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Donnerstag, 14. Februar 2019

Karospielereien

Nach einem regnerisch-stürmischen Sonntag fing die kreative Woche angeregt ruhig, ja fast kleinkariert an, um sich dann doch dem größeren Karoformat zu nähern - think big!

Ganz klar, es geht um das Papierliebe-Februarmotto: Kariertes. Ich habe es vor lauter Nadelbriefen und Fischen nicht vergessen, denn eigentlich bin ich ein totaler Karo-Fan. Stofftechnisch kann ich bestimmt (immer noch) die nächsten 5 Jahre aus meinem Fundus arbeiten (wie schon hier im Karomonat Mai gezeigt). Was die Papiervorlagen angeht, habe ich allerdings noch einige lose Ideen im Köcher, die ich noch ausprobieren kann. Und dafür ist der Februar doch bestens geeignet.

Mein erster Ausflug ins Karoland entstand schon letzte Woche, als ich die Streifen vom Federmuster wieder in die Hand bekam. Zum Papier-Weben eignen sich die Streifen nämlich auch, wie man sehen kann. Ein bisschen kniffelig ist das Fixieren der Streifen, bis zum endgültigen Verkleben hilft Kreppband gegen das Verrutschen.
Schmale und breite Streifen im Wechsel
Fertige Vorderseite
Fertige Rückseite
Und wo ich schon mal dabei war, habe ich den alten Moosgummi-Stempel auf Karo-Fähigkeit getestet.

Ziemlich kleinkariert. Kann eine Überarbeitung vertragen.
Spannender (im doppelten Sinn) war, ein 'Fadenkaro' auszuprobieren. Dazu einfach einen Faden mit Farbe tränken, über das Blatt spannen und so Abdrücke herstellen. Mark making eben.


Der Effekt ist viel großzügiger und schwerer zu steuern, aber gerade das macht ja den Charme aus. Dringend empfehlen würde ich aber, Handschuhe anzuziehen, wenn man nicht einen ganzen Tag mit gefärbten Fingern rumlaufen will.


Eine andere Idee für ein "großes Karo" habe ich aus den Skizzen von früher aufgegriffen und umgesetzt. Zuerst wollte ich die Karos aufmalen, aber dann fielen mir die Restpapiere vom Gelatinedrucken ein, die ja schon eingefärbt sind und sich ganz gut in Quadrate zum Spielen schneiden lassen würden.

Es sind Transparentpapiere oder Butterbrotpapiere, auf denen ich die Rolle von der überschüssigen Farbe befreie, bevor ich meine Abdrücke mache. Dadurch ergeben sich oft streifige, dünne Überlagerungsmuster.

Die Quadrate habe ich auf Reispapier arrangiert und mit Klebestift geklebt, um mit dem fertigen Karomuster ein kleines Skizzenheft verkleiden zu können.

Erste Etappe: Rohfassung
Mit verschiedenen Stiften kamen dann die feinen Streifen dazu und zum Schutz eine Schicht Gel Medium (das teilweise die wasserlöslichen Stifte mit angelöst hat, aber das gehört zum Spiel).

Das fertige Skizzenheft
Und weil's so gut ging, habe ich gleich auch das zweite Heft bezogen, allerdings aus einem ganzteiligen Papier. Die Hefte habe eine leichte Neigung zum Wölben, was daran liegt, dass ich noch kein Papier auf die Innenseiten von Deckel und Rücken geklebt habe. Aber das kommt noch.


Im Karoheft tummeln sich auch schon ein paar Fisch-Malübungen, die mit einer '30-days-of-creative-practice' * Übung zu tun haben (Day 7: shapes). Nichts 'Mustergültiges', nur so zum Einschwingen und Testen verschiedener Malmittel.


Karierte Fische sind noch nicht dabei. Ich halte aber meine Augen offen, und finde immer wieder neue karierte Muster, wie zum Beispiel in diesem Fliesenmuster in der Ringkirche, oder auch im Fenster, das mir auch kariert, in Variation, vorkommt. 



Material für den nächsten Papierliebe am Montag* Beitrag bei Frau Nahtlust.

Mit diesem Ausblick wünsche ich einen sonnigen Donnerstag.

(* unbezahlte Werbung/ der Post enthält Links zu anderen Webseiten) 

Mittwoch, 14. November 2018

Tapetenmuster

Die Tapete: eine Wandbekleidung aus Papier, Glasgewebe oder Kunststoff, seltener aus Leder oder Leinwand. 
Musterthema bei Müllerin Art im November.

