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Mittwoch, 11. März 2020

Alte Schichten, neuer Frühling

Temperaturmäßig, gefühlt ist die Natur noch im Wintermodus, obwohl die Winde schon ganz kräftig die alten Blätterschichten wegblasen und den darunterliegenden Frühling freilegen.

Meine Tulpen kämpfen sich tapfer durch, als Inspiration für das Mittwochs-Mix Märzthema: Schicht und Tulpen habe ich aber vorerst nur das Blätterwerk in natura zur Verfügung. Oder einen Topf gekaufter Zwiebelblüher.

Beim Thema "Tulpen" falle ich leicht ins gängige Musterschema und habe beim Rückblick in meine Musterbücher schon ein paar Stempeldrucke ausprobiert.

einer der ersten Radiergummistempel und einer aus Müller'schem Workshop 2018
Auch geschichtete Tulpen aus Transparentpapier und Washitape sind aufgetaucht.



Und doch möchte ich diesmal versuchen, die Blume mal von einer anderen Seite zu entdecken, den Blickwinkel zu verändern oder mal ganz anders auf Details zu schauen.


Vielleicht gelingt es mit Fineliner und ein paar Schichten Aquarellfarbe?


Oder eine Collage mit Briefumschlagmuster? Das kann ich mir auch gut in textil vorstellen und noch ausprobieren. Applikationen sind ja Schichtungen schlechthin.


Zu guter Letzt habe ich mich diese Woche dann an einem Muster mit Schablone versucht. Denn obwohl ich nicht offiziell am Postkunstdrucken teilnehme, ist das Tulpenthema doch eine guter Kandidat, um meine eigenen Schablonen-Stoffdruckideen zu testen. Man muss da ganz andere technische Hürden meistern als wenn man einen Stempel zum Drucken benutzt.


Als extra Variante lässt sich hier wunderbar ein Muster "reinschichten", indem man ein Stück Kartoffelsacknetz unter die Schablone legt.

Ein Anfang ist gemacht, nun heißt es: ran an den Stoff und weiter experimentieren. 

Und weiter geduldig warten, bis meine Tulpen sich wieder in herrlicher Frühlingspracht entfalten.


Mehr farbenfrohe Tulpenexemplare schichten sich bei Frau Nahtlust und der Müllerin in der Märzsammlung für den Mittwochsmix.


 

Mittwoch, 12. September 2018

Sommerpost 2018 - Making of

Die Sommerpost der PostKunstWerkerinnen  Michaela und Tabea schickte uns auf eine Traumreise in Collagentechnik. 8+1 Künstlerin haben in unserer Gruppe diese Herausforderung angenommen und traumhafte Bilder geschaffen, wie schon gezeigt. Heute will ich euch auf meinen eigenen Weg zur Traumreise-Collage mitnehmen.

In der Ankündigung zur Aktion gibt es immer viele Tipps und Links, die einem auf die Sprünge helfen können, darunter auch Collagen bekannter Künstler wie Picasso und Matisse. Darauf hatte ich technisch ein Auge geworfen. 
Inhaltlich fiel es mir schwer, mich auf eine konkrete 'Traumreise' festzulegen. Ich reise gerne, aber oft ist der Weg das Ziel und ich bin gerne länger an einem Ort, um mich dort 'einzufühlen'. Zählt das dann noch als Reise oder ist es schon ein Aufenthalt? Welchen sollte ich da bevorzugen? 

Eher konnte ich mir vorstellen, eine "was-wäre-wenn"-Reise zu starten, eine Reise im Traum, bei der kuriose Dinge auftauchen, die eigentlich nicht zusammengehören - ein Aspekt einer Collage. Hier kam dann Alice im Wunderland ins Spiel, auch wenn ich noch keine Vorstellung hatte, welche Elemente in meine Collagen einfließen würden. Aber das ist ja das Spiel, oder?

Als Basis für meine 15x15cm großen Bilder habe ich 2mm Finnpappe aus dem Bestand mit Schnipseln eines ZeitReise-Magazins beklebt und mit Gesso lose bespachtelt.

Danach in Streifen und Quadrate geschnitten und mit Acrylfarbe mit Himmel- und Wasserblau lasiert. Irgendwie war schon klar, dass 'Weite' zu meiner Traumreise gehören würde.

Meine ersten Versuche mit Blättern nach Matisse und der Original-Alice Zeichnung von John Tenniel als Zitat haben mich erst einmal an meiner Grundierung zweifeln lassen.

