamahose, die das Pojagi Nachthemd, das ich früher mal genäht habe, ergänzen sollte.
 

 
Aus vielen Stücken mit etwa 50-60 Nähten pro Bein entstand in mühevoller Kleinarbeit (zwischendurch habe ich mich gefragt, warum ich das mache) doch eine neue Hose aus alten Stoffresten. Die Tragfähigkeit muss sich noch erweisen.


Zum Abschluss noch ein Pojagituch in Pojagitechnik von früher, auch aus alten Hemden, zusätzlich bedruckt mit dem vergößerten Motiv aus enem der Stoffe.
 
Damit beschließe ich das Stoffspielereien-Jahr und freue mich, dass es weitergeht im nächsten Jahr. 
Unter neuer Koordination von Kerstin - Stoffnotizen treffen wir uns auch in 2026 mit spannenden Themen auf den Blogs und vielleicht auch im richtigen Leben wieder.
Vielen Dank an Gabi - made with blümchen für die bisherige Zusammenführung und das Erstellen des Archivs. 
Dort findet man unter https://stoffspielereien.net/ die kommenden und Beiträge der vergangenen 10 Jahre Stoffspielerei. Neu werden auch Inspirationsbeiträge verlinkt sein, wenn bestimmte Themen Erläuterungen oder Ideen benötigen.
Ich stöbere bereits in meiner textilen Bibliothek für das erste Thema nach der Winterpause: Ein Buch als Inspiration. Das hält mich über die kalten Wintertage sicher beschäftigt.

Alle Beiträge heute sammelt Tyche's Touch hier auf ihrem Blog.

Die Stoffspielereien

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25.01.2026: "Ein Buch als Inspiration" bei Langer Faden

22.02.2026: „Licht & Dunkelheit“ bei HeyyOskar

29.03.2026: „Taschen“ bei Petersilie und Co

26.04.2026: „Altes in Neuem“ bei feuerwerk by KaZe

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