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Montag, 7. Januar 2019

Genäht und geklebt - doppelte Nahtlust

Dreikönig ist meist der Stichtag, um Weihnachtliches wieder zu verstauen und sich von allem Nadeligen zu befreien. Unser Baum steht noch im Garten, inzwischen ungeschmückt, und darf später noch die Beete als Frostschutz abdecken. Falls es mal kälter wird und tatsächlich Schnee fällt.
'Schnee' ist dann auch das erste Thema der diesjährigen Nadelbriefaktion bei Frau Nahtlust, an der ich mich, wie vorher schon bei den Streichholzschachteln, gerne beteilige. Die wöchentlich wechselnden Themen sind immer wieder eine Herausforderung und halten meine Gehirnwindungen auf Trab.

Weil es diesen Winter noch nicht viel Schnee gab bei uns, zeigt mein Nadelheft nur ein paar Einzelexemplare von Schneeflocken. Eigentlich hatte ich einen selbst-gestempelten Schneeflockenstoff im Sinn, und meine Tochter hat mir auch drei zauberhafte Stempelchen geschnitzt, aber dann fehlte die Zeit zum Drucken und ich habe eine neue Version meiner 'Jeansflocke' gestichelt.

Um die sechstrahligen Grundlinien vorzunähen, habe ich ein Rastervlies unter den Stoff gelegt und die Linien von hinten nach vorne durchgenäht.

Daran entlang bildeten sich dann - wie im richtigen Leben - von Hand gestickte Knopf- und Stickstichkristalle.


Gefüttert habe ich das Grundmodell mit einem gekauften Schneesturmstoff, habe ein Filzrechteck und zwei kleinen Extras eingebaut.

Zum einen hat das Nadelheft einen Magnetverschluss, was nicht nur edel aussieht, sondern auch ganz praktisch als 'Nadelsammler' dienen kann, wenn einem mal eine Nadel runterfällt.
Und das zweite Extra versteckt sich in einer kleinen Tasche auf der Rückseite.

Es ist eine Einfädler in Form eines Kolibris. Die Schnabelkappe verbirgt einen Dorn mit einer Kerbe. Den Dorn steckt man durch das Öhr, hängt einen Faden in der Kerbe ein und beim Zurückziehen des Dorns fädelt sich der Faden (automatisch) ein. Schlau, was? 
Mit diesem Starter-Nadelbrief fühle ich mich gut gewappnet für die nächsten 51 Wochen.

Der Kolibri würde gut auch zum Papierliebe-Thema im Januar passen, nämlich 'Gefiedertes', doch er ist ja nicht aus Papier. Trotzdem habe ich auch schon zu diesem Thema ein kleines 'Starterpaket' gemacht. 
In meinem Geschenkpapier-Fundus fand ich ein wunderschönes Federpapier.

Wenn das nicht der beste Einband für ein 15er-Heft überhaupt ist! Damit ich flexibel bleiben kann, was die Füllung des Heftes angeht - große Vögel, kleine Vögel, geklebt, gemalt, gestempelt - und weil ich möglichst wenig abschneiden wollte, sollte es wieder ein Origami-Einband für ein Leporello werden. (die Anleitung habe ich auf die Schnelle nicht gefunden)

Dazu habe ich mir zwei Einlagepappen 15x15cm zugeschnitten, mit etwas Abstand auf das Einbandpapier geklebt und dann die Kanten umgefaltet. Am vorderen und hinteren Ende bilden sich 'Taschen'. Da hinein kann man dann ein beliebiges Heft stecken, bei mir eben ein aus verschiedenen Papieren zusammengeklebtes Leporello.


Erstes 'Gefiedertes ' ist mir auch schon zugeflogen, eigenes folgt dann im Laufe des Monats.
So beflügelt kann die Woche weitergehen, und der Monat sowieso.

Mehr Ideen und Inspirationen finden sich bei Frau Nahtlust.

 

Mittwoch, 14. November 2018

Tapetenmuster

Die Tapete: eine Wandbekleidung aus Papier, Glasgewebe oder Kunststoff, seltener aus Leder oder Leinwand. 
Musterthema bei Müllerin Art im November.

