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Sonntag, 29. September 2019

Stoffspielereien - Miniaturen

Da ist er wieder, der Stoffspieler-Sonntag. 
Bezaubernde kleine textile Kostbarkeiten sammelt heute Karen auf ihrem Blog. Sie hat uns aufgerufen, Miniaturen zu gestalten, wobei sie alles, was kleiner ist als eine Postkarte, dazu zählt. Es darf genäht, aber auch gestickt oder gehäkelt sein, textiler Schmuck oder Knöpfe würden sich qualifizieren oder auch Nadelhefte. 
Naja, Nadelhefte sind nun schon das ganze Jahr 'mein Thema' und ungefähr 30 verschiedene Exemplare finden sich unter dem Label "Nadelbrief". 
Eine andere, verwandte nähtechnische Kleinigkeit ist mir zum Thema Miniatur aber  eingefallen: das bottlecap pincushion.

Ein Nadelkissen, das auf der Basis von Flaschendeckeln, Borten und etwas Stoff gefertigt wird. Eine kleine Handarbeit für die kühlen Abende auf dem Sofa.

Ausgangsmaterial sind Flaschen- oder Tetrapackdeckel, ein bisschen Filz für den Boden, ein Stück Borte, passender Stoffkreis, ein Stück Gardinenbleiband oder ein Stück Gummi, falls es für den Finger sein soll, und Näh- oder Stickgarn.

Die Borten sollten etwa so breit sein wie der Rand des gewählten Deckels, schmalere Borten kann man aber auch verbreitern, indem man sie vorher auf ein Stück Filz aufnäht. Die alten Borten sind in der Regel durchgewebt und haben einen feinen Webrand auf beiden Seiten, was mir meist besser gefällt. Heutzutage sind sie aber schwer zu finden oder entsprechend teuer.


Moderne Borten sind farbenfroher und vielvältiger in der Motivwahl. Hier sind die Ränder aber 'abgeschweißt', da die Bänder meist aus Polyestermaterial bestehen. Die Kanten sind entsprechend härter. Das Nähgefühl ist dabei ein anderes, funktioniert aber auch.

Ich wollte hier einmal meine Nähschritte zeigen und habe mich für eine moderne, dunkelblaue Borte und einen größeren Deckel für ein Stand-Nadelkissen entschieden. Man kann diese Art Nadelkissen auch als Ring-Nadelkissen machen, dann nehme ich aber kleinere Deckel als Basis.

Für den Boden fixiere ich ein Stück Filz mit Klebestift auf dem Deckel und schneide drumherum den Kreis aus.

Dann lege ich mein Stück Borte, mit der linken Seite außen, um den Rand und messe so den benötigten Umfang plus Nahtzugabe ab, indem ich die Borte feststecke. Den Ring wieder abnehmen und die Naht von oben nach unten zunähen. Das Nähgarn sollte so lang sein, dass man damit im Anschluss auch gleich den Bortenrand an den Filzboden nähen kann. Also nicht abschneiden, sondern hängen lassen, während man das Bortenteil auf die reche Seite wendet.

Die Nahtzugaben legt man am besten auseinander auf beide Seiten und stülpt den Bortenring dann, mit der schönen Seite nach außen, wieder auf den Deckel.

Als Verbindungsstich zwischen Boden und Rand hat sich ein Langettestich bewährt, den man einfach in der Runde arbeiten kann und der auch eine schöne Borte bildet. (Bei den dunklen Stoffen kann man das nicht so gut sehen.)

In das Bodenteil kommt dann eine Schnecke aus Gardinenbleiband zum Beschweren. Wahrscheinlich kann man auch etwas anderes nehmen, bei mir lag aber noch Material herum und das ist ja bestes Recycling. Für Gardinen verwende ich das nicht mehr.
 
Für die obere Hälfte schneidet man sich einen Stoffkreis aus (für große Deckel ca. 10cm Durchmesser) und reiht ihn mit einem reißfesten Faden (Quiltgarn) rundherum ein. Bevor man den Kreis zuzieht, kommt die Füllwatte bis zur gewünschten Härte hinein. Ich nehme gerne Rohwolle, weil es sich gut anfühlt und das Wollfett später auch die Nadeln noch gut schmiert.

