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Was man mit EPP alles machen kann
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Wenn man in diesem warmen Mai ein textiles Projekt auf dem Sofa arbeiten wollte, musste es ein kleines, kühles Projekt sein, kein dicker Wollpullover.
Wie praktisch, dass uns Ute von 123 Nadelei aufgefordert hat, ein Handnähprojekt in der Englischen Papier Methode als Stoffspielerei zu erforschen.
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Mein allererster Kontakt mit Paper piecing wurde zum Nadelheft
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Ich habe mich gefreut, als das Thema Anfang des Jahres auf der Liste erschien. Denn auch wenn ich schon einige Projekte in dieser Technik gearbeitet und vorgestellt habe, wie den "Seven Sister" Quilt beim Thema "Handnähen" hier und ein "Libellchen" beim Thema "Ornament" hier, ist es doch eine gute Gelegenheit, seine Kenntnisse zu erweitern und an neuen Ideen zu tüfteln. Vor allem bleiben ja auch immer "Restbestände", an die man anknüpfen und die man quasi vollenden kann.
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Rückseite des "Chapman Überwurfs" von ca 1830, Foto aus dem Katalog zur Ausstellung "Quilts 1700-2010" im V & A in London
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Um exakte Patchworkmuster zu erstellen, hat man früher wie heute gerne Papierschablonen benutzt, anhand derer man die Nahtlinien auf der Rückseite der Stoffe markiert hat, um dann die einzelnen markierten Stoffteile mit Nahtzugabe auszuschneiden und entlang der Nahtlinien von Hand zusammenzufügen. Der Vorteil hierbei ist, dass man nur eine Schablone für alle Teile braucht.
Eine andere beliebte Methode war und ist, den Stoff über eine Papierschablone zu heften und die so geformten und fixierten Teile mit Überwendlichstich aneinander zu nähen. Dazu braucht man pro Teil eine Papierschablone, die am Teil verbleibt, da das Papier erst nach dem Zusammennähen eines größeren Stückes herausgenommen und für den neuen Stoffbezug wieder verwendet werden kann. Außerdem braucht man viele, exakt gleiche Schablonen.
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Sechseck-Schablonen aus dem Überwurf zeigen die Vielfalt der verwendeten Papiere, aus dem o.g. Katalog
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Heutzutage ist das kein Problem, es gibt Papier im Überfluss und mit einem Drucker oder Kopierer ist das exakte Kopieren einfach zu erreichen. Im 19. Jahrhundert aber wurde Papier noch handwerklich hergestellt und jedes Stück wurde sorgsam gehütet und hier auch für Schablonen genutzt. Im unvollendeten "ChapmanÜberwurf" fand man Schablonen, die aus Kinderschreibheften, Rechnungen, Briefen und Zeitungen geschnitten wurden. Ein wunderbares Zeitdokument.
Was sich bei mir gesammelt hatte, sind Rhomben als Überreste des "Seven Sister" Quilts. Meine Papierschablonen waren damals aus Kopierpapier (ich habe einfach 60° Rastervlies auf dem Kopierer vervielfältigt), das gut geeignet war, um den Stoff durch das Papier zu heften. Der Nachteil des dünnen Papiers und dieser Technik ist, dass man beim Zusammennähen die Kanten des Papiers manchmal durchsticht und damit für den nächsten Einsatz schwächt bzw. unexakter macht. Und außerdem muss man alle Heftfäden wieder entfernen, bevor man die Schablone aus dem Stoff herausnehmen kann.
Beim Sechseckquilt von 2023 hatte ich deshalb schon auf die "Lieseltechnik" beim Heften umgestellt. "Erfunden" von Liesel Niesner, heftet man dafür den Stoff nicht durch, sondern nur über die Kanten der Papierschablone, die dann allerdings fester sein sollte (ich habe 160g/m2 Papier zum Drucken im Kopierer benutzt). Der Faden kann dann nach dem Zusammennähen der Teile im Stoff verbleiben und die Kanten des festeren Papiers nehmen weniger bis fast gar keinen Schaden.
