Freitag, 8. Februar 2019

Freitags Allerlei - von Fischen und Zöpfen

Anfang der Woche hielt mich ein Schnupfen (der zum Glück harmlos war) und ein Pensum Nähaufträge so auf Trab (es steht schon wieder Karneval vor der Tür), dass meine kleinen Kreativarbeiten zum Mustermittwoch und Nadelbriefjahr zwar fertig wurden, aber keine Zeit blieb, sie zu zeigen.
Nun kommt heute deshalb ein kleiner Mix aus frischen und schon getrockneten Fischen, aus alten und neuen 'Zöpfen'. Vielleicht garnicht so schlecht, um sie am Wochenende in aller Ruhe zu betrachten. Und für mich Ansporn, dran zu bleiben.

 Muster Mittwoch

Der  Februar soll wieder ein Fischmonat werden, so wünscht es sich die Müllerin. Ein beliebtes Musterthema, wie man aus den vielen Beiträgen auf der Linkliste schon sehen kann. Ich habe aus früheren Aktionen zwei Musteransätze ausgegraben, die ich nun auffrischen und weiterentwickeln möchte.


Diese Rapportfische, zum Beispiel, die ich auf Papier gruppiert und mit dem Kopierer vervielfältigt habe. Ein Stempel wäre die optimale Dauermusterlösung.


Und diese 'Linienfische'. Die Fische sind erst einmal zur Hälfte gezeichnet, als eine durchgehende Linie von einer Blattseite zur anderen, und dann die zweite Linie wieder zurück, die die erste Kontur spiegelt und so die Form ergänzt.

Später habe ich die Fische innen mit Füllmustern fischig verziert. Da das alles in Bleistift geschah, ist das Muster ziemlich blass. Es war auch nur als 'Schwungübung' gedacht, die mich auf ein Quiltmuster vorbereiten soll. Diese Umsetzung habe ich noch fest vor, nur eben diese Woche noch nicht geschafft. Auch mit einer digitalen farbigen Variante bin ich noch nicht recht voran gekommen (das ist auch schwer, wenn man die Vorlage als Graustufe einscannt. Lernprozess!).


Bestimmt haben mir bei dieser Übung auch diese 'Fundfische' aus Hamburg im Kopf herumgespuckt, fantastische Street Art, zu finden an der Altonaer Straße.



Der/die Künstler*in ist mir leider unbekannt
Sie machen richtig Lust, selbst in die Farbtöpfe zu greifen und ein paar bunte Fische zu mustern.

 Nadelbrief #5: Den lille Havfru

Fischig war auch der Nadelbrief #5 'die Kleine Meerjungfrau' und hat mich noch weiter nach Norden geführt.
Es ist ja bekanntlich ein dänisches Märchen und zu Ehren des Dichters H.C. Andersen gibt es in Kopenhagen tatsächlich eine Skuptur mit der Kleinen Meerjungfrau. Wer schon einmal dort war, wie ich, wird bestätigen können, dass es eine SEHR kleine Skulptur ist, von der man sehr genau wissen muss, wo sie steht, um sie nicht zu verfehlen.

Und so sind meine Zutaten für diesen Nadelbrief: ein Stadtplan von Kopenhagen mit dem Standort der Kleinen Meerjungfrau und ein altes Hotel-Reisenähetui. 
Das Etui habe ich mit dem verkleinerten Stadtplan beklebt und einen deutlichen Hinweis hinzugefügt, wo man die Meerjungfrau finden kann. So ist man auf Reisen gut gewappnet, auch wenn mal ein Kopf abgeht.


 

Nadelbrief #6: Rapunzel (Valerianella locusta)

Mit Rapunzel hatte ich mich schon einmal als Streichholzschachtel-Version beschäftigt und eigentlich wollte ich dieses Thema für den Nadelbrief diese Woche auslassen. Schließlich hat Rapunzel im Turm ja eher gesungen als gestickt oder genäht. Vielleicht hätte sie einen Haar-Nadelbrief brauchen können? Aber nein, sie trug ja immer einen Zopf! Da ist nicht viel mit hochstecken.
Aber dann wollte ich doch etwas für das 'Feldsalat-Mädchen' basteln und beim Gedanken an Salat und Gemüse fiel mir meine Bortenkiste wieder ein. Dort schlummern ja immer fast vergessene Schönheiten.