Der zugezogene Kreis bildet dann eine kleine Kugel, die man kopfüber in das Bodenteil steckt. Das Nähgarn benutze ich auch oft noch zum Annähen, weshalb es gerne hängen bleiben darf.


Fixieren mit Stecknadeln ist hilfreich, ein einfacher Rückstich ist gleichzeitig Befestigung und Verzierung für den oberen Bortenrand. Ich habe zusätzlich noch einen Knötchenstich darauf gesetzt.

 
Und fertig ist das Miniatur-Recycling-Nadelkissen, bereit für den ersten Einsatz. Auch ein nettes Geschenk für eine/n Nähfreund/in.

Als Ringversion kann man mit dem Locher zwei Löcher in den Deckel machen (wie beim gelben Deckel auf dem zweiten Bild) und vor dem Verbinden ein Gummiband oder Gummikordel durch die Löcher ziehen. Das Bleiband lässt man dann weg, der Rest wird genäht wie beim Standnadelkissen.

Wie man sieht, habe ich noch eine kleine Kollektion, weil es eine Abwechslung zum Stricken oder Quilten ist, und weil meine alten Borten so ein zweites Leben bekommen.

Als Extra zum Miniatur-Sonntag möchte ich noch meine zwei Mini Stickereien anfügen. Sie sind schon ewig alt und heute würden es meine Augen auch nicht mehr so einfach mitmachen. 



Gestickt habe ich auf Nessel mit 2x2 Fäden als Maß für das Zählmuster. Der Greif ist eine Stecknadel hoch und zwei Stecknadeln breit (3 x 6cm). Das Folkoreherz war ein Geschenk für meine Schwiegermutter.
 
Karen sammelt heute all die feinen Miniaturen, in die ich mich einreihen möchte.

Im nächsten Monat wird es bei den Stoffspielereien "Handgewebtes" geben, ohne bestimmte Größenvorgabe. Webrahmen hätte ich, aber selbst das läst sich ja improvisieren.


Die Stoffspielereien
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

27.10.2019: "Handweben" bei Schnitt für Schnitt http://schnittfuerschnitt.de/ 
24.11.2019: "Nähen auf Papier" bei Nähzimmerplaudereien https://naehzimmerplaudereien.com/

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach eine Mail oder einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein - ganz persönlich und individuell.


Donnerstag, 27. September 2018

wake me up before september ends

Ein Tee und ich - da gibt es viele Geschichten aus dem Teekästchen zu erzählen. Deshalb habe ich mich auch gefreut, als ich vom Mustermittwoch September-Motto: Tee gelesen habe. 
Mit Tassen beschäftige ich mich zeichnerisch schon seit einiger Zeit (vor allem in diesem Müller'schen Leporello), 
 
Eine Skizzenseite einmal größer gezeigt

Teekannen besitze ich in (fast) allen Farben und Tee trinke ich seit der Kindheit zu jeder Jahreszeit. Wahrscheinlich habe ich daher auch meine 'Gemütlichkeit', die meine Musterei bis in die letzte Septemberwoche hinausgetrieben hat. Da musstet ihr nun wirklich abwarten und Tee trinken. Sorry.
 
Im Skizzenbuch kann man auch interessante Teebeutel festhalten.

Aber es ist etwas herausgekommen und sogar auch etwas, was schon in den nächsten Monat gehören könnte. Wenn ich da nicht eine Ahnung gehabt habe.

Ich beginne mein Mustern ja oft mit einer Recherche, und den Anstoß für meine Suche gab diesmal ein Tassen-Meeting an einem unserer Quilt-Nähwochenenden im Sauerland.

Teatime in blau, das Muster der mittleren Tasse war schon beim 'Blättermuster' zu sehen
Drei Frauen - drei blaue Tassen, zwei mit ähnlichem Muster oder doch dem gleichen? War das das 'Zwiebelmuster' oder das 'Strohblumenmuster'? Da musste ich mich kundig machen.

