Sonntag, 30. März 2025

Stoffspielereien: Biesen und Falten

Der Frühling startet mit einer frischen Ausgabe der Stoffspielereien. 
Gabi mit dem Blog "Langer Faden" hat uns herausgefordert, "Biesen und Falten" zu schaffen und sammelt alle Beiträge heute hier.
 

Die Inspiration für mein kleines Experiment in diesem Monat hat wohl nicht von ungefähr mit der sprießenden und sich entfaltenden Natur zu tun. 
Zuerst dachte ich schon an das Nähen einer neuen Bluse mit dekorativen Biesen, nur irgendwie hat es nicht voll gezündet. Die Aussicht auf mühevolles Stecken und genaues Nähen mit der Maschine passte wohl nicht zum lockenden Sonnenschein und den freien Frühlingsgefühlen.
Vielmehr hat es mich gereizt, einmal auszuprobieren, wie man Biesen von Hand nähen kann. 
Die "Technik" ist ganz einfach: man markiert sich Linien mit einem leichten Stift, oder auch nicht, bildet die Biesen indem man den Stoff einfach zwischen Daumen und Zeigefinger faltet und fixiert diese Biese mit einem Steppstich. Als Garn habe ich doppelt gelegtes Baumwollgarn genommen.

Die Optik ist viel lockerer als mit der Maschine und passt gut zu organischen Formen. So entstand ein kleines Bäumchen beim Plausch mit einer Freundin.
 
 
Da die Fäden für meine Äste irgendwie "verwahrt" mussten, habe ich sie kurzerhand in Form von kleinen Knötchenstichen als Blätter oder Blüten enden lassen.
 
Im nächsten Schritt kam eine Umrundung dazu. Hier habe ich die Stiche als Überwendliche Stiche mit einem einfachen Faden um den Kreis genäht. 
 
Man muss die Stiche auf der Oberseite schräg setzen und den Faden anziehen, damit sich die Biese bilden kann. Ich hätte wohl einen dickeren Faden nehmen können, aber das probiere ich beim nächsten Projekt.
 
 
Hier ist also mein fertiges Frühlingsbäumchen mit handgenähten Biesen.
 
Und was ist mit Falten?  Beim Aufräumen im Nähzimmer habe ich einen alten Farbkreis aus schmalen Streifen (2x6cm) von Jinny Beyer Stoffen gefunden und aufgelöst. Die lose herumliegenden Teile wollte ich nicht wieder in den Untiefen des Stoffschranks verschwinden lassen und habe ein bisschen rumgefaltet. Mit 2 cm Breite sind die Teile längs nicht wirklich nähfähig, aber ein gutes Spielmaterial für eine farbenfrohe abstrakte Farbkomposition.
 

Die Farbfahnen habe ich mit der Maschine zwischen schmale Nesselstreifen (auch aus dem Fundus) mit unterschiedlichen Faltungen genäht, anschließend nur von Hand die ein oder andere Falte manipuliert und umgelegt festgenäht.



Vielleicht findet das Teil einen Rahmen und kommt an die Wand, oder es wird ein Täschchen. Wer weiß. Vorerst hatte ich Spaß an der Spielerei und danke Gabi für das Sammeln und Präsentieren aller Beiträge.
 
 
Die Stoffspielereien

Bist du auch eine Stoffspielerin?

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Machst du nächstes Mal mit?

Stoffspielerei-Termine 2025:

27.04.2025: „Nadelkissen“ bei feuerwerk by KaZe

25.05.2025: „Die Farbe Blau“ bei Stoffnotizen

29.06.2025: „Wasser“ bei Siebensachen zum Selbermachen

Juli und August: Sommerpause

28.09.2025: „Der letzte Schliff“ bei Petersilie und Co

26.10.2025: „Applikation“ bei 123-Nadelei

30.11.2025: „Techniken im Dialog“ bei Tyche

Dezember: Winterpause






 

 
 

Sonntag, 23. Februar 2025

Stoffspielereien: Feuer

Ich grüße alle wärmesuchenden und flammend-inspirierten Besucherinnen und Teilnehmerinnen beim zweiten Stoffspielereien-Treffen in diesem Jahr.
 
