Mittwoch, 30. September 2015

Streifzüge 2, 3, ... oder - ich war dann mal weg

Als ich dem letzten Blogeintrag den Titel Streifzug (1) gegeben habe, tat ich das im Wissen, dass im September noch einige mehr folgen würden. Was ich aber nicht bedacht habe, war, dass mir zwischen den Touren keine Zeit bleiben würde, hier davon zu berichten. 
So ist nun eine laaaaange Schreibpause auf dem Blog, in der jedoch viel passiert ist. Zeit also, am letzten Septembertag, die Erzählung nachzureichen und ein paar Impressionen von den Streifzügen zu zeigen.

Die Vorbereitung zum ersten Streifzug, ins Elsaß, hatte ich, ganz nach Art von Susannes 'Samstagskaffee mit Blick', mit einem Kaffeetassen-Bild (bei mir am Samstagnachmittag, da war die Tasse dann schon halbleer) eingeleitet. Die Idee war ursprünglich, die Tour auf 2 Rädern zu machen, aber da hat der Wettergott nicht mitgespielt.


Die Landschaft war trotzdem faszinierend (hier ein Ausblick von einer Paragliding-Startfläche) und wir haben die kurvigen Seitenstraßen auch mit dem Auto ausgiebig getestet. Außerdem kann man dort auch toll wandern und Essen gehen! 
Leben wie Gott in Frankreich eben.


Man braucht nicht viel für ein genussvolles Abendbrot.
Ein fester Programmpunkt war natürlich das European Patchwork Meeting in St. Marie-aux-Mines. In 4 kleinen 'Städtchen' werden dort jährlich in 20 verschiedenen 'Orten' Quilts und Textilkunst gezeigt, Stoffe und Zubehör verkauft und Kurse angeboten. Ein "Muss" für jede(n) Quilter(in)! Ich war dort zum ersten Mal und die Qualität der Ausstellungen von internationalem Rang war umwerfend.
Einen besonderen Reiz macht auch die Wahl der Austellungsorte aus, denn hier im Silbertal hängen die Werke in Kirchen, im Theater, in Gemeindehallen und gehen so ein Wechselspiel mit der Archtitektur und der Inneneinrichtung des Gebäudes ein.


Ein kleiner Naturquilt 'Boccioli di Rosa' von Catherine Tourel

Mein besonderes Highlight war, die Quilts von Fraser Smith im Original zu sehen. 
Das Besondere daran?  Sie sind alle aus Holz geschnitzt und bemalt, nicht genäht!!!
Unglaublich, oder?



Nach einer kleinen Koffer-Umpack-Pause ging der nächste Streifzug ans andere Ende von Deutschland, nach Hamburg. Die Entdeckung hier war ein Hotel der etwas-anderen-Art, die 'Superbude' St-. Pauli, eigentlich aber direkt im Schanzenviertel. Die Karte ist Teil der Wandverkleidung (Tapete würde es nicht ganz genau beschreiben), die aus großformatigen Zeitungsausschnitten besteht. So hat man immer was zu Lesen oder man nimmt ein Foto als 'mobilen Stadtplan', wie ich.



Überhaupt steckt das ganze Hotel voller witziger Gestaltideen, die man sich mal anschauen sollte, auch wenn man dort nicht übernachten will.


Unbedingt sehenswert ist auch ein Rundgang durch das Schanzen- und Karolinenviertel. Eine wunderbar anregende Vielfalt für das Auge. Auf Dauer würden mich die vielen Graffitis an den Häusern, die Aufkleber und Plakate wahrscheinlich deprimieren (eine neue Erfahrung über mich), aber es ist spannend zu sehen, wie  die unterschiedlichen 'Welten' in einer Großstadt nebeneinander leben können.

