In der kalten Jahreszeit sitzt man gerne in der warmen Stube und schmökert in einem guten Buch. Das ist auch bei textilen Künstlerinnen nicht anders und so manche neue Inspirationsquelle mag über Weihnachten noch dazugekommen sein.
Gabi vom Blog "Langer Faden" hat uns eingeladen, einmal in unseren (alten) Büchern zu stöbern und lange geplante Projekte aus Büchern nun endlich in die Tat umzusetzen oder gar eine gute Geschichte textil neu zu erzählen.
Für diese erste Stoffspielerei des Jahres habe ich meine textilen Bücher gesichtet und überlegt, aus wievielen der Bücher ich schon gewerkelt habe. Im Fundus sind überwiegend Bücher zum Thema Patchwork und Quilten, aber auch zum Färben und Drucken, zu verschiedenen Sticktechniken, zum Filzen, Stricken, Häklen und einige zum Kleider nähen. Alles in allem würde ich sagen, dass ich aus 75% der Bücher schon mindestens ein Teil umgesetzt habe. Das ist eigentlich nicht schlecht. Manche Bücher sind auch 'nur' zur Inspiration und Nachschlagewerke, die ich häufig in der Hand habe und insofern auch benutze.
Für mein Januarprojekt bin ich auf ein altes UFO von 2012 zurückgekommen, das ich mit einer Freundin zusammen aus diesem Buch erarbeitet, aber bisher nicht vollendet habe.
"Color and Composition for the creative quilter" von Katie Pasquini Masopust und Brett Barker
Es erläutert die verschiedenen Designelemente wie Linie, Form, Tonwerte und Farbe anhand von Übungen mit Stoff, ein Klassiker also.
Wir hatten und damals eine Übung zum Thema "Linie und Form" anhand eines Stilllebens ausgesucht und das wollte ich eigentlich mit Quiltlinien fertigstellen. Stattdessen habe ich die ganze Übung noch einmal nachvollzogen und eine neue Version auf meinem heutigen Stand des (auch Zeichen-)Wissens erstellt.
Im ersten Schritt nähert man sich der Komposition mit Papier und Stift und erstellt Blindkontur- und Konturzeichnungen. Dabei schaut man beim Zeichnen überwiegend auf die Objekte und nicht auf das Blatt und fährt mit den Augen das Objekt ab, während die Hand das Ganze auf Papier nachvollzieht und aufzeichnet.
So wird die Hand und das Auge geschult für den zweiten Schritt: die Elemente freihand mit der Schere aus Stoff auszuschneiden. Hier sollen gleichzeitig auch Tonwerte der Objekte und die Schatten mit eingehen, weshalb meine Stoffauswahl für die Farben des Obstes in hell-mittel-dunkel Kategorien eingeteilt ist.
Da die Stoffe später auf einen grauen Hintergrund appliziert werden sollen, ist angeraten, die Stoffe vor dem Schneiden mit Bügelvlies zu verstärken und zu hinterbügeln. Das habe ich dieses Mal nicht getan, was mir später beim Applizieren einiges an Gestaltungsfragen auferlegt hat.Die Stoffe sollten außerdem doppelt zugeschnitten werden, weil aus den gleichen Teilen zwei verschiedene Möglichkeiten der Komposition ausprobiert werden sollten: eine realistische und eine abstrahierte.
Dann also ran an die Schere und die Formen ohne Vorzeichnung, nur aufgrund meiner Beobachtung ausgeschnitten. Krumme, 'organische' Formen sind damit vorprogrammiert. Hier habe ich die Teile schon zu den einzelnen Formen zusammengelegt.
Die ganze Komposition zählt noch zu den 'realistischen', wirkt aber in dieser Ausführung schon ansatzweise 'abstrakt'.
Um ein Gefühl für mögliche Freihandquiltlinien zu bekommen, war die nächste Übung das Konturquilten des Stilllebens direkt auf Stoff. (Inzwischen war die Orange aufgegessen und durch eine Madarine ersetzt worden)
Und so habe ich die Linienverstärkung dann auf der Applikation umgesetzt. Da ich die Stoffstücke nur mit Sprühkleber haftbar gemacht hatte, waren die offenen Kanten nicht klebeschlüssig mit dem Untergrund verbunden, ein Problem. Ich habe beschlossen, mit wasserlöslichem Stickvlies zu arbeiten, das ich über meine Komposition gesteckt habe, und später auswaschen konnte. Einige Kanten blieben lose, weil ich dort keine Nählinien haben wollte.
Für den 'abstrakten Teil' konnte ich alle Teile frei kombinieren und nach einem bestimmten Schema anordnen wie z.B. vertikal, im Kreis, diagonal, symmetrisch etc.
Die erste Eingebung ließ mich die Elemente gruppieren und dann im Kreis anordnen wie einen Strauß Blumen oder eine Art Mandala. Doch dann wollte ich die Früchte lieber marschieren oder tanzen lassen und habe sie horizontal angeordnet.
Zum Sticken - freihandquilten habe ich diesmal verschiedene farbige Garne gewählt und hier kann man auch das Stickvlies auf der Applikationsteile erkennen.Für den Hintergund hatte ich noch keine Idee, aber zum Spaß habe ich meinen Früchtchen Augen gegeben, die mich nun für die nächste Stoffspielerei fröhlich stimmen.
Denn dieses Jahr sind wieder äußerst spannende Themen auf unserer Liste, auf die ich mich schon freue. (Im Buch gibt es auch ein Kapitel über Hell und Dunkel, was ja im Februar angeret wird. Wer weiß, vielleicht schaffe ich das ganze Buch bis zum Ende des Jahres?)
Heute sammelt Langer Faden alle unsere Buch-inspirierten Werke, schaut auch mal rein.
Und wer gerne sehen möchte, wie diesselbe Übung vor 14 Jahren ausgefallen ist, mit anderen Stoffen und noch immer ohne Quiltlinien, hier bitte.
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für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht
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Stoffspielerei-Termine 2026:
25.01.2026: "Ein Buch als Inspiration" bei Langer Faden
22.02.2026: „Licht & Dunkelheit“ bei HeyyOskar
29.03.2026: „Taschen“ bei Petersilie und Co
26.04.2026: „Altes in Neuem“ bei feuerwerk by KaZe
31.05.2026: „Englisch Paper Piecing“ bei 123-Nadelei
28.06.2026: „Tierisches“ bei zwisch-en-durch
Juli und August: Sommerpause
27.09.2026: „Die Kunst des Weglassens“ bei Tyche's Touch
25.10.2026: „Schablonieren“ bei Siebensachen zum Selbermachen
29.11.2026: „Teppiche“ bei made with Blümchen
Dezember: Winterpause