Zu viel Hintergundtext schien durch, alles zu groß, die Einzelbuchstaben zu Dada und die Farben zu stark oder zu blass. 'Alice' wirkte zu passiv und irgendwie zu dominant. Da habe ich aus Verzweiflung die Rückseite auch weiß grundiert, falls ich ganz neu anfangen müsste.
Ein paar Festlegungen und Einschränkungen haben mir dann aber geholfen, einen Zugang zu 'meinen' Elementen zu finden:
Türkisblau als Basisfarbe mit den beiden komplementären Farben gelborange und dunkles rot für die Akzente. Passende Papiere habe ich bereitgelegt, alle anderen wieder eingepackt.
Auf eine 'neue', lebendigere Alice stieß ich in einem schwedischen Modekatalog, auf eine ältere reifereVersion von ihr in einem Lifestylemagazin, in einem Artikel über Freundinnen. Mit den Graustufenfotos haben sich die Personen besser integrieren lassen, ohne gleich die Hauptrolle zu übernehmen. Das gefiel mir besser. Außerdem mochte ich die Dynamik, die sie mit einbringen.

Die Textstückchen stammen auch aus dem Reisemagazin, DER SEE ist ein Original, DER GARTEN eine nachgeschriebene eigene Version. Da ich schon so viel Text im Hintergrund hatte, war mir das auch genug an zusätzlichem optischen Hingucker.

No. 1, der Prototyp, noch mit Stempeln, die ich später nicht mehr eingesetzt habe.
Die SEE-Collagen sind durchgängig mit Möbelknöpfen ergänzt, die ein bisschen Glanz in die sonst matt gehaltene Montage bringen. Und sie folgen der Idee, mit der Größe der Elemente zu spielen, etwas Kleines groß und große Dinge klein darzustellen.

Auf den GARTEN-Collagen tauchen hingegen Tassen und Besteck aus Kochmagazinen auf, die ich besonders pfiffig fand. Grünzeug aus Heften und Servietten fand auch Einzug in meine Traumwelt.

Am Ende der Session hatte ich meine 9 individuellen Collagen gefunden und mir das Restmaterial für die Verpackung in die Reisetasche gesteckt.

Die Umschläge sind wiederverwendete Polstertaschen, deren altes Adressfeld mit einem Gedicht aus einem anderen ZeitReiseMagazins 'verschönt' wurde.
Einen Stempel und ein paar Bögen Briefmarkenpapier hatte ich eingepackt und daraus Etiketten für die Rückseite und die Adressfelder gestempelt und gemalt.

Last, but not least bekamen die Collagen einen Umschlag aus Kleister- und Libertypapier und einen improvisierten Kofferanhänger. Dann war es geschafft.

Beim Arbeiten an den Collagen habe ich selbst eine kleine innere Entdeckungsreise gemacht und festgestellt, dass der See sehr demjenigen ähnelt, der in Schweden direkt vor unserer Haustür lag. Und dass ich furchtbar gerne im Garten und in der Natur bin, wenn es um 'Traumorte' geht.

Danke an Tabea und Michaela für diese ungewöhnliche Einladung auf eine ganz besondere Reise! Und an alle meine Mitreisenden in unserer Gruppe für die vielfältigen 'Mitfahrgelegenheiten' !!




Hier zum Abschluss alle meine Collagen zusammen.
Mehr auch aus den anderen Gruppen findet ihr hier.
 

Montag, 10. September 2018

Sommer, Ferien und Post No.5 - 8

Vier Wochen ist's her, seit die Sommerpost-Collage No. 5 von Ruth bei mir eingetroffen ist. Pünktlich und mit großer Freude habe ich den Umschlag geöffnet, ein schnelles Foto gemacht - und es vor dem Urlaub doch nicht mehr schafft, einen kleinen Eintrag zu posten.
Dabei ist die Traumreise des 'kleinen Campers' zu entzückend geworden, liebevoll in die ruhigesten Winkel der Erde gefahren, um die Stille und Entspannung in der Natur zu finden.

Da habe ich noch nicht einmal Angst vor den glühenden Augen in meiner Höhle bekommen. Eine feine Arbeit!! Leider hat Ruth keinen Blog/ Instagram, aber sie hat eine gedruckte Version aller Collagen beigefügt, so dass wir auch die anderen 8 Bilder bewundern können. Einen lieben Dank nochmal von hier aus!

Auch Michaelas Traumreise-Collage war in feinstes Eichenlaub-Seidenpapier gehüllt und erzählt so ein bisschen von ihrer Englandreise, auch wenn ihr Thema eigentlich 'Mit dem Finger auf der Landkarte' war.

Eine Müllerin-typische Kollektion mit weltweitem Blick. Die Entstehungsgeschichte ist hier nachzulesen. Danke.