Ein Abstecher in ein eher 'konventionelles'  Viertel brachte uns nach Barmbek, zum Museum der Arbeit. Ich war zwar schon zwei Mal dort, zur BuchDruckKunst, der Norddeutschen Handpressenmesse, hatte es aber nie geschafft, mir auch das Museum einmal anzuschauen. Drucken, Stempeln und Buchbinden ergänzt ja nun seit einiger Zeit meine textilen Aktivitäten und hier kann man/frau selbst 'Hand anlegen', wenn man denn in Hamburg wohnt, was ich ja leider nicht tue. 
Maschine zur Fertigung von Holzlettern aus Birnenholz.
Als kleines Mitbringsel habe ich aber ein paar Buchstaben-Holzstempel im Karolinenviertel erstanden, die demnächst zum Einsatz kommen werden.

Ja, demnächst, im Oktober wird es wieder mehr von mir zu Lesen geben. Meine Kurse gehen weiter und einige andere Veränderungen in meinem 'Arbeitszimmer' werden mir die Umsetzung meiner schon-lang-im-Kopf-Projekte erleichtern.

Michaela hat gerade das Thema "Textiles" als Mustermotto ausgegeben und mit Susannes Papierliebe am Montag-Thema  'Orange' lässt sich da doch vieles ausdenken und vor allem ausprobieren.
Also: ran an die Farbtöpfe und Nähgarne.

Bis demnächst, bleibt mir gewogen!

Dienstag, 8. September 2015

Streifzug im September (1)

Man soll ja täglich 10000 Schritte tun ... nichts leichter als das!
Einfach auf dem Nachhauseweg vom Einkaufen einen extra Schlenker einbauen und wunderbares Fallobst finden. 



Herrliches Herbst-Grün für die Augen ... da ist der Geschmack auf der Zunge fast Nebensache.

Freitag, 4. September 2015

Sommerfrucht 2015: Finale

Gestern nun kam die letzte der acht Sommerfruchtkarten an und ich danke allen in meiner Gruppe für die reiche Ernte und den Spaß beim Öffnen und Entdecken!


Ist das nicht ein leckerer Anblick?

Mit der letzten Karte aus Graubünden wurde es noch einmal richtig spannend. 
Eine schwarze Karte mit weißen Beeren? ein 'Sammelsteinfrüchtchen'? mit dem man auch telefonieren könnte?
Auf der Rückseite war die Lösung in Form eines Volksmärchens beschrieben ... doch es dauerte ein Weilchen, bis wir auf die Lösung kamen (und ich muss zugeben, nicht ohne elektronische Hilfe), die ich  hier natürlich noch nicht preisgeben werde.  
Ein gelungener Abschluss, ein großes Danke an Grischarte!

Und auch an Frau Nahtlust (und Michaela und Tabea als Initiatoren) geht ein herzlicher Gruß und ein letzter Link in die Linkliste für diesen Sommer.
Nächstes Jahr bin ich gerne wieder dabei.
 

Donnerstag, 3. September 2015

Von gestern auf heute

So langsam verabschiedet sich der Sommer und man kramt wieder die langärmligen Sachen aus dem Schrank. Manches liebe Stück ist dabei wohl in der Hitze geschrumpft und kann 'ausgemustert' werden. Spontan traf es am Dienstag dieses Stück:


Und genauso spontan wurde es an einem Tag zu diesem neuen WoW-Begleiter, ein paar Nummern kleiner allerdings. Kombiniert mit den Bündchen eines anderen T-Shirts macht es sich nun als Pinafore (Schürzenkleidchen) auf den Weg zu seiner neuen Trägerin.


Ich hatte auch schon vergessen, dass sich auch der Rücken sehen lassen kann. 
Nun können die nächsten kühlen Tage kommen!
 

Freitag, 28. August 2015

Sommerfrüchtchen No7

Inzwischen sollten alle Karten in den jeweiligen Briefkästen meiner Gruppe angekommen sein. Zeit also für das "Making of" meiner Früchtekarte für die Sommer Mail-Art 15.


Zwetschge oder Pflaume? 

Auf diese Frage gibt es eine, wie ich finde, nachvollziehbare Erklärung, auch wenn die Namen in Nord- und Süddeutschland unterschiedlich verwendet werden.
Die Zwetschge (links) ist eher länglich und so ist auch ihr Stein, der sich leicht aus der Frucht lösen lässt. Die Pflaume dagegen ist rundlich. Der runde Stein geht schwerer aus der Frucht.