Gleich fiel mir unser Besuch in Magdeburg wieder ein und die Dokumentation der Tapeten-Sammlung im Abrisshaus 'Blauer Bock'. Damals hatte ich mich schon gefragt, wo die Tapeten geblieben sind und warum man heute so viel 'raufasert'. 
Als Kind haben mich die Tapetenbücher, die der Maler vor der Umgestaltung vorbeibrachte, total fasziniert. Die pure Größe und auch das Gefühl und der Geruch sind mir noch lebhaft in Erinnerung. Das war der Nachklang der 'Wirtschaftswunderzeit', in der man die Repräsentationsräume gerne mit dekorativen Tapeten schmückte. Bei uns zuhause galoppierte im Wohnzimmer eine Jagdgesellschaft über die Wand und auch im Kinderzimmer gab es pastellige Streifen.
Mit dem 70er-Jahre-Funktionalismus schwappte dann die universell einsetzbare Rauhfaser-Tapete über's Land und aus war's mit der Entscheidung für einen bestimmten 'Stil'. Neuerdings gibt es wieder einen Trend zur Tapete, in Zeiten des Digitaldruckes mit Motiven, die früher in der handwerklichen Herstellung nicht möglich waren: aquarelle Farbverläufe, Tafelimitationen oder 'Loftatmosphäre' mit aufgedruckter Betonoptik oder rostigem Metall. Nur eine Frage des Geldes. The sky is the limit.

In unserem bescheidenen Heim gibt es auch noch viel zu viel Raufaser, teilweise schon ersetzt durch eine glatte Vliestapete. Für eine 'große Lösung' mit richtigem Druck fehlt bisher noch der Mut, oder das richtige Muster. Zeit und beste Gelegenheit also, ins MusterMittwochsthema einzusteigen.

Eigentlich war ich ja schon mittendrin, mit meinem Druck auf dem Vliestapetenrest vom letzten Monat. Er hat es doch nicht zum Einband für die Herbsthefte geschafft (was damit passiert ist zeige ich am Ende), nein, ich hatte eine passendere Verwendung und habe mir daraus ein eigenes Tapetenbuch im Format 15 x 15cm gebunden.

Vorder- und Rückseite mal floral und mal grafisch (Gelliprint) mit einem eingearbeiteten Scharnier und Löchern für Buchschrauben.

So bleibt das Buch erweiterungsfähig für alle meine Fundstücke und Ideen.

Die ganze Zeit ging mir auch schon das alte Lied von Hildegard Knef nicht aus dem Kopf und tatsächlich bin ich beim Stöbern auf Birkenwald-Probedrucke einer früheren MailArt Aktion gestoßen. Diese bekamen nun eine neue Funktion als Vorsatzpapiere.

 
Einen bunten Reigen potentieller Tapetenkandidaten habe ich schon gesammelt.

Ein Muster aus einem Rosenstempel, der mit ein paar MacIntosh-Linien auf Jugendstil getrimmt wurde.

Abstrakte Muster wie die Streifen einer Wellpapp-Druck-Aktion und Gelliprints.

 
Oder wie wär's mit ein paar Krabbelkäfern für's Kinderzimmer?  

Da habe ich auch ein Originalfundstück aus einem der Zimmer hier im Haus. Ein bisschen zu schade, um sie auf das Heftformat zu stutzen.

Auch diese Tapetenmuster kann ich nicht zerschneiden. Es sind Original Drucke aus einer Tapetenmanufaktur in Mölndal, Schweden. Ich hatte das Glück, dort einmal reinschauen zu können und diese Proben mitnehmen zu dürfen. Dort werden Tapeten noch handwerklich mit alten Holzmodeln oder Druckmaschinen, je nach Wunsch, mit traditionellen Farben bedruckt. Der Schimmer der Farben und das Gefühl des Materials sind unvergleichlich. Am häufigsten werden natürlich Tapeten zur Restauration in historischen Häusern und Königsschlössern bestellt. Aber diese A4-großen Muster zu besitzen, macht mich auch schon reich.

Mein Tapetenbüchlein wird sich sicher noch weiter füllen, es bleiben ja noch 2 Mittwoche. Mehr Anregungen für's Home decoring findet ihr hier in der Tapetenmustersammlung von Frau Müllerin.

Und was ist nun aus dem Hefteinband für die Früchte geworden?
Ein Buch mit Bindung am offenen Rücken.
 
Für die Buttonhole Bindung schien mir diese Verpackung viel passender und so wurde sie kurzerhand umgemodelt. (Das Deckblatt bekommt noch einen angemessene Gestaltung.)

Für die Bindung bereitet man einen Umschlag vor, bei dem am Rücken eine Aussparung ausgeschnitten wird, um die herum später die Lagen - bei mir die Hefte - eingeheftet werden.