Als wir im letzten Jahr die Themen ausgesucht haben, war nicht abzusehen, dass in diesem Monat so viel "Zunder" in der Welt verbreitet wird und ich hoffe, es lässt bzw. ließ sich niemand davon abhalten, eine kreative Stoffspielerei zum Thema: Feuer auszuprobieren.
(Vielleicht ist es gerade in Zeiten wie diesen wichtig, die Fantasie nicht einzusperren und neue Lösungen zu suchen und zu erforschen).


Mit meiner eigenen Stoffspielerei möchte ich euch heute durch meine Ideen und Ausführungen beim Nähen eines feuerroten Quilts führen, von der zündenden Idee bis zur fertigen Oberseite. 
 
Ich freue mich, wieder Gastgeberin sein zu dürfen und stelle hier gerne die Sammlung der anderen Teilnehmerinnen zusammen, die sich im Laufe des/der Tage reichhaltig füllen wird.
 (Wie immer genügt ein Link zu eurem Beitrag in den Kommentaren, um auf die Liste zu hüpfen)
  • Merle colibri nimmt uns wieder mit auf einen sonnenwarmen Spaziergang mit textiler Zündholzschachtel und feurigen Farben
  • Tyche gab ihrem Kawandi eine neue Runde und ihrem Mann neuen roten "Lesestoff"
  • Babajeza hat sich auch zu einem Kawandi inspirieren lassen (es ist immer die richtige Zeit für unsere Themen)

  • Heyyoskar hat sich vulkanartig auf einem T-Shirt ausgebreitet

  • Siebensachen zum Selbermachen lädt ein, sich in wo(h)lliges Feuer zu kuscheln, bildlich gesprochen

  • 123-Nadelei gibt uns Tipps und Tricks rund um's Bügeleisen

  • marys.kitchen ergänzt die Liste mit ihren Brennproben, inkl. Sicherheitswarnungen

 
Mein Weg zu einem Quilt beginnt oft mit einer Idee, einer Skizze und dem Griff in meine Projekt-Restekiste. Nachdem ich zuletzt schon viele blaue Streifen und Reste verarbeitet hatte, sollten diesmal die roten Stoffe, in Kombination mit weißen, grauen und schwarzen Stoffen zu einer neuen Quiltdecke werden.
 

Die Grundidee war simpel: ein breiterer Mittelstreifen wird von zwei schmalen Seitenstreifen eingefasst. Dieser Block dann quer durch schmalere Streifen erneut geteilt. Größenmäßig habe ich nur ungefähre Breiten vorgegeben und wollte der freien Improvisation Raum lassen.
 
 
Die ersten Blöcke waren schnell genäht und die ersten festen Designentscheidungen getroffen: Der Mittelblock sollte in mittleren Helligkeiten in rot und grau bleiben und die Querstreifen entweder dunkler oder heller sein als die Mitte.


Die erste Anordnung der Blöcke sah vor, dass sich jeweils rote und graue Blöcke abwechseln sollten und direkt untereinander angeordnet sein sollten. Das hat sich aber im Laufe der Näherei geändert, als das Thema "Feuer" hinzukam.


Um das Züngeln der Flammen besser in die, sonst sehr statisch wirkende Anordnung zu integrieren, habe ich die Blöcke um eine halbe Breite gegeneinander versetzt. So konnten sich die breiten, roten Mittelteile mit den schmalen Seitenteilen zu einer "roten Linie" verbinden, unregelmäßig und flammend-lebendig, so die Idee.
 
 
Gleichzeitig habe ich die Berechnungen für die notwendige Anzahl der Blöcke und deren Größe angepasst und festgestellt, dass das "freie Improvisieren" hier an seine Grenze kommt, damit die Gestaltidee nicht verloren geht. Das ging am besten, indem ich die Farbkombinationen der neuen Blöcke direkt an den bereits vorhandenen Blöcken angepasst habe. Die Nummerierung hilft zusätzlich, die Blöcke später beim Zusammennähen nicht aus Versehen zu vertauschen.
 