Meine Vorliebe gilt eindeutig der Zwetschge.
Stefanies Apfelkarte hat mich auf die Idee gebracht, mit der Zwetschge zu drucken. Zu meiner Überraschung kam beim Testdruck der Frucht direkt auf Papier (nur um mal zu sehen, wie die Form wird) bereits ein wunderbarer, lila geränderter Abdruck zum Vorschein! Schnell füllten sich damit ganze Blätter als Vorderseiten der Karte, die Umschläge und natürlich auch mein Mund. 
Essbare Druckstempel, welch ein Genuss!



Aber auch mit der Pflaume kann man das, was sie eindrucksvoll herzförmig auf der Rückseite der Karten beweist (wenn man ganz nah an die Karte geht, riecht man vielleicht noch etwas).


Die Zwetschge selbst zu drucken, malen oder zeichnen war schwieriger. Erste Versuche mit Acrylfarben haben mich nicht überzeugt. Vielleicht auch, weil meine Skizzen mit den Inktense Farbstiften schon so fruchtig waren? Diese Stifte sind einfach so vielseitig, dass ich dabei blieb, die Früchte einzeln in mehreren Lagen zu colorieren und anschließend mit dem Pinsel zu verwischen wie Aquarellfarben.


Der Stil wurde ein bisschen wie eine botanische Zeichnung, weshalb auch ein wenig Schrift dazu kommen sollte.

Das 'whimsy alphabet' aus dem Buch "Handlettering" von Marci Doley hatte es mir angetan und so kam meine 'Prunus domestica' zu einem Namensschild. Gemeinsam mit der Zeichnung fand es seinen Platz auf der Karte, geklebt mit dem wundervoll nach Mandeln duftenden italienischen Coccoina Kleber (er wird mit einem Pinsel aufgetragen).


Um meinen sinnlichen Genuss mit der Zwetschgenkarten-Produktion zu teilen, begleitet jede Karte eine kleine Rezeptnotiz für Kuchen und eine leckere Marmelade.


Ach, und was haben die Buchstaben auf dem Umschlägen zu bedeuten? 
Manche passen zufällig zu den Initialen der Empfängerinnen, aber eigentlich bilden alle zusammen das Wort 


Und nun geht die Geschichte auf die Reise zu Frau Nahtlust und den anderen Fruchterzählungen dieses außergewöhnlichen Sommers 2015.

Donnerstag, 27. August 2015

Muster-Mittwoch

oder: sind meine Hausschuhe Folkore?

Bei Michaela gibt es eine durchgehende Rubrik, den Muster-Mittwoch. Hier stellt sie, meist im wöchentlichen Rhythmus, Muster zu den unterschiedlichsten Inspirationen und Ideen vor und lädt dazu ein, selbst Gefundenes oder noch besser Er-Fundenes zu teilen.
Im Sommer war der Themenwechsel monatlich, August wurde als Folklore-Muster-Monat ausgerufen. Ein nicht ganz einfaches Thema, und wie sie selbst sagt "die bunte Grauzone zwischen Volkskunst und Kitsch."

Auf der Suche nach einer Antwort, was "Folklore" denn ausmacht und warum wir sie so schnell als "Kitsch" verstehen, bin ich über diesen Artikel in der ZEIT vom Mai 2014 gestolpert. (Passen die Hausschuhe nicht prima zum Thema?)


Es geht um die Frage, ob man "den sichtbaren Ausdruck von Traditionen einer ethnischen Gemeinschaft" - so eine Definition von "Folkore" einfach kopieren oder verpflanzen kann oder darf? Und haben Trachten und Bräuche der Vergangenheit überhaupt noch etwas mit der heutigen Art zu leben zu tun?
Bei Michaela geht es eigentlich mehr um grafische, nicht um inhaltliche Muster. Aber irgendwie spürt man doch den Spagat, den man macht, wenn man in der "heutigen Zeit" traditionelle Handwerke ausprobiert, die im Alltag kaum mehr vorkommen.