Gleich fiel mir unser Besuch in Magdeburg wieder ein und die Dokumentation der Tapeten-Sammlung im Abrisshaus 'Blauer Bock'. Damals hatte ich mich schon gefragt, wo die Tapeten geblieben sind und warum man heute so viel 'raufasert'. 
Als Kind haben mich die Tapetenbücher, die der Maler vor der Umgestaltung vorbeibrachte, total fasziniert. Die pure Größe und auch das Gefühl und der Geruch sind mir noch lebhaft in Erinnerung. Das war der Nachklang der 'Wirtschaftswunderzeit', in der man die Repräsentationsräume gerne mit dekorativen Tapeten schmückte. Bei uns zuhause galoppierte im Wohnzimmer eine Jagdgesellschaft über die Wand und auch im Kinderzimmer gab es pastellige Streifen.
Mit dem 70er-Jahre-Funktionalismus schwappte dann die universell einsetzbare Rauhfaser-Tapete über's Land und aus war's mit der Entscheidung für einen bestimmten 'Stil'. Neuerdings gibt es wieder einen Trend zur Tapete, in Zeiten des Digitaldruckes mit Motiven, die früher in der handwerklichen Herstellung nicht möglich waren: aquarelle Farbverläufe, Tafelimitationen oder 'Loftatmosphäre' mit aufgedruckter Betonoptik oder rostigem Metall. Nur eine Frage des Geldes. The sky is the limit.

In unserem bescheidenen Heim gibt es auch noch viel zu viel Raufaser, teilweise schon ersetzt durch eine glatte Vliestapete. Für eine 'große Lösung' mit richtigem Druck fehlt bisher noch der Mut, oder das richtige Muster. Zeit und beste Gelegenheit also, ins MusterMittwochsthema einzusteigen.

Eigentlich war ich ja schon mittendrin, mit meinem Druck auf dem Vliestapetenrest vom letzten Monat. Er hat es doch nicht zum Einband für die Herbsthefte geschafft (was damit passiert ist zeige ich am Ende), nein, ich hatte eine passendere Verwendung und habe mir daraus ein eigenes Tapetenbuch im Format 15 x 15cm gebunden.

Vorder- und Rückseite mal floral und mal grafisch (Gelliprint) mit einem eingearbeiteten Scharnier und Löchern für Buchschrauben.

So bleibt das Buch erweiterungsfähig für alle meine Fundstücke und Ideen.

Die ganze Zeit ging mir auch schon das alte Lied von Hildegard Knef nicht aus dem Kopf und tatsächlich bin ich beim Stöbern auf Birkenwald-Probedrucke einer früheren MailArt Aktion gestoßen. Diese bekamen nun eine neue Funktion als Vorsatzpapiere.

 
Einen bunten Reigen potentieller Tapetenkandidaten habe ich schon gesammelt.

Ein Muster aus einem Rosenstempel, der mit ein paar MacIntosh-Linien auf Jugendstil getrimmt wurde.

Abstrakte Muster wie die Streifen einer Wellpapp-Druck-Aktion und Gelliprints.

 
Oder wie wär's mit ein paar Krabbelkäfern für's Kinderzimmer?  

Da habe ich auch ein Originalfundstück aus einem der Zimmer hier im Haus. Ein bisschen zu schade, um sie auf das Heftformat zu stutzen.

Auch diese Tapetenmuster kann ich nicht zerschneiden. Es sind Original Drucke aus einer Tapetenmanufaktur in Mölndal, Schweden. Ich hatte das Glück, dort einmal reinschauen zu können und diese Proben mitnehmen zu dürfen. Dort werden Tapeten noch handwerklich mit alten Holzmodeln oder Druckmaschinen, je nach Wunsch, mit traditionellen Farben bedruckt. Der Schimmer der Farben und das Gefühl des Materials sind unvergleichlich. Am häufigsten werden natürlich Tapeten zur Restauration in historischen Häusern und Königsschlössern bestellt. Aber diese A4-großen Muster zu besitzen, macht mich auch schon reich.

Mein Tapetenbüchlein wird sich sicher noch weiter füllen, es bleiben ja noch 2 Mittwoche. Mehr Anregungen für's Home decoring findet ihr hier in der Tapetenmustersammlung von Frau Müllerin.