(Die William Morris Begleitkarte weckte Erinnerungen an meine eigene Zeit in England, in der einige Meter seiner nachgedruckten Stoffkollektion durch meine Hände wanderte.)

In die erste Woche meiner Abwesenheit fiel die Ankunft dieser Naturschönheit von Carmen. Im Netz, unterwegs, hatte ich sie schon davon gelesen, aber 'meine eigene' Version ihrer Irland-Collagen-Reihe in Händen zu halten, ist noch schöner.


Eine stimmige, runde Traumreise. Ich war zwar schon einmal dort, aber einmal ist kein Mal, oder? Man möchte wirklich gleich seine Koffer packen, bei diesen saftig grünen Wiesen. Danke für diesem Augenschmaus!

Nicht nur das Packen für den zweiwöchigen Urlaub, sondern auch das Fertigstellen meiner eigenen Collagen hat mich vom Bloggen ferngehalten. Mein Beitrag sollte in der 36. Woche verschickt werden und ich kam gerade so hin vor der Abreise mit dem Fertigstellen der Collagen. Umschläge und alles Begleitmaterial habe ich eingepackt, um es im Urlaub (ohne elektronisches Equipment) vervollständigen. Es hat am Ende geklappt und ich denke, alle Briefe sind inzwischen angekommen.
Der Bericht über die 'Geschichte dahinter' ist noch in Arbeit, aber meine eigene Karte kann ich heute schon zeigen. Da alle Karten anders sind, nehme ich nichts vorweg.

Wie erwartet hatte Alice im Wunderland einen nicht geringen Einfluss auf meine Collagen, allerdings kamen sie am Ende doch anders raus als erwartet. Aber davon dann im 'Making of'.

Berichte aus den anderen Gruppen findet man auf der Postkunstwerk- Webseite oder schneller noch bei instagram. Ein Füllhorn an Ideen und Umsetzungen, die man gerne mehrmals anschaut und die bestimmt bis zur nächsten Aktion reichen.

Unsere Gruppe hat noch eine Extra-Woche bekommen und so kann ich mich noch auf eine letzte Collage freuen. Ich bin gespannt.

Euch einen guten Wochenstart.

Sonntag, 6. Mai 2018

Sonntagsplausch - Blick ins Sketchbook

Nachdem es zeitlich nicht für den Freitag-Freutag-Beitrag gereicht hat, beflügelt mich heute der frische Sonntagmorgen und ruft nach einem Update-Plausch.

Draußen zwitschert die Vogelwelt um die Wette, drinnen freue ich mich über zwei besonders pfiffige Vögel, die kürzlich ganz überrraschend zu mir geflogen kamen .  

Carola und Elvira sind der Frühlingsboten-Aufforderung auf dem PostKunstBlog gefolgt und haben nicht nur mich mit tollen Karten überrascht. Große Freude. 
Doppelte Freude, denn beide haben auch beim Wettbewerb teilgenommen und etwas gewonnen. Meine Glückwünsche!
 
Ich habe zwar das Collagenbuch hier im Regal, nur zum Gestalten vom Karten bin ich nicht gekommen. Mein Fokus lag in den letzten zwei Wochen auf einem anderen Projekt. Bei Karen Abend hatte ich einen 'Sketchbook Revival' Kurs gefunden, dem ich konsequent gefolgt bin. Karen hat hier über 12 Tage 23 ganz unterschiedliche Künstler zu ihren Sketchbook Gewohnheiten befragt und für jeden Tag 2 Sessions zusammengestellt. Online und ganz umsonst. Eine Mischung aus Motivationstraining und Techniken, Collagen und Comics, Natur und Abstraktem.
Normalerweise schaffe ich es nicht, solchen 30-Tage oder Jahresprojekten bis zum Ende zu folgen, aber 12 Tage schienen mir machbar. Und tatsächlich habe ich jeden Tag etwa 2x 50 Minuten Video geschaut und habe versucht, gleichzeitig die Anleitungen mitzumachen. Nicht alle Seiten sind schon voll, aber das Programm ist noch bis zum 18. Mai offen. Zeit für einen zweiten Blick und Ergänzungen.
Wer also selbst noch reinschauen will, kann sich noch über die Webseite anmelden.

Als Sketchbook habe ich ein altes, selbstgebundenes Buch im A6 Format aktiviert, denn in der ersten Session kommt auch Buchbinden vor. Wie praktisch. Das Büchlein hat 2 unterschiedliche Papiere und manchmal habe ich einfach dickere Blätter eingeklebt. Vor allem wenn es um Nasstechniken ging.
Wollt ihr mal reinschauen? 