Um die noch 
schrägen Seitenkanten schnittgerade miteinander verbinden zu können, habe ich die Blöcke überlappend aufeinandergelegt. mit dem Lineal die Ideallinie festgelegt und dann dort entlang mit dem Rollschneider durch beide Blöcke geschnitten. So konnte ich die Teile gerade übereinanderklappen und zusammennähen. 
 
 
So habe ich zunächst alle Reihen verbunden, nur um festzustellen, dass im Gesamtwerk die dunklen Querstreifen den Blick auf die "Flammen" zu sehr blockieren.
 
Wahrscheinlich hätte ich es als "Feuerblockade" definieren können, aber schließlich ist das Experimentieren hier erlaubt und so habe ich die Blöcke um 90° gedreht.
 
Wenn man die Augen zusammenkneift, kann man den Effekt dieser und der geänderten Variante gut miteinander vergleichen. Welche Richtung hätte euch besser gefallen?
 
Nun sind die roten Streifen keine "hoch-züngelnden Flammen" hinter einem Gitter, sondern eher eine "Feuerwalze", die sich horizontal durch einen Wald arbeitet und verkohlte, schwarze und weißglühenden Stämme hinterlässt. Die "Geschichte" hinter dem Quilt hat sich geändert.
 
Nach einer Weile auftrennen und ergänzen war das Patchworktop fertig. Nur leider etwas schmal mit 100 Breite und 140cm Länge. Ein Rand gehört normalerweise nicht zu den Bestandteilen der "improvisierten" Quilts, andererseits sollte mein Quilt aber auch sinnvoll nutzbar sein. Also habe ich doch einen Rand eingeplant.
 
 
Kurzerhand habe ich die potentiellen "Kandidaten" für eine Quiltvergrößerung eingescannt und die Oberseite digital mit einem möglichen Rand versehen. Die gemusterten Stoffe machten das Ganze sehr unruhig, zu feurig für meinen Geschmack.
 
Am Ende hat der einfarbig graue Rand am meisten überzeugt, den ich aus Hemdenstoffen gut ergänzen konnte. 
Ein paar flammende Quiltstiche habe ich schon einmal markiert. Ich muss aber erst noch eine passende Rückseite finden, bevor ich das Quilten starten kann. 


Soweit bin ich nun gekommen, auf meiner "Feuerreise". Danke, dass ihr mich bis hierher begleitet habt. 
Vielleicht habt ihr nun auch Lust bekommen, selbst einmal wieder zu Stoffstreifen und Nähmaschine zu greifen und beim nächsten Mal dabei zu sein. 
Unser Austausch ist offen für alle und jede textile Technik.
 
 
Die Stoffspielereien

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Dezember: Winterpause




Montag, 3. Februar 2025

Inspiration zu den Februar- Stoffspielereien mit "Feuer"

Draußen ist es noch kalt und oft düster im Februar, da kommt eine "feurige", wärmende Stoffspielerei doch ganz gelegen, oder?
 
 
Im normalen Leben möchte man Textilien gerne von Feuer fernhalten, dennoch wird vielfach Feuer oder Hitze gebraucht, um Garne und Stoffe überhaupt erst herstellen und gestalten z.B. färben zu können. 
Feuer und Flammen haben ihre eigene faszinierende Form- und Farbgestaltung, die wir im Februar textil einfangen wollen. Ob genäht, gestrickt, gestickt oder gefilzt, als Schal in Ausbrennertechnik (wer erinnert sich noch daran?) oder - warum nicht?-  als perlenbesetzter Feuerlöscher zum Beispiel.
 

 
Viele Anregungen habe ich auf einem Pinterestboard gesammelt, alles in "feurigem" Farbenspiel und mit einem Bezug zum Thema ist herzlich willkommen. Dabei darf man gerne um die Ecke denken, frei assoziieren und über den Tellerrrand schauen.
 
Warum nicht auch an die Abwehr des Feuers denken und für den bevorstehenden Karneval/Fasching ein Feuerwehr-Kostüm nähen? oder vielleicht ist ein feuerspeiender Drache gewünscht? 
Hat jemand Zugang zu ausgedienten Feuerwehrschläuchen und daraus schon eine Tasche oder Ähnliches genäht? Gerne lassen wir uns überrraschen.
 
