Samstag, 24. Februar 2018

Bergische Buchtage

Ja, bunt ging es zu bei unserem Workshop zum Thema 'Art Journal' am Donnerstag und Freitag im Werkraum der Papiermühle in Bergisch Gladbach. Michaela hatte eingeladen und sieben kreative Frauen sind gekommen. 
Wir hatten zwei Tage, an denen wir uns erst in den Gelliprint-Flow und dann in den Buchbinderrausch arbeiten durften. 

Tag 1: Gelliprint
Das Drucken mit einer Gelatineplatte erzeugt Monoprints, also Einmalbilder. Man bekommt formatfüllende farbige Blätter mit Texturen, Mustern und Bildern, die die Grundlage für ein Art Journal bilden sollen.
Wer schon einmal beim Hantieren mit Acrylfarben, Schablonen und Farbwalzen dabei war, weiß, dass es schwer wird, das zeitnah bildlich festzuhalten, weil man immer entweder einen neue Idee oder zuviel Farbe an den Händen hat, um ein Foto zu machen. Diese Schnappschüsse sind Beispiele aus meinem 'Probelauf' zuhause. 


Obligatorisch bei diesem Workshop ist traditionell auch das wunderbare mitgebrachte Buffet, damit wir wenigstens für ein paar Minuten die Finger von Papier und Farbe lassen. 
Und: eine Führung im Museum. Neben den neuen Erkenntnissen, was es mit "Möpse machen" und "Bärte" prüfen auf sich hat, konnten wir dieses Mal auch einen Blick in die Halle mit der 'moderneren' Papiermaschine werfen. Ein imposantes Gerät! 
 
Nur den Hinweis an der Maschine konnten wir - zurück im Arbeitsraum - nicht Folge leisten. 

So war die 'Ausbeute' des Tages enorm und in den abendlichen Stunden wurde schon einmal gefaltet und vorsortiert für den nächsten Tag.
Hier waren die Tische schon aufgeräumt
Tag 2: Buchbinden
Eva Maria und ich waren über Nacht im Alten Fronhof in Herkenrath untergekommen und wurden wirklich gemütlich und typisch 'bergisch' am Morgen verwöhnt. Die Kirche St. Antonius Abbas gegenüber hat uns pünktlich um 7 Uhr geweckt. Wer braucht das schon digitale Medien? Ich habe dabei auch gelernt, dass man an der Kichturmspitze erkennen kann, welche 'Konfession' die Kirche hat. Krönt sie ein Kreuz, ist sie katholisch, kräht auf der Spitze jedoch ein Hahn, ist sie evangelisch. Gut zu wissen!





Nach dem leckeren, üppigen Frühstück fühlten wir uns für das Buchbinde-Abenteuer gut gewappnet. Das Wetter war zwar kalt, aber sonnenklar, so dass der halbstündige Fußmarsch zum Museum sehr kurzweilig und mit kleinen Entdeckungen bereichert war.

Michaela bot uns an, die koptische oder die Ketten-Langstichbindung zu zeigen. Natürlich machten wir am Ende beide! Und jede von uns konnte (mindestens) ein kleines UND ein großes Buch mit nach Hause nehmen. Die großen Bücher sind prall gefüllt mit unseren eigenen Drucken, bei den Kleinen haben wir nur den Einband bedruckt und ihn mit leeren Blättern gefüllt. 



Meine Fotos sind leider nicht so tiefenscharf und detailgenau geworden wie ich wollte, aber ich bin sicher, dass Michaela bald ihren Bericht mit tollen Bildern zeigt.

Aus meinem Art Journal zeige ich gerne ein paar Musterseiten und die 'Gesamtausgaben' der beiden Büchlein gemeinsam auch von außen. 




Wer sich wundert, was das für komische Fäden sind, die auf der Innenseite meines Deckblattes auftauchen, dem sei verraten, dass ich mein Art Journal ein bisschen anders gebunden habe. Michaela hat mir die Freiheit gelassen, es nach der 'Secret Belgian Bindung' Technik zu heften, weil ich schon so oft koptisch gebunden habe.
Beim kleinen Musterbuch war ich allerdings auch voll mit dabei, denn diese dekorative Kettenbindung kannte ich noch nicht.

