Dienstag, 2. Juli 2019

Mehr Nadelbriefe - Mensch freue dich ... in Japan

Vieles läuft derzeit auf Hochtouren: die Ventilatoren und Klimaanlagen, die Wasserspritzen und Kühlgetränke, Kofferverkäufe und Reisetransfers. 
Ich war ja gerade erst weg und kann die Zeit nutzen, mich in aller Ruhe mit den nächsten zwei Nadelbriefen zu beschäftigen. Spielerisch, und irgendwie vielleicht in die Ferienzeit passend, ist das Nadelbrief-Thema von letzter Woche

 No.26: Mensch ärgere dich nicht.

Quelle: Tourismusportal der Stadt Ambergwww.tourismus.amberg.de


Das über hundert Jahre alte Spiel war in unserer Familie nicht so sehr beliebt. Als Kinder haben wir aber viel Spaß daran gehabt, die Plastikmännchen auf die Finger zu stecken und uns so (wohl die ersten frühen) Nagelverlängerungen gebastelt. 

Für den Nadelbrief habe mir verschiedene Ausführungen des Spiels angeschaut und nach den Wiedererkennungmerkmalen geschaut.

Auffällig ist natürlich der Schriftzug, aber eigentlich mir vom Spiel vor allem die schwarz umrandeten Kreise und die Grundfarben im Gedächtnis gebllieben. Aus diesen Elementen habe ich die Außenseite meines Nadelhefts gestaltet.

Zuerst dachte ich ans Stempeln, aber es war einfacher die Kreise mit wasserfestem Stift auf den Stift zu zirkeln und mit Stoffmalstift auszufüllen.

Der vielbesuchte Start und der Zieleinlauf sind ja die interessantesten Stellen im Spiel, weshalb sie hier die Hauptrolle spielen.

Auf der Innenseite findet sich ein im Original schwarz-weißer Stoff mit ganz vielen Menschen, die einfach ein paar bunte Köpfe bekommen haben. Nicht, dass sie sich alle ärgern würden. Die meisten freuen sich bestimmt.

Die Füllung meiner Nähtasche bestückt sich aus Erste-Hilfe-Helferlein, die man brauchen kann, wenn man sich beim Nähen sonst ärgern würde:

- ein Fingerhut gegen die Löcher in den Fingern von der Nadelrückseite
- ein Magnet zum Aufsammeln, wenn einem wieder mal die Stecknadelkiste runtergefallen ist
- ein Trennmesser, wenn mal eine Naht schief gegangen ist
- Pflaster, wenn man sich bei der allerletzten Naht in den Finger sticht und sonst ein schöner roter Fleck auf das fertige Stück tropfen würde
und natürlich der Einfädler, wenn der Faden mal wieder nicht durch's Öhr will.

Für den Verschluss habe ich ein altes Holzmännchen mit zwei kleinen Löchern versehen und so zum Knopf erhoben.

Ich freue mich, dass ich diesmal ohne 'Rauswurf' ins Ziel gekommen bin  und erfülle damit wohl die Mission: Mensch-ärgere-dich-nicht.



Und weil es so geflutscht ist, kommt auch der Nadelbrief No. 18: Japan noch hinterher.

Beim Thema 'Japan' lande ich immer wieder entweder bei indigo-blauen Stoffen oder bei Leinenkombinationen. Ich bin wohl für die Kokeshi und Hello-Kitty-Bewegung verloren. 

So ist mein japanischer Nadelbrief auch wieder eine Patchworkmischung aus rötlich-braunen Japandrucke, japanischem Textdruck und Naturleinen.

Mir war auch schon früh klar, dass ich den Brief mit einer japanischen Blockbindung gestaltet wollte. Als Muster habe ich das Hanfblattmuster ausgesucht.

Vorderseite
Nachdem ich also den Deckel und den Rücken gepatcht und mit dekorativen Quiltstichen versehen hatte, habe ich mir eine einfache Papierschablone gezeichnet, auf das Paket gesteckt und durch alle Lagen durchgenäht. Am Ende habe ich das dünne Papier einfach abgerissen.

Das Innenleben ist eher schlicht: ein Filz und ein "Blatt", das traditionell so gefaltet wird, dass die offenen Kanten zum Rücken zeigen. Kleine Taschen vorne und hinten schaffen Platz für das Zubehör.

Einen Verschluss braucht das Briefchen keinen.

Rückseite 
Ach, und falls ihr euch über den Hintergrund wundert: ich habe tatsächlich schon einmal Kurse in Japanisch belegt, bin aber selbst noch nie dort gewesen. Und meine Sprachkenntnisse sind auch mächtig eingestaubt. Zum Nähen reicht es meist, da die Japaner wunderbare Bilder zu ihren Anleitungen zeichnen.

Aus der Nadelbriefliste bin ich noch mit Norwegen, Anatomie und Schneewittchen hinterdran, dann kann ich auch "Halbzeit" feiern.

Derweil wird es diese Woche noch musikalisch. Lasst euch überraschen.


Kommentare:

  1. Sehr schön sind deine Nadelbriefe geworden, vorallem die japanische Bindung finde ich sehr interessant.
    LG Elke

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  2. Liebe Elvira, ich mag beide Nadelbriefe sehr. Dein Mensch ärgere dich nicht als perfekte Umsetzung des Spiels udn des Ratschlags, dein Japan mit dieser herrlichen Bindung (klar! Wieso auch nicht mal für SToff....supergute Idee!!) und feinen STöffchen - einfach entzückend. Das ist eine so feine Aufholjagd, dass ich ganz gespannt bin, welches Thema du als nächstes ins Rennen schickst! Danke fürs Verlinken und Machen und Verzaubern :-) LG. Susanne

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  3. Liebe Elvira,
    welch schöne Ideen zum Nadelbriefchen "Mensch ärgere Dich nicht". Bin ganz begeistert. Auch Japan ist super geworden. Beide gefallen mir sehr.
    Liebe Grüße
    Monika

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  4. Liebe Elvira,
    beide Nadelbriefchen sind Dir sehr gelungen. Meine beiden Schwestern und ich haben uns immer die Plastikhütchen von "Fang den Hut" auf die Finger gesteckt, damit wurden die Nägel noch länger als mit den "Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Püppchen." Was für eine coole Idee Deinen japanischen Brief mit einer japanischen Bindung zu binden.
    viele Grüße Margot
    P.S. Deine Wolle ist nun nach Mexico gereist ;-).

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  5. Sehr schön, du hast sogar Spielfiguren geopfert und angebohrt :)) toll!
    LG Kerstin

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