 
Wer sich eher von der technischen Seite nähern möchte, hat vielleicht einen Erfahrungsbericht zu den unterschiedlichen Bügeleisen zum Teilen. Es gibt ja inzwischen so viele Größen und Anwendungsbereiche, da könnte der ein oder andere Tipp zu Reise- und Minibügeleisen sehr hilfreich sein. 
 
Auch ein Vergleich von Materialien, mit denen man Stoffe durch Hitze verbinden oder auch entfärben kann, wäre interessant. Alles rund um "feurige" Anwendungen bei textilen Techniken findet hier seinen Bestimmungsort.
 
Trau dich und mach mit! 
Ich freue mich, hier am 23. Februar 2025 viele Ideen, Erfahrungsberichte zu gelungenen wie experimentellen Projekten sammeln zu dürfen.  
 
Bis dahin: viele "zündende" Ideen!


 

 


Sonntag, 26. Januar 2025

Neues Abenteuer - Kawandi

Wir starten ins neue Stoffspielereien-Jahr gleich mit einem wunderbaren Experiment. 
Gabi von made-with-blümchen hat sich für uns eine - mir bisher noch unbekannte - Quilttechnik ausgesucht, um uns schwungvoll in die neuen Themen einzustimmen: Kawandi.

In den dreißig Jahren meiner Patchworkarbeiten war mir der Begriff "Kawandi" noch nicht untergekommen, ein Blick in die "weltweite Wissenkiste" erhellte jedoch schnell meine Erfahrungslücke. 
Es ist eine handgenähte Applikationstechnik, die von afrikanischen Auswanderinnen in Indien gepflegt wird. Ein Interview mit Margaret Fabrizio führt in die Geschichte und Tradition ein und im Netz finden sich viele interessante Ausführungen.
 
Bei der Kawandi-Technik werden Stoffreste nach und nach, von außen nach innen, auf einen Hintergrundstoff aufgenäht. Die Nahtzugaben werden dabei eingeschlagen und mit Quiltstichen auf die offenen Kanten des darunterliegenden Stoffes aufgesteppt. Das Quilten erfolgt umlaufend in Runden ohne vorhergehende Markierungen. Klingt einfach und perfekt zur Resteverwertung.
 
aus dem Buch: The Magic of Crazy Quilting von J. Marsha Michler

Es ist dem antiken Crazy Quilting nicht unähnlich, bei dem ebenfalls Stoffreste - oft Samt und andere edle Stoffe aus der Kleiderherstellung - auf einen Hintergrundstoff gesteckt werden, dann aber mit Stickerei und Borten an den eingeschlagenen Kanten verziert werden. Im Unterschied zur Kawandi Technik kommen hierbei alle möglichen Formen der Stoffstücke zum Einsatz und es gibt keine extra Quiltlinien.

 
Zu meinem Projekt:
An Material mangelt es ja nie. Für einen kleinen Musterquilt, um die Kawandi Technik zu üben, habe ich meine blauen Unistoffe rausgeholt und erst einmal sehr reduziert in Kissengröße 40x40cm gearbeitet. Ein dünner Hntergrundstoff und ein dünnes Polyestervlies sollten das Quilten nicht zu schwer machen.
 

Seite 1 mit rechteckigen Teilen
 
Ich habe, wie im Vorbild, an einer Ecke angefangen und meine Teile aufgesteckt. Es hat sich gezeigt, dass es für mich gut ist, auf einer festen Unterlage zu arbeiten. Das ganz freie Arbeiten auf dem Boden ohne Stecken ist sicher erst bei größeren Quilts besser möglich.
Schon hier war das Einschlagen an den Randkanten eine gewisse Herausforderung, wenn die Linien einigermaßen exakt sein sollten.
Die Quiltfäden habe ich an den Ecken hängen lassen und dann an der nächsten Seite weiter verwendet. Das hat gut funktioniert.