Doodeling ist immer ein guter Anfang, wenn man sich warm machen will.
Gekritzelte Blattseiten als Hintergrund, kombiniert mit Gesso und Collagen.
Manchmal entwickeln sich nach und nach ganze Geschichten.

Auch wie man Mandalas zeichnen kann, ist ein Thema. Guter Mustermittwoch Nachtrag.
An einem Tag stand die Aquarelltechnik auf dem Plan, mit der man die Natur (Frühlingsbäume lassen grüßen) prima festhalten kann.
Auch mit dickem Markern haben wir gespielt und verschiedene Ideen für das Zeichnen des Datum bekommen.
Eine Session von Danny Gregory wird mich nun länger begleiten. Er ist ja ein freudiger Verfechter des 'Alltags-sketchens', also 'Zeichne alles, was dir unter die Augen kommt'.
Jeden Tag. Aus Gewohnhheit. Mit meinem Schlüsselbund habe ich angefangen.

Aber täglich begegnet mir ganz sicher  noch eine anderer Gegenstand: eine Tasse. 
Mein Revival-Sketchbook hat nun eine kleine Schwester bekommen. Schon Ma Umschlag ist unschwer zu erkennen, dass als tägliche Aufgabe nun eine Tasse auf meiner Liste steht.

Ein Leporello-Büchlein mit original Müller'schem Einband.

Für 30 Exemplare habe ich Platz. Mal sehen, ob es zur Gewohnheit wird. 
An Zeichenmaterial sollte es nicht fehlen. In meinem Schrank schlummern noch viele Tassen, die gerne mal ans Licht kommen möchten. 

Auf alle Fälle bleibe ich nicht durstig, bei diesem wunderbaren Frühlingswetter.
Hoch die Tassen!!

 

Mittwoch, 8. November 2017

Viel Grau und eine Schachtel

Jetzt hat er uns aber eingeholt, der graue November! Nicht nur draußen, mit Nebel und Niesel und notwendigen Mützen und Schals, nein, auch beim Mustermittwoch
Man kann Michaela noch nicht einmal einen Vorwurf machen, waren es doch viele Andere, die sich dieses Thema gewünscht haben. 
Meine Skizzenbuchseite hatte ich schon mal auf den November vorbereitet und zwei kleine Collageschnipsel eingeklebt, rechts und unten. Sogar farblich passend, wie sich jetzt herausstellt. 

Darunter also mit Bleistift das Thema gekritzelt, und noch weiße Wachskreide und den mit verdünnter Tusche gefüllten Wassertankpinsel herausgeholt. 

Kreise wie Regentropfen, Fineliner-Niesel, erste Schneeflocken? Testlauf.

Der Blätterschnipsel rechts bekam auch eine Ladung Kringel und Streifen ab, so fügt er sich besser ins Blatt. Dafür eignet sich markmaking ja auch.

Viel Grau in Grau, da kann man depressiv werden, denkt sich wohl das Wiesel,  ein Fundstück vom Stijlmarkt, feine Kunst von Ligarti.
 
Erst beim Blick in die Markmaking Galerie geht mir auf, was fehlt: ein Schuss Farbe! 
Hätte das Wiesel ja gerne dazugeben dürfen. Wird nächstes Mal dann eingebaut.

Damit der Post nicht gänzlich im Grau versinkt, schicke ich noch (etwas verspätet) ein buntes Tier ins Rennen, das Rennen um die Streichholzschachteln bei Frau Nahtlust
Letzte Woche durfte es ein bisschen Federvieh sein, was mich wieder an meine Schachtel No 12 erinnert hat, 'das Schwein und der Gockel' von Paul Klee. Eine Hahnenschachtel würde doch prima zum Schweinchen passen, dachte ich. Der 'Gockel' kam mir aber komisch vor, mit dem Ei im Bauch? Und tatsächlich hat das Bild einen ganz anderen Titel: 'wo die Eier herkommen und der gute Braten'.

Also habe ich nur die Technik der colorierten Ölpause  benutzt, und mir einen eigenen Gockel gemalt.
In der Schachtel finden sich nun Sprüche, die mir zum Thema 'Hahn' eingefallen sind.
Einer, den meine Oma immer zitiert hat. Die Bedeutung hat sich mir bisher nicht erschlossen.
Aber der andere passt gut zum derzeitigen Wetter. Oder zu jedem Wetter, eigentlich.

So und nun hole ich meine Farbstreifen raus und mache mir die Welt ein bisschen bunter. Advent-Postkunst lässt grüßen.