(Technische Anmerkung: beim Heften sollte man die Richtung des Heftens so legen, dass sich der Faden in den Ecken kreuzt, also wie beim Hexenstich. Dadurch werden die Seiten besser miteinander verspannt.)
Die Papiermethode eignet sich sehr gut für Muster, die eine Y-Naht erfordern, also alle 60° oder 30° Muster wie Sechsecke oder Dreiecke oder Trapeze, wie bei meiner neuen Quiltidee. Ich wollte nämlich mit halben Sechsecken arbeiten und ein Muster namens "Inner City ausprobieren. Trapezförmige Teile werden dabei so angeordnet, dass sich Y-Formen bilden, die durch die Tonwertanordnung räumlich wirken.
Mit meinem Handnähköfferchen habe ich es mir auf dem Sofa gut eingerichtet. Viele Hilfsmittel braucht man ja nicht. Überzogenen Büroklammern halfen mir, die Stoffe auf den Schablonen zu fixieren, bevor ich sie angeheftet habe.Bald hatte ich eine Kiste voll, vier verschiedene Farben habe ich mir für den Anfang vorgenommen. Garnicht so einfach, immer drei verschiedene Schattierungen zusammenzustellen. Ich habe beim Kombinieren die Stoffe bewusst gemischt und nicht je zwei Gleiche für einen Tonwert vorgesehen.
Und dann war da noch die Frage der Reihenfolge des Zusammennähens: Erst die jeweils gleich getönten Teile mit der kurzen Seite aneinander nähen oder jeweils paarweise die Teile an der langen Kante?
Bei der ersten Variante ist es einfacher, die jeweils stimmigen Farbtöne zu kombinieren. Das ergibt am Ende einen besseren Übergang für die optische Wirkung.
Nächste Frage: sollen die Blöcke durch kleine Würfeleinheiten und in welcher Farbe aufgelockert werden?
Wenn die Blöcke Ton-inTon bleiben würden, könnte das funktionieren. Bei meiner bunten Farbmischung kann ich mir Bauklotzblöcke am besten in grau-schwarzen Schattierungen vorstellen. Das wirkt beruhigend.
Soweit bin ich nun also gekommen. Die Blöcke haben eine Ausdehnung von ca. 13x13cm und wieviele ich davon für eine Decke brauche, habe ich noch nicht ausgerechnet. Wenn der Juni so warm wird wie der Mai, werden wohl noch einige Abende ohne Stricken vergehen und mein Projekt weiter wachsen.
Für heute lehne ich mich erstmal zurück und freue mich auf die Papiermodelle der Mitspielerinnen. Ute sammelt heute alle Beiträge und freut sich, wenn Ihr mal reinschaut und einen Kommentar oder eine eigene Spielerei hinterlasst.
Im nächsten Monat geht es um "Tierisches" und ich werde als Gastgeberin nächste Woche ein paar Ideen und Anregungen in den Blog stellen.
Sonnigen Sonntag wünsche ich Euch.
Die Stoffspielereien
Bist du auch eine Stoffspielerin?
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen
für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht
ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus
vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede
Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema
inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast
bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus:
Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im
jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des
Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.
Machst du nächstes Mal mit?
Stoffspielerei-Termine 2026:
28.06.2026: „Tierisches“ bei zwisch-en-durch
Juli und August: Sommerpause
27.09.2026: „Die Kunst des Weglassens“ bei Tyche's Touch
25.10.2026: „Schablonieren“ bei Siebensachen zum Selbermachen
29.11.2026: „Teppiche“ bei made with Blümchen
liebe Elvira, danke für die wertvolle und schöne arbeiten mit dieser technik, die mir 100% fremd war, und sehe nun wie man die säume leichter und besser machen kann * das nadelheft hat suesse stoffe zusammensetzung und die überstickung der ränder gefällt mir gut ! das kombinieren der teile (nach soviel zeit und nähen) ist bestimmt ein herrliches moment !