Seite 2 mit schrägen Teilen
 
Nach der ersten "geraden" Seite wollte ich sehen, wie es mit schrägen Teilen funktioniert. Ein bisschen "crazy" und die Ränder wurden noch zackiger. Hierbei treffen sich auch mehr Nähte und es liegen mehr Nahtzugaben eng aufeinander, was das Quilten erschwert.
 
Die Quiltlinien habe ich gerade, parallel und ca. einen fingerbreit auseinander gelassen, was die schrägen Nahtkanten oft nur lose fixiert hat.
 
 
In der Mitte bin ich versuchsweise den schrägen Kanten gefolgt und habe von dort parallele Linien gequiltet, um die Kanten besser zu fixieren.
 
Seite 3 mit langen Randstreifen und Eckbildung
 
Auf der dritten Seite wollte ich statt rechteckiger Teile Streifen an den Rand setzen und eine gestreifte Eckbildung ausprobieren. Die gestaffelten Streifen habe ich im Vorfeld zusammengesteckt und dann mit senkrechten "Endstreifen" abgedeckt.

Quadratische Highlights eingefügt
 
Zusätzlich habe ich kleine, rote Quadrate aufgenäht. Ich habe diese Art der zusätzlichen Designelemente auf vielen Quilts gesehen und war gesspannt, wie und ob das funktioniert. Das Einschlagen der Kanten ist mir nicht wirklich gut gelungen, da muss ich mehr üben. 

Schließlich blieb für die 4. Seite ein Versuch, einen ganz langen, durchgehenden Streifen an den Rand zu setzen (der sich am Ende gewellt hat) und ich habe mit runden Applikationen gespielt.
 

Für die Rundungen habe ich die Kreise über eine Kreisschablone geheftet, die Schablone entfernt, die Heftfäden konnten drinbleiben.
 
 
Die Kreise habe ich unter und über die Grundlagenstoffe gesteckt.
 

Am Ende wurde die Mitte geschlossen, bei mir mit einem Quadrat. Die Stecknadeln waren sehr hilfreich, um die Mitte auch tatsächlich flach zu halten.
 
Mein erster Kawandi
 
Auf das Einfügen der "Eckblumen", der "phulas" habe ich hier verzichtet.


Meine Erkenntnisse und Erfahrungen:
  • Das Aufstecken und Quilten ist dem "traditionellen" Quilten nicht unähnlich, insofern ist es ein entspanntes, meditatives Arbeiten wie oft beim Handnähen.


  • Nicht ganz zufrieden bin ich mit der Optik der umgeschlagenen Kanten. Sie wirken an den Rändern zackig und uneben. 
  • Auch im Quilt sind die Kanten durch die Quiltlinien nur  mit Lücken fixiert. Ob sich diese im Gebrauch weiten und lösen werden? Ein engerer Abstand der Quiltlinien würde das Problem lösen, aber dem Charakter der Kawandi Decken widersprechen.




  • Bei diesen Quilts muss man die Endgröße schon am Anfang festlegen, was die Designentscheidungen einschränkt. Zudem kann sich der Quilt im Laufe der Arbeit verziehen und aus der Reckteckform geraten, was man später nicht mehr korrigieren kann.
  • Bei der Festlegung der Größe muss man immer auch die Handlichkeit des zu bearbeitenden Quilts bedenken. Schließlich muss man von Anfang an mit der Gesamtgröße hantieren können und der Quilt wird zusehends schwerer im Laufe der Arbeit.
 
Nichtsdestotrotz habe ich noch ein weiteres "Stoffpaket", an dem ich einen größeren Quilt in dieser Technik ausprobieren möchte. Inspiriert von meinen "Fischdruckstoffen" aus einer Postkunst-Tauschaktion von 2016, möchte ich gerne ausprobieren, ob man auch wellenförmige Kawandi machen kann.
 
 
Ich danke Gabi für diese Herausforderung und die Erfahrung mit einer neuen Technik.
Ganz entspannt will ich nun schauen, wie es den Mitspielerinnen ergangen ist. Kommt doch mit. Gabi sammelt und zeigt alle Beiträge hier.
 
