Mittwoch, 12. Juni 2019

Who's perfect - Nadelbriefe 23 und 21

Ich bin wieder 'drin' im 'Nadelbriefen'!
Nach einer gefühlt langen Schaffenspause, habe ich einen neuen Rhythmus für die Nadelbrief-challenge gefunden. Ein Schritt vor und einer zurück. 
Mein Plan: Zwei Nadelbriefe in einer Woche, den aktuellen und dann immer weiter rückwärts bis Woche 16. 
Heute also der Nadelbrief von letzter Woche: Who's perfect? und aus Woche 21: Unvollendet.

Who's perfect? 
Auf diese Frage gibt es eigentlich nur eine Gegenfrage: 
Who WANTS to be perfect? 
Ich glaube nicht, dass es die 'perfekte' Person gibt, und auch die meisten Dinge sind nicht für immer perfekt, weil sich alles verändert. Also nie so bleibt, wie es war.
Und das trifft den Kern von Wabi Sabi, der japanischen Mentalität, die die Natur immer im Fluss sieht und versucht, sich mit allen damit verbundenen Aspekten zu verbinden.
Und weil mir diese Einstellung so gut gefällt, habe ich die drei Leitsätze 

 Create beauty
value imperfection
live deeply

als Thermofaxschablone herstellen lassen und für mein Porträt verwendet. 
Testdrucke davon sollten nun in meinen Nadelbrief verarbeitet werden.

Die Schnittstelle hatte ich mit goldenem Faden verbunden und als Außenseite ein Stück Boro ausgesucht.

Irgendwie hat es aber nicht richtig zusammengepasst. Das Borostück war mir zu wild, ein roter japanischer Stoff zu fransig für die gedachten offenen Kanten und überhaupt ...

Auch nach ein paar Stunden handnähen blieb nur auftrennen und komplett neu beginnen. 'Value imperfection' bedeutet ja nicht, dass man schlampig näht, sondern dass man sich mit den Unzulänglichkeiten versöhnt und das Beste daraus macht. Handwerklich sollte es aber bestmöglich sein. Da gehört auch auftrennen dazu.

Neue Stoffe, andere Kombination und dann auch wieder ein Stück ruhiges Leinen haben mich auf den gefühlt passenden Weg gebracht.




Verschlüsse sind schwierig zu finden, hier ist es ein alter Druckknopf an einem gewebten Leinenband, das mir eine Freundin einmal geschenkt hat.

Innen ein gefärbtes Damasttischtuch mit meinen Lieblings-Knötchenstichen gehalten und verziert.

Die kleine Tasche bietet gerade soviel Platz wie nötig für Garn und Fingerhut.
Ein schlichter, kleiner, praktischer Nadelbrief.
Perfekt?


Woche 21: Unvollendet

Eigentlich passend, den unvollendeten Nadelbrief hinterher zu gestalten. 'Unvollendete Stücke' finden sich viele in meinen Stoffkisten und so ist der Nadelbrief eine freie Kombination aus verschiedenen Versatzteilen geworden.


Angefangen bei einem Musterstück Sashiko (das ich fü den Nadelbrief damals nicht gefunden hatte), einem Reststück japanischen Text und einem applizierten Leuchtturm, der es nicht mehr zum Schlüsselanhänger geschafft hat.
"Unvollendet" sind auch die halben Druckknöpfe, ein halber Reißverschluss und Ösen ohne Haken.

Auf der Gegenseite fliegt eine kleine paper-piecing Möwe um ein Reststück Leuchtturm. Der Möwenkopf wird zum Pinguin, appliziert auf einem Stück, das eigentlich (waagrecht gelegt) einen Himmel darstellen sollte. Auch hier finden sich halbe Druckknöpfe als Blümchen und Fliege. Die "Extraschicht" stammt von einem Ruhrpottquilt.



Zwei unterschiedliche Bindebänder helfen diesem Nadelbrief, sich unter Verschluss zu halten.


Es ist ein ganz lustiger, vollendet unvollendeter Nadelbrief geworden. 
Und für mich voller Erinnerungen. 

Am Ende der Woche folgen Brief 24 und 20. Die sind nämlich auch schon fertig.

Das große Nadelbriefjahr 2019 bei Frau Nahtlust geht auf die Halbzeit zu. 
Schaut mal rein!



1 Kommentar:

  1. Am Handy hatte ich mir deinen Beitrag bereits durchgelesen gehabt, liebe Elvira, aber zum Kommentieren ist mir der PC und die größere Tastatur doch lieber :-) Und groß wirken die Bilder dann auch gleich nochmals schöner und spannender - und am liebsten würde ich in den Bildschirm greifen und die Nadelbriefe herausholen und anfassen :-)) Sie sind beide entzückend geworden, jedes auf seine Weise. Die ruhigere Version des Unperfekten gefällt mir auch sehr gut, wobei das Boro-Außenstück ja wirklich superschön ist! Doch in Summe gebe ich dir für die Ruhe recht! Und die Versatzstücke kleiner Erinnerungen ist eine feine unvollendete Art und eine gute Gedankenbrücke für dich, um immer wieder zu diesen Projekten, Orten, Verbindungen zu reisen. Eine tolle Idee, das so umzusetzen! Hach, dann fruee ich mich schon auf die nächsten beiden! LG. Susanne

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