Das Arbeiten im Workshop war wieder eine große Bereicherung und Freude. Es gibt beim Gelliprint noch viel zu testen und zu entdecken. Das ist bestimmt erst der Anfang einer kreativen Freundschaft.

 

Mittwoch, 14. Februar 2018

Kleingemustert

Wenn man sich Muster ausdenkt, hat man oft Einzelmotive, die in der Reihung dann zum Muster werden. Mit viel Geduld füllt man dann eine Seite oder zwei oder auch mal ein Stückchen Stoff. 
Ganz kleine Muster kauft man meist fertig, weil es sehr mühsam ist, die Feinheiten und einen guten Rapport hinzukriegen. Letztes Jahr im 'Rautenmonat' hatte ich schon mal diese Minis probiert, hier mal auf Stoff.
Derzeit brauche ich (ein paar Meter) kleingemusterte Stoffe aus einem ganz praktischen Grund. Für mein Quiltprojekt nach einer japanischen Vorlage in Blau-Weiß konnte ich prima dunkle Stoffe finden, helle Stoffe dagegen mit kleinem blauen Muster sind derzeit leider nicht auf dem Markt. Bleibt nur, sie selbst zu drucken. Nachtblaue Textilfarbe auf naturweißen Stoffen ergibt dann diese Ergebnisse.

Moosgummi auf Acrylplatte
Der Druck wird nicht gestochen scharf, aber das unregelmäßige passt gut zu den strengen dunklen Teilen.
Auch mit dem flachen, grauen Stempelmaterial kann man drucken. Was die Ränder angeht, bin ich tolerant.
Aktuelles, neues Muster mit Punkten, mit der Lochzange aus Resten gestanzt, Durchmesser 1-2mm. Hier ist der Rapport einigermaßen gut geworden. Fast ein bisschen langweilig.
 
Und DAS soll mal daraus werden. Von den notwendigen 80 Blöcken habe ich gut die Hälfte nun genäht und noch ein Viertel bereits zugeschnitten. Manchmal helfen gute Vorsätze.

Gedanklich bin ich allerdings schon auf Abwegen und bereite mich auf den Workshop nächste Woche im Papiermuseum vor.  Ob das auch kleinteilig wird? 
Auf alle Fälle bunter!


 Mehr Punkte und anderes Kleingemustertes bei Michaela.
 
 

Dienstag, 13. Februar 2018

Im Februar

Im Februar habe ich bisher blau gemacht. Nicht so, dass ich geschwänzt hätte, sondern vielmehr im Blaudruck-Sinn. Zwar habe ich nicht im echten Blaudruck gemustert, aber doch mit Blaudruckfarben auf hellem Hintergrund. 
Das hat mit meinem (nun Langzeit)Projektquilt zu tun, für den ich unbedingt Stoffe brauche, die Indigoblau auf Natur gedruckt sind. Hier hatte ich vor einem Jahr aufgehört, hm (räusper), bin aber fest entschlossen, ihn dieses Jahr fertig zu bekommen.
Ein neuer Stempel mit Moosgummi-Konfetti, passend zur 5. Jahreszeit. Sehr kleingemustert, taucht wahrscheinlich morgen beim MuMi nochmal auf.

Und eigentlich habe ich mich auch schon mit der Urlaubsplanung beschäftigt, aus der sich ganz unerwartet etwas zu Susannes Februarthema 'Gesichter' entwickelt hat.

Wenn man so sitzt und grübelt, kommt man schon mal ins Doodeln. Was zunächst nur Kreise und Linien waren, sah bei der zweiten Tasse Tee wie Gesichter aus. Ein bisschen karnevalistisch clownsmäßig, aber erkennbar. Machen wir einen Stempel? Klar.