Vorschau:
Im nächsten Monat bin ich selbst Gastgeberin und freue mich auf Eure Interpretationen zum Thema "Feuer". Wer schon einmal angeregt werden will, kann sich gerne auf meinem Pinterestboard  umschauen.
 

Die Stoffspielereien

Bist du auch eine Stoffspielerin?

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Machst du nächstes Mal mit?

Stoffspielerei-Termine 2025:

23.02.2025: „Feuer“ bei zwisch-en-durch

30.03.2025: „Biesen und Falten“ bei Langer Faden

27.04.2025: „Nadelkissen“ bei feuerwerk by KaZe

25.05.2025: „Die Farbe Blau“ bei Stoffnotizen

29.06.2025: „Wasser“ bei Siebensachen zum Selbermachen

Juli und August: Sommerpause

28.09.2025: „Der letzte Schliff“ bei Petersilie und Co

26.10.2025: „Applikation“ bei 123-Nadelei

30.11.2025: „Techniken im Dialog“ bei Tyche

Dezember: Winterpause

 


Sonntag, 24. November 2024

Stoffspielereien - Zweiseitig/ Vielseitig

Bei unserer letzten Stoffspielerei in diesem Jahr wird es bei mir bestrickend und kuschelig.
 
Tyche's touch hat eingeladen, sich ganz vielseitig auszuprobieren und sammelt für uns heute die Beiträge. "Vielseitigkeit" ist ja ganz unser Thema, denn wir experimentieren monatlich in den veschiedensten textilen Kategorien mit stets neuen Erkenntnissen. Ich freue mich, dass dieser Austausch auch im Jahr 2025 fortgesetzt wird. Danke hier an Gabi von made-with-blümchen für die Organisation, trotz ihres vollen textilen Terminkalenders!
 

Mein erstes Bild zeigt einen Rückblick auf einen zweiseitigen Patentmuster-Schal, auch Brioche Muster genannt, den ich vor Jahren aus farbigen Restknäulen und schwarzer Wolle gestrickt habe. Olle Kamellen also, die mich aber zu meinem November-Projekt geführt haben.
(Nebenbemerkung: ich habe versucht, das Muster für heute noch einmal nachzustricken und bin ziemlich an  den Randmaschen verzweifelt. Da muss ich wieder neu einsteigen.)
 
Bei "zweiseitig" dachte ich nämlich dann an "double face" als Wollstoffe, genau pasend für eine Jacke zu dieser Jahreszeit. Allein, zum Nähen war ich gerade nicht aufgelegt, aber "double face" kann man ja auch stricken. Bücher oder Hefte zu dieser Technik habe ich nicht in meiner Bibliothek, weshalb meine Quelle dieses Mal aus dem Weltweitnetz stammt.
 
 
"Double face" Stricken erzeugt ein Gestrick, das dasselbe Muster auf Vorder- und Rückseite zeigt, einmal hell auf dunkel und einmal dunkel auf hell. Man kann einfarbige Jaquardmuster einstricken oder ganz bunt arbeiten. Ich liebe ja Paisleymuster, aber für diese Anfängerarbeit war es mir zu komplex, um es nebenbei auf dem Sofa beim Abendprogramm stricken zu können. Das einfache Schottenmuster, das ich bei meiner Recherche bei der Hug Redaktion auf youtube gefunden habe, war genau richtig. Ich konnte Restknäule aufbrauchen und musste nicht dauernd auf ein Musterblatt gucken.
 
Ich möchte hier einen Einblick in meine Arbeitsweise und die Besonderheiten im Gegensatz zum "normalen" Stricken zeigen. Ich kann zum Nacharbeiten den Link von oben empfehlen.

Das Anschlagen kann im Kreuzanschlag gemacht werden, allerdings schlägt man gleich zweifarbig an. Dazu nimmt man den langen Anschlags-Endfaden (für die doppelte Maschenzahl berechnet) auf den Daumen wie immer und schlägt die Maschen kreuzweise abwechselnd in den zwei Farben an, die auf dem Zeigefinger liegen. Ich kreuze dazu die Fäden über dem Zeigefinger, dann kann ich die Fäden besser einzeln aufgreifen. Das ist wie beim zweifarbigen Stricken von Jaquardmustern ganz hilfreich. Man kann auch einen Strickring mit zwei Ösen verwenden, aber das ist mir zu "mechanisch".
 