Und was ist nun aus dem Hefteinband für die Früchte geworden?
Ein Buch mit Bindung am offenen Rücken.
 
Für die Buttonhole Bindung schien mir diese Verpackung viel passender und so wurde sie kurzerhand umgemodelt. (Das Deckblatt bekommt noch einen angemessene Gestaltung.)

Für die Bindung bereitet man einen Umschlag vor, bei dem am Rücken eine Aussparung ausgeschnitten wird, um die herum später die Lagen - bei mir die Hefte - eingeheftet werden.

Das sieht dann so aus.

Schwer zu erkennen, wo gerade die Nadel steckt. Aber das Nähen ist nicht schwer: einmal durch, einmal rum und ein Knoten, und dann das nächste Heft.

Man bindet getrennt, erst den oberen Rand und dann den unteren Rand. Das Buch kann man flach aufschlagen und eigentlich könnte man auch weitere Lagen/ Hefte einfügen. Eine gute Alternative zur Fauxdori Bindung, wenn man die Einlagen nicht mehr rausnehmen will.

Mein Buch ist noch nicht ganz gefüllt, ein paar Seiten aus den Heften hatte ich ja schon hier gezeigt, da wage ich doch, es mit Christines Themenheftsammlung zu verlinken.


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Mittwoch, 24. Oktober 2018

Musterhefte für Herbstfrüchte


Heute ist Mustermittwoch, mit einem Blick in meine Werkstattkulissen, oder zumindest, was so aussehen soll. Ganz fest entschlossen habe ich mir für den Oktober (mit fünf Mittwochen) ein Heft für je eine andere Frucht gebastelt. 
Außen farblich abgestimmt sammele ich hier Zeichnungen, Muster und Collagen für Hagebutten, Pflaumen, Blätter, Äpfel und Birnen und natürlich auch alles rund um den Kürbis. Nicht unbedingt chronologisch, was die Arbeit bisweilen etwas im Papier- und Druckchaos enden lässt. 
Für heute habe ich etwas aufgeräumt und wollte ein paar Seiten zeigen.

Aus dem Pflaumenheft
'Pflaumenkuchen' war im letzten Jahr einmal Thema für eine Streichholzschachtel bei Frau Nahtlust und davon war ja ein Stücken Stempelkuchen übriggeblieben. Damals hat mir das Muster nicht gefallen und ich habe es beiseite gelegt.


 

Aber jetzt habe ich mir einen ganzen Kuchen als Schablone geschnippelt und mit einer Plastikschablone in goldenen Oktoberfarben Muster ausprobiert.

Nach Pflaumenkuchen sieht es nicht mehr so aus, eher wie eine Chrysantheme. Aber solche Überraschungen machen das Mustern ja erst spannend.

Als Teilabdruck könnte es auch eine Igelwanderung sein. Rohmaterial jedenfalls für weitere Arbeiten.
Auch 2015 waren Pflaumen schon einmal mein Thema, als wir Sommerfrüchte-Postkarten für die MailArt verschickten. Damals habe ich auch schon den Frucht-Direktdruck ausprobiert.

Die Probedrucke hatte ich noch und auch die Postkarte, die nun ein Plätzchen im Heft gefunden hat.



 
Ein wenig Bordürenmuster-Gedoodle beim abendlichen Krimi gucken geht immer. Wie schön, dass es nun auch einen festen Platz im Heft finden kann.


Der Pflaumenmuster-Kreis wäre nicht vollständig ohne eine letzte, rundliche Pflaumen-Stempelei aus Moosgummi. Spontan habe ich zum Drucken nach einem orangenen Transparentpapier gegriffen, das sich dann zur Überrraschung ganz gut als Herbstleuchtmittel geeignet hat. Oh, oh, Oktober. Pflaumen mit Schlips.

Eine zerschnippelte Muster-Version ziert nun das Deckblatt des Pflaumenheftes.


Aus dem Blätterheft
Und dann ging es mir nicht anders als den anderen: ich konnte nicht an Samen und Blättern vorbeigehen ohne ein paar aufzuheben. 
Die Blätter wollten erst einmal durchgerieben und dann gezeichnet werden.

Ein Muster entwickelte sich dann als eine Art Girlande , die in einer durchgehenden Linie die Blätter von oben nach unten aneinanderreiht. So könnte man es auch quilten oder als Monoprint anlegen.