AntwortenLöschenliebe grüsse
mo
Liebe Ute, Dein Projekt sieht sehr vielversprechend aus, das Zusammenstellen der Stoffe gehört doch mit zum Vergnügen. Die Frage, in welcher Reihenfolge genäht wird, habe ich mir auch gestellt, deshalb die Teile auf den Papierentwurf gesteckt - und trotzdem Fehler gemacht! Die Ecken mit Hexenstich zu fixieren ist ein guter Tip, danke.
AntwortenLöschenLiebe Grüße von Tyche
Da ist ja bei Dir auch einiges zusammen gekommen mit der Zeit. Es freut mich, dass Du auch kleine Projekte fürs Nähzimmer zeigst. Es muss ja nicht gleich ein großer Quilt mit kleinen Teilen sein. Die 3D-Anordnungen faszinieren mich auch. Da benötigt man sicher Stoffauswahl für die Schatten-Effekte.
AntwortenLöschenLG Ute
O je, stelle soeben fest, ich habe Dich mit falschem Namen angesprochen, bitte um Entschuldigung. Tyche
AntwortenLöschenDa haben wir anscheinend beide zur Inspiration im gleichen Buch geblättert. Und uns doch unterschiedliche Beispiele aus dem Buch genauer angesehen. Deine Spielereien mit den halben Sechsecken finde ich sehr interessant, ich mag diese geometrischen Spielereien. Für deine bunten Teile finde ich die Variante ohne Würfel dazwischen besser. Für die Variante mit Würfeln dazwischen eignet sich eine farblich eintönigere Palette besser, wie man auch bei deinem Beispiel mit den blaugrauen Stoffen gut sehen kann.
AntwortenLöschenLiebe Grüße heike
Danke für Deine fundierten Hintergrundinformationen und detaillierten Beschreibungen wie die der Papiergrammatur oder der Heftrichtung - ich finde das immer sehr hilfreich, wenn man etwas mehr über eine Technik lernen möchte. Die 3-D-Wirkung finde ich toll, das wird ein beeindruckendes Patchwork! Liebe Grüße!
AntwortenLöschenDein Muster Inner City finde ich sehr schön und ich mag die bunten Farben. Die 3-D Wirkung fasziniert mich immer wieder, aber ich finde es schwierig die Stoffe in den richtigen Farbwerten auszusuchen, man braucht halt eine sehr große Auswahl. Ich nehme für meine Schablonen Druckerpapier mit 120g/qm, für mich ist das steif genug.
AntwortenLöschenLiebe Grüße Gabi
Diese räumlichen Varianten haben mich schon immer fasziniert, sehe es aber eher als Kunstobjekt und nicht als funktionales Nutzstück. Zu intensiv ist der Ausdruck. Die Stoffe dafür sind sehr gut gewählt!
AntwortenLöschenViele Grüße, Karen
Wow, sehr schön. Ich sehe, mit Paperpiecing kann man weit gehen. Mir gefallen das Nadelkissen und das Körbchen aus Hexies sehr gut. Das wäre für mich schon genug Herausforderung für eine Weiterentwicklung meines Übungsstücks. Eine gute Woche wünsche ich dir. Liebe Grüsse von Regula
AntwortenLöschenSehr schön, deine Zusammenfassung zu lesen. Die 3D-Optik, die man mit geschicktem Anordnen von Farben erreichen kann, fasziniert mich und würde genau in meine Art des Patchworks passen. Das sollte ich mir für die Zukunft vornehmen.
AntwortenLöschenLG
Beate
Ich stelle mir gerade Historiker vor, die minutiös alte Decken auftrennen, die Papiere herausholen und zusammenpuzzeln...Das wäre doch mal eine Idee, Rätsel für die Zukunft in der eigenen Handarbeit zu verstecken!
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