Ab ins Skizzenbuch zur Sammlung von Gesichtern, die mir bisher schon über den Weg gelaufen sind. Klassisch schwarz-weiß, oder ein wenig coloriert (unten).

(Die Skizzen entstanden beim Abhängen in der Warteschleife beim Arzt. Durchgekommen bin ich nicht, habe aber aus Langeweile das Team auf der Webseite skizziert. Den Termin habe ich dann vor Ort ausgemacht.)

Bei Ulrike bin ich dann auf diese geniale Stempelidee gestoßen und so habe ich mir auch eine kleine Stempelfamilie geschaffen. Ich hoffe, das ist nicht schlimm, Ulrike? Es hat jedenfalls Spaß gemacht. Danke.


Vielleicht schaffe ich es sogar, eines von Carla Sonheims Projekten umzusetzen.

Einen Versuch wäre es wert, und ein paar Tage habe ich ja noch. 

Noch mehr Anregungen finden sich hier bei der Papierliebe am Montag.

Allen Faschingsfreunden ein Helau oder Alaaf!!!
Treibt's nicht zu bunt.
 

Mittwoch, 31. Januar 2018

Kleine Hexerei

Ganz ohne Mustern ging es im Januar aber doch nicht. Im Hintergrund habe ich ein paar Muster mit Stempeln und ein paar grafische Spielereien ausprobiert.
Schneeflocken Stempel aus dem Vorjahr und Schablonen vom Discounter


Moosgummi Rapportstempel mit Potential


Gummistempel Varianten mit mäßigem Potential
auch bei mir liegt ein unvollendeter Hexagonquilt ...

Klebespielerei mit Geschenkpapier und eine Anleihe bei Sol LeWitt und Bloggerdesign
Schließlich mache ich mich mit dem Januar vom Acker, mit einem kleinteiligen Wabenmuster an den Sohlen.



Mustermittwoch Januar

Dienstag, 30. Januar 2018

Binden statt Mustern am Mittwoch

Vor zwei Wochen hatte ich, wie ausgemacht und angekündigt, lieben Werkstattbesuch von Eva Maria. Unser Plan: die Advents-Postkunstkarten zu Büchern zu binden. Klar, dass wir erst einmal in Kisten und Schubladen gestöbert haben, aber dann ging es doch ganz flugs an die Papiere.

Eva Maria wollte sich zum 'Warmwerden' die Karten vom Vorjahr nochmal vornehmen und neu binden, während ich mir eine Art Leporello-Einzelbindung für die diesjährigen Karten in den Kopf gesetzt hatte. Tüfteln war also angesagt und ausprobieren, am besten an einem Teststreifen. Welcher Stich hält am besten? und wieviele Karten gehen pro Zacken?

Meine Bindung besteht aus einem durchgehenden Streifen Fotokarton als Rücken, als Zickzack gefaltet, an den ich, meist 2 Karten auf einmal, an die Bergfalte angenäht habe. Die Garnfarbe wechselt mit den Farben der Karten.
 
Um das fertige Zickzack in Form zu halten, habe ich zusätzlich ein Band von außen auf die andere Bergfalte geklebt. Meinen Versuch, das Band zusätzlich festzunähen, habe ich bald aufgegeben. Zu fimmelig.
Dann habe ich ganz traditionell einen Einbanddeckel aus Buchkarton und Buchleinen vorbereitet. Damit der Rücken flexibel bleibt, dient ein Pappsnapstreifen als Rückeneinlage. Die Bänder kleben unsichtbar zwischen dem Deckel und dem Innendeckblatt. Am Ende passt alles gut ineinander.

Das Deckblatt ist ein Testblatt meiner Farbstreifen, aus dem ich den Schriftzug ausgeschnitten habe. Die Innenseiten sind auch "Tester-Blätter", die ich mit den Namen der Teilnehmerinnen gefüllt habe.

Die Reihenfolge der Karten ist intuitiv, nicht nach Eingang, gewählt, so dass die Karten sich fein ergänzen und miteinander harmonieren.

