Samstag, 27. Juni 2026

Stoffspielereien - Tierisch(es)

Der Juni hat sich entschieden, extrem sommerlich zu werden und wir tragen derzeit alle Sorge, dass wir genug trinken, immer im Schatten oder im Haus bleiben und die Hitzewelle gut überstehen. Und wir denken auch an alle Tiere, die sich nicht selbst versorgen können, draußen im Garten, im Haus und heute speziell in unserer Nähstube.
 
"Tierisch" ist das Stoffspielerei Thema in diesem Monat und es ist wohl das erste Mal, dass ich von einem missglückten Flug- bzw. Nähversuch berichten kann, und wie ich doch noch einen "großen Fang" gemacht habe.
 
Ich freue mich, wieder Gastgeberin sein zu dürfen und stelle hier gerne die Sammlung der anderen Teilnehmerinnen zusammen.
 (Wie immer genügt ein Link zu eurem Beitrag in den Kommentaren, um auf die Liste zu hüpfen)
  •  Tyche‘s touch gestaltet einen Nachtschwärmer, Tagfalter und beginnt eine maritime Holbeinstickerei
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Mein Ansatz für die tierische Stoffspielerei einer Eule geht zurück auf ein Buch, das ich seit langem im Regal habe und endlich ein Modell ausprobieren wollte. Hier werden Wald- und Wiesentiere aus einer Mischung aus verfilzten Strickwaren (wie alten Pullovern) und Baumwollstoffen mit einem rustikalen Touch, überwiegend von Hand genäht, gezeigt. 
Ich hatte zwar unlängst meine alten - und dafür vorgesehenen - Pullover doch entsorgt ("diese Tiere mache ich ja doch nicht mehr"), aber von Gabi - langer Faden kamen vor Kurzem unverhofft schöne, dünne Wollstoffmusterstücke bei mir an, die meines Erachtens auch gut dafür geeignet waren.

Die Schnittteile für eine große Eule waren schnell herausgepaust und eine feine Stoffkombination ausgewählt. Zuerst wird die Körpergrundfigur genäht und ausgestopft und dann die Applikationsteile und Stickereien angebracht. Soweit so einfach.
 

Der Boden war schnell geschlossen und eine Kiste mit Materialien bereit für das Sticheln auf dem Sofa. In der Anleitung stand, dass alle Teile inklusive Nahtzugabe sind, nur dass mir beim Anbringen des ersten Flügels schon Zweifel über die Größe aufkamen und erst recht beim Gesichtsteil.

Viel zu groß! Nachschneiden oder neu schneiden? Nach zwei Tagen lustloser Bedenkzeit habe ich beschlossen, dass ich weder - noch mache und diese Spielerei nicht vollenden werde. Wohl das erste Mal in meiner Teilnahmegeschichte. Das war letzte Woche. 
 
Ich weiß, dass wir hier auch über unsere missglückten Projekte berichten dürfen, aber irgendwie war mir das doch zu wenig. In so einer Situation hilft meist ein Blick in "das Meer der vergangenen Ideen" und so habe ich mich kurzerhand als Fischerin betätigt:  Fische aus Leinenresten sollten es sein. Das war auch in kurzer Zeit und bei sommerlichen Temperaturen ohne lange Maschinenzeit machbar, und auch schon lange auf der "Wunschliste"
 

 
Für die Fischformen braucht man eigentlich keine komplizierten Schablonen und zwei Stoffe für Kopf und Körper sind schnell mit der Maschine zusammengesetzt und aufeinandergenäht. Die Kurven schneidet man an den Nahtzugaben am besten vor dem Wenden ein, dann legen sich die Nahtzugaben geschmeidiger in die Rundungen. Hilfreich sind zum Wenden von schmalen Teilen auch ein Trinkhalm und ein Essstäbchen (wenn es interessiert, ergänze ich gerne diesen Trick noch).
 
Dann die Fische mit Füllmaterial stopfen und die Wendeöffnung unsichtbar schließen (meine Öffnungen sind alle am Bauch, das schien mir authentisch). 
Zum Sticken habe ich dünnes Perlgarn benutzt und mich nach und nach an verschiedenen Verzierungen versucht. Beim bauchigen Fisch (oben) kam schon eine etwas vereinfachte Seitenflosse dazu, die später mit einer Borte aufgehübscht wurde.
 
 
Nach der blauen Serie kam ein gelb-orangerner Schwarm angeschwommen, bei dem auch meine alten kleinen Holzperlen endlich einmal zum Einsatz kamen.


Der große runde Fisch (oben) bekam zusätzlich eine Bauchbinde, unter die ich bequem die Seitenflossen einfügen konnte.
 


 Zwei besondere Exemplare sind die Regenbogenforelle und der kleine Gestreifte.
 
 
Als Augen dienten flache Holzscheiben mit Glasperlen oder Knöpfe.


Die Schwanzflossen sind meist gerade oder mit einem Bogen oder einer Borte versehen.
 

So bin ich am Ende doch ganz zufrieden mit meinem "Fang" und hatte eine fröhlich inspirierende Beschäftigung an den Sommerabenden.

Wir begeben uns damit in die Sommerpause, an den luftigen Strand oder in die kühlen Berge und sehen uns Ende September bei Tyche's Touch wieder.

 
Bleibt gesund und gute Erholung!
 

Die Stoffspielereien

Bist du auch eine Stoffspielerin?

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Machst du nächstes Mal mit?

Stoffspielerei-Termine 2026:

Juli und August: Sommerpause

27.09.2026: „Die Kunst des Weglassens“ bei Tyche's Touch

25.10.2026: „Schablonieren“ bei Siebensachen zum Selbermachen

29.11.2026: „Teppiche“ bei made with Blümchen





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