Es läuft unter dem Namen 'Friesisch Blau' oder auch 'Blau Sacs' (weil es aus Sachsen kam) und es gibt inzwischen viele Variationen.  Die beiden Tassen oben zeigen wohl die bekanntesten. 
Eine ganz andere, frische Interpretation, die mich auch seit langem fasziniert, ist die von Royal Copenhagen. Die Dänen sind ja bekannt für ihr famoses Design und ich habe versucht, es zeichnend zu 'verstehen', um vielleicht mein eigenes Muster daraus zu entwickeln.

Da war es noch sonnig draußen und blauer Himmel, und doch konnte ich (wie Michaela) die roten Hagebutten am Wegrand nicht übersehen. Dick und saftig hängen sie bei uns an den Büschen, in großen Bögen wie die Blumen auf den Teetassen. Ein anderes Studienobjekt.


Daraus ließ sich etwas machen, ein Moosgummistempel zu Beispiel. Ergänzt mit Finelinerstengeln und Blütenständen tanzen sie einen Reigen auf dem Papier. (wem da nicht 'Ein Männlein steht im Walde' einfällt ...)


Aber eigentlich hatte ich ein richtiges Teetassen-Design im Sinn und das habe ich zuerst an einer geschenkten Werbetasse ausprobiert, mit Porzellanmalstift und -farben und Pinsel.
Ich trinke nämlich gerne schwarzen Tee und hatte mir vor einiger Zeit Tassen für die Zubereitung von Ostfriesentee besorgt (die Tasse in der zweiten Zeichnung oben). 
Die sollten heute bemustert werden.


Zuerst mit dem Stift gezeichnet und dann farbig coloriert. Nach dem Trocknen und Brennen sind die Farben sogar spülmaschinenfest. Beim nächsten Kuchen wandern die Teile mit in den Ofen, dann werden wir ja sehen. Den Trinkbereich soll man aussparen, weshalb die Hagebutte innen auf der Gegenseite auftaucht.



Und ganz nebenbei habe ich die Brücke zum Oktober-Musterthema: Früchte des Herbstes geschlagen. Da kann mein Service nun wachsen und ein paar stoffliche Ergänzungen bekommen. Da hab' ich auch schon eine Idee und den festen Entschluss, nicht wieder so zu trödeln.

Was das Tee trinken angeht, gehöre ich übrigens zur 'mif'-Fraktion, also milk-in-first. Dann schmeckt der Tee cremiger. Was die tif- Fraktion (tea-in-first) nicht überzeugt. Die Engländer haben sowieso eine ganz spezielle Teezeremonie, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Nun doch noch schnell einen Sprung zur Tee-Musterliste, bevor die Zeit um und der Tee zu kalt ist.

Euch ein sonniges Septemberende.

Sonntag, 6. Mai 2018

Sonntagsplausch - Blick ins Sketchbook

Nachdem es zeitlich nicht für den Freitag-Freutag-Beitrag gereicht hat, beflügelt mich heute der frische Sonntagmorgen und ruft nach einem Update-Plausch.

Draußen zwitschert die Vogelwelt um die Wette, drinnen freue ich mich über zwei besonders pfiffige Vögel, die kürzlich ganz überrraschend zu mir geflogen kamen .  

Carola und Elvira sind der Frühlingsboten-Aufforderung auf dem PostKunstBlog gefolgt und haben nicht nur mich mit tollen Karten überrascht. Große Freude. 
Doppelte Freude, denn beide haben auch beim Wettbewerb teilgenommen und etwas gewonnen. Meine Glückwünsche!
 
Ich habe zwar das Collagenbuch hier im Regal, nur zum Gestalten vom Karten bin ich nicht gekommen. Mein Fokus lag in den letzten zwei Wochen auf einem anderen Projekt. Bei Karen Abend hatte ich einen 'Sketchbook Revival' Kurs gefunden, dem ich konsequent gefolgt bin. Karen hat hier über 12 Tage 23 ganz unterschiedliche Künstler zu ihren Sketchbook Gewohnheiten befragt und für jeden Tag 2 Sessions zusammengestellt. Online und ganz umsonst. Eine Mischung aus Motivationstraining und Techniken, Collagen und Comics, Natur und Abstraktem.
Normalerweise schaffe ich es nicht, solchen 30-Tage oder Jahresprojekten bis zum Ende zu folgen, aber 12 Tage schienen mir machbar. Und tatsächlich habe ich jeden Tag etwa 2x 50 Minuten Video geschaut und habe versucht, gleichzeitig die Anleitungen mitzumachen. Nicht alle Seiten sind schon voll, aber das Programm ist noch bis zum 18. Mai offen. Zeit für einen zweiten Blick und Ergänzungen.
Wer also selbst noch reinschauen will, kann sich noch über die Webseite anmelden.

