Es ist kaum zu übersehen: der Herbst hält Einzug!
Mit Regen, kühlen Nächten und stürmischen Tagen. Grund genug, die botanischen Schätze nach Hause zu tragen und mit ihnen ein kreatives Projekt zu gestalten.
Beate von Siebensachen-zum Selbermachen lädt uns im Oktober ein, das Schablonieren auszuprobieren und ich folge ihr gerne mit meiner Stoffspielerei. Lange hatte ich keine neue, zündende Idee. Es liegen viele verschiedene Stoffe mit eigenen Schablonendrucken in meinem Vorrat (einige zeige ich am Ende), aber ein Projekt dazu wollte mir nicht einfallen. Schließlich ergab ein Spaziergang die Lösung: eine Tasche für die herbstlichen Schätze sollte es werden. Die Vorlagen dazu fand ich förmlich auf der Straße! (siehe oben)
Papiere und Stoffe mit Mustern aus Schablonen zu bedrucken, ist eine niedrigschwellige Technik. Man braucht dazu eigentlich nur ein Stück festes Papier, nicht zu flüssige Farbe und ein Mittel, um die Farbe durch die Öffnungen oder über die Ränder/Kanten der Formen auf den Untergrund aufzustupfen. Man kann die Schablonen auch unter einen Siebrahmen legen und mit einer Rolle drucken, aber das erfordert mehr Aufwand und ist heute nicht meine bevorzugte Technik.
Traditionell benutzt man oft Metallschablonen und Schablonierpinsel, die ich zwar schon ausprobiert habe, aber bisher mit dem Druckergebnis nicht zufrieden war.
Für unbeständiger und leichtere Schablonen aus Papier oder Folie benutze ich gerne Schwämme. Ein Haushaltsschwamm tut dabei gute Dienste, man kann auch runde Schwämme mit Stiel käuflich erwerben.
Mein Favorit sind Kosmetikschwämme aus dem Drogeriemarkt. Sie haben eine sehr dichte Porung und übertragen die Farbe sehr gleichmäßig. Außerdem kann man sie leicht in andere Formen schneiden oder mit der Hand manipulieren.
Da ich gerne Schablonen selbst herstelle, habe ich im Laufe der Jahre meine 3 Favoriten als Trägermaterial gefunden. Jedes hat andere Vorteile, alle lassen sich aber leicht mit der Schere oder dem Cutter bearbeiten und lassen sich mehrfach verwenden.
Freezer Paper, ein einseitig mit Plastik beschichtetes Papier lässt sich prima aufbügeln. Das ist ein Vortel, wenn man filigrane Teile wie z.B. Schrift schablonieren will, da beim Drucken nichts verrutschen kann.
Overheadfolie, (auch aus Altbeständen) ist dünn genug, um feine Motive mit dem Cutter auszuschneiden und durchsichtig, was die Positionierung auf dem Stoff erleichtert.
Das Steinpapier - eine Empfehlung von Kerstin (Stoffnotizen) - ist auch leicht zu schneiden, wasserfest und, weil ich es noch nicht so oft verwendet habe, dieses Mal das Material meiner Wahl für die Blätter meines Schablonierprojektes.
Aus meiner Sammlung von Herbstblättern habe ich mir zunächst Vorlagen mit unterschiedlichen Formen und Größen erstellt. Diese ließen sich einfach durch das leicht transparente Steinpapier durchzeichnen und dann mit dem kleinen Cutter ausschneiden.
Ich habe extra Platz um die Blätter herum gelassen, damit genug Rand für das Schablonieren bleibt und nichts dort gedruckt wird, wo nichts hin soll. Man bekommt damit Blätter als positive Formen und die Öffnungen als negative Formen. Beides hat seinen Reiz.
Meine Tasche sollte eine Kombination aus Schrift und Bild bekommen, deshalb habe ich mir eine Schriftvorlage in der gewünschten Größe ausgedruckt und aus dem Freezer Paper die Buchstabenschablonen ausgeschnitten. Auf dem Titelbild kann man die Negativschablonen sehen, hier sind die positiven Buchstaben.
Beides habe ich erstmal auf einem separaten StückStoff getestet. Ich wollte herausfinden, ob ich mit Hilfe von Sschlagschatten auf einer Seite der Buchstaben einen 3D Effekt erzielen kann.
Die Buchstaben habe ich also aufgebügelt und nur am rechten Rand der Buchstaben die Schattenfarbe aufgetragen. Zur Verstärkung der Buchstabenkontur musste ich auf der Gegenseite ein paar Linien mit einem wasserfesten Stift ergänzen, um die Buchstaben wirklich räumlich erscheinen zu lassen. Das geht gut, wenn die Schablonen noch auf dem Stoff fixiert sind.
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noch aufgebügelte Buchstaben mit Schatten
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Schablonen entfernt
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Das Auftragen der Farbe mit Schwämmchen durch die Öffnungen ging dagegen sehr viel leichter. Die "Lücken" zwischen den Buchstabenblöcken nahm ich in Kauf. (Ich hatte beim Schriftzug nicht genug Abstand zwischen den Buchstabenblöcken eingeplant) Durch das Aufbügeln der Schablonen konnte ich fast alle Lücken trotzdem schließen.
Dann ging es an die richtige Tasche und das Spiel mit den Blättern im Wind konnte beginnen.
Nach dem Schichten der Blätter fehlten nur noch einige Stiele, die ich mit den wasserfesten Stiften ergänzt habe. Und so sieht meine Herbsttasche nun aus.
Da macht das Einkaufen doch gleich viel mehr Spaß!
Wie vielseitig Schablonendruck sein kann, und dass man auch grafische Effekte erzielen kann, möchte ich noch hier mit Blätterdrucken aus meinem Fundus zeigen.
Es lassen sich auch mehrere Schablonen kombinieren und vielfarbige Drucke erzeugen.
Und wenn man ganz sorgfältig arbeitet, lassen sich auch endlose Muster planen.
Ich mag Schablonieren sehr und auch wenn ich erst eine Blockade hatte, danke ich Beate nun, dass sie das Thema vorgeschlagen hat. Sie sammelt alle Beiträge heute auf ihrem Blog Siebensachen-zum-Selbermachen. Wir gehen nun schon in die letzte Themenrunde in diesem Jahr und bereiten "Teppiche" vor. Das Material ist zur Hand und über meinen Besuch bei der Teppich Ausstellung "Wolle. Seide. Widerstand" werde ich hier demnächst berichten.
Im Hintergrund sammeln wir bereits Ideen für das Jahr 2027 und nehmen gerne Vorschläge an. Einfach in den Kommentar schreiben.
Für heute ist eine gemütliche Leserunde angebracht.
Nach draußen zieht es mich nicht.
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