 
Als Randmaschen nutzt man bei Double face 3 Maschen je Seite, nicht nur 1 Masche. Das schließt die Kante schön ab. Gestrickt werden sie so: Am Anfang werden sie wie zum links stricken abgehoben, am Ende werden sie rechts gestrickt.
 
Dann strickt man die Maschen rechts und links im Wechsel ab. Die Maschen, die auf der "Vorderseite" liegen, sind rechte Maschen in Farbe 1, die Maschen, die zur "Rückseite" zeigen sind linke Maschen und werden mit Farbe 2 links gestrickt. Also immer eine komplette Reihe wie bei "eins rechts - eins links", am Ende wird gewendet und farbengleich zurückgestrickt.
 
Zu beachten ist, dass beim Rechtsstricken beide Fäden hinter der Arbeit liegen müssen und beim Linksstricken beide Fäden vor der Arbeit, auch wenn nur jeweils eine Farbe abgestrickt wird. Dadurch liegt der fortgeführte Faden immer innerhalb des Gewebes. Man sieht schnell, wenn man da einen Fehler gemacht hat, weil der Faden dann außen liegt.

Muster entstehen, indem man einfach entsprechend dem Musterblatt die Farbe wechselt wie beim normalen Musterstricken. Bei diesem Schottenmuster sind die Farbwechsel sehr einfach zu sehen, da sie längs übereinanderliegen. Für die Querstreifen strickt man einfach in der 9. Reihe die ganze Reihe in nur einer Farbe durch.
Die langen Farbverlaufgarne geben dem Schal zusätzlich ein lebendiges Muster. Ich hatte Restgarn von Sockenwolle mit etwa 190m Lauflänge und brauche wahrscheinlich 120g für den 16cmx 170cm langen Schal. (Zwischendurch ist mir natürlich das Restgarn ausgegangen und ich musste neue Wolle kaufen. So typisch.) Fertig ist der Schal noch nicht, denn das Stricken geht viel langsamer als normal. Ich genieße jedoch das entspannte, meditative Tempo und freue mich am langsamen Wachsen.
 
Zweiseitig habe ich auch schon bei Patchworkdecken gearbeitet. Deshalb möchte ich noch eine andere "vielseitige" Idee anhängen.
Oft bleiben zugeschnittene Reststücke von einer Patchworkoberseite übrig, die man gut in die Rückseite einarbeiten kann. Beispiele hier: als Streifen oder als Musterwiederholung im Großformat.
 


Als ich ganz viele Stoffe aufbrauchen und eine neues Muster ausprobieren wollte, ohne einen neuen Quilt zu machen, habe ich die ganze Rückseite als neues Patchworktop gearbeitet wie das braune "Plaidishmuster" zu meinem Körbemuster Top.
 

 
Ganz aktuell wurde im November auch mein Samplerquilt fertig (handgequiltet), bei dem ich ein "Windmühlenmuster" aus den Resten vom ersten Quilt oben verwenden konnte. Es mag vielleicht wie "Verschwendung" aussehen, aber warum sollte man nicht auch Wendequilts haben? Je nach Laune kann man mal  ein ruhigeres oder lebendigeres Muster ansehen.
 
Genauso vielseitig sind heute sicher auch die Beiträge der anderen Stoffspielerinnen. Ich schaue mal bei Tyche vorbei und wünsche allen eien frohe, geruhsame Vorweihnachtszeit.
 
Wir sehen ins wieder im Januar 2025 mit einer neuen Liste an überraschenden Themen.
Bleibt gesund.

Die Stoffspielereien

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23.02.2025: „Feuer“ bei zwisch-en-durch

30.03.2025: „Biesen und Falten“ bei Langer Faden

27.04.2025: „Nadelkissen“ bei feuerwerk by KaZe

25.05.2025: „Die Farbe Blau“ bei Stoffnotizen

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