Das Beispiel, das ich in meiner Musterkiste gefunden habe, und das ich kurz vor Ende des Monats doch noch teilen möchte, ist eines aus der Hessischen Folklore: die Weißstickerei. 
(Passend dazu finden sich in meinem Fundus auch ein paar Krüge, die ich von meiner Oma geerbt habe und als Dekoration in der Küche aufbewahre.)


Vor einiger Zeit habe ich mich auch an dieser Sticktechnik versucht. Gestickt wird auf Leinen mit weißem Garn, es gibt hübsche Durchbruchsmuster und man muss viel zählen.
Die Muster haben schöne Namen wie "Vorwitzchen", "Röserich" und "Verflixtes Himmelreich". Wie man sieht, ist dieses Werk unvollendet. Was ich aber geschafft habe, ist, ein kleines Nadelheft zu sticken, in dem ich die feinen Nadeln aufbewahren kann.


Dieses wiederum war nun Vorbild für einen Satz Stempel, die ich gerne vermustern würde.  Ich habe extra zwei Stempel geschnitzt, positiv-negativ, und versucht, die Schnörksel zu spiegeln, mit individueller Note.



Ich kann sie mir gut als Borte auf einem Leinenband oder als Bucheinband für einen Gartenkalender vorstellen. Mal sehen, wann sich die Zeit findet, das in Druck umzusetzen. Die Farben dazu stehen schon bereit, zufälligerweise auch von Blauweißchen, über die Mano ja hier so anschaulich berichtet hat. (Ich habe übrigens Modeln dort erworben.)

Mich wird die Folkore also noch in den September begleiten. 
Vielleicht führt sich die Verbindung zu Michaelas neuem Muster-Thema "Küche" über die Krüge ?
Mal sehen.



Freitag, 21. August 2015

Sommerpost 5 + 6

Reich beschenkt werde ich in diesem Sommer mit Früchten aller Art. 
Die Mail-Art Aktion, dieses Mal von Frau Nahtlust koordiniert, lässt Obstfreundinnen die Herzen höher schlagen.
Der wunderbar aromatische Apfel (Karte No.5) hat den weiten Weg aus der Schweiz ganz unbeschadet auf meinen Gartentisch geschafft. Danke, liebe Stefanie, für dieses anregende Exemplar! (darauf komme ich später nochmal zurück, wenn es um meine Frucht geht)





Und als Sommerfrucht No. 6 hat Ingrid ein "Schwergewicht" ganz leicht und frisch werden lassen. Ganz offensichtlich gibt es (außer mir) viele Liebhaberinnen dieser Köstlichkeit. Einen kühlschrankfrischen Gruß von hier aus an die Künstlerin, die ja noch im Urlaub ist.

Auch bei mir im Arbeitszimmer hat es heftig "gefruchtet". Nächste Woche bin ich ja dran. Nun kann ich dann auch verraten, welche Frucht es in letzter Minute NICHT geworden ist und einen weiteren Blick  in mein Skizzenbuch gestatten.

Mein erster Impuls im Juni galt der Stachelbeere, wegen der Farbigkeit und weil sie so interessant gemustert ist. Auch die vielen lustigen Namen fand ich witzig: Druscheln, Crosle, Kräuselbeere (da spürt man fast das Saure in der Beere und man kräuselt die Lippen) oder Krusbär.



Wahrscheinlich hätte sie sich auch gut in der Reihe gemacht. Aber irgendwie war der Sommer so heiß und mein Termin so spät, dass ich mich umentschlossen habe. 
Der neue Favorit ist nicht weniger lecker, farblich bewegt er/sie sich in diesem Spektrum.


Auch nicht schwer zu erraten, oder? 
Naja, nächste Woche gibt es die Auflösung! 
Den Posteingang dieser Karten schicke ich nun flugs zum versammelten Obstkorb bei Frau Nahtlust.