Eine Gemüse- und eine Schlingenborte umzieren nun die frei genähmalte Initiale 'R' auf einem alten Stück naturfarbenem Leinen. 

Und auf der Rückseite findet man neben einer kleinen Rapunzelpflanze auch eine ausgewachsene, die ja auch blühen kann, wenn man sie nicht vorher aufisst.  
(Anmerkung für Botaniker: die Darstellung ist botanisch nicht ganz richtig, ich weiß. Der Stengel war schon auf dem Leinen von einem früheren Projekt.)

Gefüttert ist der Brief mit weißem Leinen und einem blattförmigen Filz.

Am Wichtigsten war mir jedoch der Verschluss. Hier mussten unbedingt authentische Zöpfe dran, falls doch mal wieder ein Königssohn vorbeireitet und das Nadelbrief-Rapunzelchen etwas braucht, woran der Prinz zu ihr hochklettern kann. Vielleicht braucht er ja auch mal eine Nadel?


Und wer einem einen echten* Rapunzelturm sehen will, dem sei ein Ausflug nach Ludwigsburg in den Märchenpark am Schloss empfohlen. Dort muss man nur rufen und der Zopf wird heruntergelassen.

 * ganz 'unecht' hat dieser Turm Fenster und eine Tür, nicht wie im Märchen.

Natürlich gibt es dort auch ein Schneewittchenhaus, was dann nächste Woche einen Nadelbrief wert wäre. Bei Frau Nahtlust versammeln sich alle Märchen-Nadelbriefe im Februar. Und wahrscheinlich treffen wir uns dort wieder mit dem 'Tapferen Schneiderlein' in zwei Wochen.

Den Märchenparkhinweis verlinke ich diesmal auch mit die Zitronenfalterin, die 'Märchenhaftes' im Februar sammelt.
 
 

Kommentare:

  1. Liebe Elvira, wie schön deine beiden sehr unterschiedlichen Nadelbriefe sind. Die Idee mit dem Stadtplan finde ich super genial und zeigt, wie herrlich wandelbar so ein Nadelbrief ist und dass er überhaupt nicht aus Stoff sein muss ! Wunderbar! Die STatue ist wirklich recht klein, ich war damals fast ein bisserl enttäuscht... Und dein RRapunzel ist super geworden; die Zöpfe als Verschluss und für alle Prinzenfälle genial! Bei mir würde er sich im Verbandsmull verheddern (lach)! Danke fürs Verlinken und auf zu Schneewittchen und dem Schneiderlein! LG. susanne

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  2. Ich kann mich Frau Nahtlust nur anschließen, die Idee mit dem Stadtplan ist fabelhaft.
    Auch der Rapunzel Nadelbrief ist sehr schön, in seiner schlichten Zurückhaltung und Naturleinen und Grün passt immer gut zusammen

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  3. Wow, die Nadelbriefchen haben es mir wirklich angetan. Irgendwann muss ich unbedingt nach Kopenhagen. Dein Rapunzelwerk ist so fein und zierlich! Wirklich märchenhaft!
    Auf deine Quiltpläne bin ich sehr neugierig!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. Jawoll, der Rapunzelturm im Blühenden Barock,
    der Zopf ist soweit hoch oben, man kann ihn gar nicht fassen. Mein Sohn war immer ganz begeistert und wollte doch zu gerne hochklettern. Im Sommer werde ich das Blüba wieder besuchen.
    Herzlichen Dank für das zeigen des schönen Nadelbriefchens.
    Lieben Gruß Eva

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  5. Wie schön diese so verschiedenen Nadelbriefchen. Die Idee mit dem Stadtplan finde ich gut und auch Rapunzel gefällt mir sehr. So eine wunderschöne Stickarbeit mit dem blühenden Rapunzel und dem tollen R.Auch die Fische für Michaela gefallen mir. Da bin ich auf das Quiltmuster gespannt.
    Liebe Grüße
    Monika

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  6. Beide Nadelbriefe sind ganz großartig:) klasse Idee mit dem Stadtplan!
    Liebe Grüße
    Kerstin

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  7. Beide Nadelbriefchen finde ich genial! Die Gemüseborte bei Rapunzel - wie großartig, aus was für einem Fundus Du schöpfen kannst! Schön, dass Du bei den Märchen doch keine Pause einlegst! lg, Gabi

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