Das sieht dann so aus.

Schwer zu erkennen, wo gerade die Nadel steckt. Aber das Nähen ist nicht schwer: einmal durch, einmal rum und ein Knoten, und dann das nächste Heft.

Man bindet getrennt, erst den oberen Rand und dann den unteren Rand. Das Buch kann man flach aufschlagen und eigentlich könnte man auch weitere Lagen/ Hefte einfügen. Eine gute Alternative zur Fauxdori Bindung, wenn man die Einlagen nicht mehr rausnehmen will.

Mein Buch ist noch nicht ganz gefüllt, ein paar Seiten aus den Heften hatte ich ja schon hier gezeigt, da wage ich doch, es mit Christines Themenheftsammlung zu verlinken.


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Mittwoch, 24. Oktober 2018

Musterhefte für Herbstfrüchte


Heute ist Mustermittwoch, mit einem Blick in meine Werkstattkulissen, oder zumindest, was so aussehen soll. Ganz fest entschlossen habe ich mir für den Oktober (mit fünf Mittwochen) ein Heft für je eine andere Frucht gebastelt. 
Außen farblich abgestimmt sammele ich hier Zeichnungen, Muster und Collagen für Hagebutten, Pflaumen, Blätter, Äpfel und Birnen und natürlich auch alles rund um den Kürbis. Nicht unbedingt chronologisch, was die Arbeit bisweilen etwas im Papier- und Druckchaos enden lässt. 
Für heute habe ich etwas aufgeräumt und wollte ein paar Seiten zeigen.

Aus dem Pflaumenheft
'Pflaumenkuchen' war im letzten Jahr einmal Thema für eine Streichholzschachtel bei Frau Nahtlust und davon war ja ein Stücken Stempelkuchen übriggeblieben. Damals hat mir das Muster nicht gefallen und ich habe es beiseite gelegt.


 

Aber jetzt habe ich mir einen ganzen Kuchen als Schablone geschnippelt und mit einer Plastikschablone in goldenen Oktoberfarben Muster ausprobiert.

Nach Pflaumenkuchen sieht es nicht mehr so aus, eher wie eine Chrysantheme. Aber solche Überraschungen machen das Mustern ja erst spannend.

Als Teilabdruck könnte es auch eine Igelwanderung sein. Rohmaterial jedenfalls für weitere Arbeiten.
Auch 2015 waren Pflaumen schon einmal mein Thema, als wir Sommerfrüchte-Postkarten für die MailArt verschickten. Damals habe ich auch schon den Frucht-Direktdruck ausprobiert.

Die Probedrucke hatte ich noch und auch die Postkarte, die nun ein Plätzchen im Heft gefunden hat.



 
Ein wenig Bordürenmuster-Gedoodle beim abendlichen Krimi gucken geht immer. Wie schön, dass es nun auch einen festen Platz im Heft finden kann.


Der Pflaumenmuster-Kreis wäre nicht vollständig ohne eine letzte, rundliche Pflaumen-Stempelei aus Moosgummi. Spontan habe ich zum Drucken nach einem orangenen Transparentpapier gegriffen, das sich dann zur Überrraschung ganz gut als Herbstleuchtmittel geeignet hat. Oh, oh, Oktober. Pflaumen mit Schlips.

Eine zerschnippelte Muster-Version ziert nun das Deckblatt des Pflaumenheftes.


Aus dem Blätterheft
Und dann ging es mir nicht anders als den anderen: ich konnte nicht an Samen und Blättern vorbeigehen ohne ein paar aufzuheben. 
Die Blätter wollten erst einmal durchgerieben und dann gezeichnet werden.

Ein Muster entwickelte sich dann als eine Art Girlande , die in einer durchgehenden Linie die Blätter von oben nach unten aneinanderreiht. So könnte man es auch quilten oder als Monoprint anlegen.


Links meine Skizze, rechts ein gescanntes Fundstück und darunter wieder eigene Moosgummiblätter
Hopfen, Kastanien, Ahornsamen - so viele Möglichkeiten.

Vor allem die leuchtenden Ahorn-Propeller wollte ich auch einmal mustermäßig fliegen lassen. So schön anzuschauen, egal, ob in Zweier-, Vierer- oder Sechserformation.



Alle schicke ich nun auf die weite Reise zu Michaelas MusterMittwoch Liste.
Wind haben wir heute ja genug.

Bis nächste Woche zum Finale der Herbstfrüchte. 

15fünfzehn-Themenhefte

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