Links meine Skizze, rechts ein gescanntes Fundstück und darunter wieder eigene Moosgummiblätter
Hopfen, Kastanien, Ahornsamen - so viele Möglichkeiten.

Vor allem die leuchtenden Ahorn-Propeller wollte ich auch einmal mustermäßig fliegen lassen. So schön anzuschauen, egal, ob in Zweier-, Vierer- oder Sechserformation.



Alle schicke ich nun auf die weite Reise zu Michaelas MusterMittwoch Liste.
Wind haben wir heute ja genug.

Bis nächste Woche zum Finale der Herbstfrüchte. 

15fünfzehn-Themenhefte

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Mittwoch, 8. August 2018

Ich packe meinen Koffer ...

Bei mir unterm Dach blieb es beständig zu warm für kreative Exkursionen, aber als heute Nacht endlich ein Gewitter mit etwas Regen durchzog, stieg meine Hoffnung auf einen Tag, an dem ich endlich mit dem Koffermuster-Drucken anfangen könnte.
Mein Plan war doch, aus den Skizzen Schablonen zu schneiden und mit diesen ein paar Gelliplate Drucktechniken auszutesten. 
 
Aus einem ausgemusterten englischen Straßenatlas habe ich ein paar Köfferchen geschnitten, gleich durch mehrere Blätter, damit ich eine gute Handvoll postive und negative Vorlagen hatte. Die Gelatineplatte und die Farben lagen bereit undes ließ sich tatsächlich gut drucken. Die Farben blieben lange genug feucht, da ging mir schon eher das Papier aus.
 
Von den Schablonen habe ich erst die 'Kofferfüllung' durchgerieben, die dann Schablone von der Platte abgezogen und einen weiteren Abzug vom Rest des Musters auf der Platte genommen.

Beim zweiten Abzug (links unten) hat sich die Schrift von der Rückseite der Schablone mit abgedruckt, was einen ganz ungeplanten Effekt gibt.

Zwischendurch hab ich auch mal ein Gitter aufgelegt, damit die Koffer ein Muster bekommen.

Alle Drucke sind noch roh und sollen später noch etwas Schliff bekommen. Vielleicht eignen sie sich aus zum Ausschneiden für Collagen? Heute war mir es mir zu heiß dafür. 

Lieber wollte ich noch ausprobieren, ob man tatsächlich auch Ölpastellkreiden mit Gelliprint kombinieren kann. Man zeichnet- oder schreibt, wie in meinem Fall - mit der Kreide auf ein Stück Papier, bringt Farbe auf die Platte auf und legt die Vorlage mit der rechten Seite nach unten auf die Platte, um einen Abdruck zu machen. Die Ölkreide 'reserviert' die Zeichnung/Schrift.  Wenn man dann eine zweite Farbe aufbringt, kann man einen Positivabdruck ziehen. Eigentlich wie Fototransfer.


In meinem Fall war leider die zweite, die Hintergrundfarbe zu dunkel, weshalb man den gelbenText auf Rot nicht mehr gut lesen kann. Aber mit Schwarz als erster Farbe und einer hellen Farbe als zweiter Farbe geht es bestimmt gut. 
Wenigstens bei der Textauswahl lag ich richtig.

links der Enddruck, rechts die Vorlage mit der Farbe des ersten Druckes
Einen viel überzeugenderen Effekt habe ich erreicht, als ich letzte Woche mit der Kofferschablone und wasservermalbaren Stiften gespielt habe. Dabei habe ich Farbe um die Umrisse aufgetragen und dann mit dem Finger nach innen gestrichen und verteilt.

Im Skizzenbuch rollt jetzt eine Kofferparade vom Gepäckband,

 auf der anderen Seite die ausgeschnittenen Koffer.

Ich bin ganz froh, dass ich diese kleine Entdeckungsreise trotz der erschwerten Bedingungen gewagt habe. Reise bedeutet in seinem ursprünglichen Wortsinn ja "Aufbruch, neue Dinge entdecken", und da bin ich auf einem guten Weg.

Inzwischen sind auch zwei weitere Sommerpost-Kunst Collagen Pakete hier eingetroffen, aber die zeige ich im nächsten Post.

Mehr Reise-Muster-Impressionen findet ihr im August noch hier in Michaelas Musterliste.