Als Sketchbook habe ich ein altes, selbstgebundenes Buch im A6 Format aktiviert, denn in der ersten Session kommt auch Buchbinden vor. Wie praktisch. Das Büchlein hat 2 unterschiedliche Papiere und manchmal habe ich einfach dickere Blätter eingeklebt. Vor allem wenn es um Nasstechniken ging.
Wollt ihr mal reinschauen? 

Doodeling ist immer ein guter Anfang, wenn man sich warm machen will.
Gekritzelte Blattseiten als Hintergrund, kombiniert mit Gesso und Collagen.
Manchmal entwickeln sich nach und nach ganze Geschichten.

Auch wie man Mandalas zeichnen kann, ist ein Thema. Guter Mustermittwoch Nachtrag.
An einem Tag stand die Aquarelltechnik auf dem Plan, mit der man die Natur (Frühlingsbäume lassen grüßen) prima festhalten kann.
Auch mit dickem Markern haben wir gespielt und verschiedene Ideen für das Zeichnen des Datum bekommen.
Eine Session von Danny Gregory wird mich nun länger begleiten. Er ist ja ein freudiger Verfechter des 'Alltags-sketchens', also 'Zeichne alles, was dir unter die Augen kommt'.
Jeden Tag. Aus Gewohnhheit. Mit meinem Schlüsselbund habe ich angefangen.

Aber täglich begegnet mir ganz sicher  noch eine anderer Gegenstand: eine Tasse. 
Mein Revival-Sketchbook hat nun eine kleine Schwester bekommen. Schon Ma Umschlag ist unschwer zu erkennen, dass als tägliche Aufgabe nun eine Tasse auf meiner Liste steht.

Ein Leporello-Büchlein mit original Müller'schem Einband.

Für 30 Exemplare habe ich Platz. Mal sehen, ob es zur Gewohnheit wird. 
An Zeichenmaterial sollte es nicht fehlen. In meinem Schrank schlummern noch viele Tassen, die gerne mal ans Licht kommen möchten. 

Auf alle Fälle bleibe ich nicht durstig, bei diesem wunderbaren Frühlingswetter.
Hoch die Tassen!!

 

Donnerstag, 8. Juni 2017

Minibücher 5 und 2x10 (FrühlingsMailArt)

In unserer Gruppe sind die Termine für die MailArt Büchlein ein bisschen drucheinandergekommen, aber bis auf einen letzten Nachzügler sind inzwischen alle eingetroffen. Plus ein Extra!

Da fange ich von hinten an, mit der Nr. 10 'Wachsen' von Lisa und der Extra Nr. 10 von meiner Namensvetterin El(v)i(ra). Zwei ganz unterschiedliche Ansätze, die sich wunderbar ergänzen.
Lisa kam ganz ohne Worte aus, zeigte in zarten, handgezeichneten Bildern das Frühlingswachsen. Die kleine Meditation zwischendurch! Danke, Lisa.
 
Eli dagegen, hat sich ganz auf die Macht der Worte eingelassen und sie vielschichtig in Szene gesetzt. Ihre Mal- und Schreibtechnik beschreibt sie anschaulich auf ihrem Blog. Faszinierend! Ein besonderer Dank auch in den Norden.

Ein Nachzügler von Annette (ohne Blog), Nr.5, kam dann doch noch an, ganz poetisch und  als Querformat. In frühlingsfrisch bedrucktem Bücherleinen und mit einem eigenen Gedicht gefüllt. Herzlichen Dank für die feine Arbeit, Annette.


So schließt sich vorerst die Bibliothekstür der MailArtPost. Einer fehlt ja noch ...

Die Linkliste ist aber noch offen, zum Stöbern, auch im Sommer.