Völlig klar, dass unsere knapp bemessene Zeit nicht gereicht hat, das Buch komplett fertigzustellen. Irgendwo in der Mitte haben wir uns leider wieder trennen müssen.

Was Eva Maria aus den Karten 2017 derweil zuhause gezaubert hat?
Sie hat sich an die Single Sheet Bindung gewagt. Da sie mir Fotos geschickt hat, kann ich hier ihre Lösungsvariante zeigen.

Mit langen, bunten Fäden hat sie begonnen und seht mal, wie schlau daraus sogar noch mehr neue Farbstreifen entstanden sind:

Der Innendeckel ist mit einem weiteren Monoprint eingebunden, der Verschluss ist aus eingefärbtem Pappsnap und einem Magnetverschluss.

So sieht das Buch aufgeklappt aus. Da möchte man doch gleich wieder Advent haben!
Unserer hat jedenfalls einen angemessenen Abschluss gefunden. Inspirierendes Teamwork. Immer wieder ein Spaß.


Aber, die Spatzen pfeifen ja schon von den Dächern, dass die nächste Frühlings-Postkunst 2018 nicht mehr lange auf sich warten lässt ...

Meinen Doppelpack schiebe ich zum Abschluss in die Linkliste, die ja als Quelle für Buchbinde-Ideen noch eine Weile geöffnet ist. 
Habt ihr schon Michaelas imposante Kartenbox gesehen? Auch dort zu finden.

Montag, 15. Januar 2018

Das Jahr beginnt im Januar



So heißt ein schönes Bilderbuch von Hilde Heyduck-Huth, das ich gerne immer wieder zur Hand nehme. 
Krach - bum! macht der Januar 
und schießt blaue und rote Sterne an den Himmel.
Aufgewacht! Das neue Jahr ist da!

Verschlafen habe ich den Monatsbeginn nicht, die ersten zwei Wochen waren nur erst gefüllt mit Reisen und dann mit einem unerwarteten Netzausfall für ein paar Tage letzte Woche. Fleißig war ich trotzdem und habe meinen alten Kalender wieder neu bestückt.

Als Einlagen dienen, wie immer, 'Schmier- und Testpapiere', auf die ich jeden Tag und Datum von Hand eingetragen habe. Als Neues dieses Jahr sind frisch geschnitzte Monatstempelchen dazu gekommen, im Skizzenbuch noch im 'Streifmodus' festgehalten.

Dann habe ich auch gleich die neue Skizzenbuchseite mit dem Monatsnamen gestaltet.
In alter Tradition mal wieder als 'Doppelte Linienschrift', wie auch schon mal hier im November gezeigt. Und weil Frau Frosch damals fragte, wie diese Schrift geht, habe ich das heute kurz in Schritten festgehalten. 
Es ist eine Idee von Andrea Joseph, die ich letztes Jahr lernen durfte. (Hinweis: Wen das volle Creative lettering-Programm interessiert, findet bei sketchbookskol einen Kurs.)

Zuerst schreibt man das Wort, mit ein bisschen Abstand zwischen den Buchstaben, wie es einem gefällt, in Druckbuchstaben oder Schreibschrift. Beides geht.

Dann schreibt man das Wort noch einmal darüber, so als ob das Wort noch nicht da steht.

Die entstehenden Zwischenräume schließt man mit Schraffur oder anderen Mustern,

verbindet die Buchstaben und schärft die Konturen mit dickeren Linien und Schatten oder Kringeln, oder was einem grade einfällt.

Zum Schluss ein Schuss Farbe hier und da und schon tanzt der Januar 2018.

Ihr seht, auch im neuen Jahr ist meine Papier- und Schreibliebe nicht eingeschlafen. Da kommt bestimmt noch mehr, wenn ich so den Stapel der inspirierenden Bücher anschaue, die ich mir 2017 gegönnt habe. Das ein oder andere ist sicher auch in euren Bücherschrank?! Es wäre interessant zu sehen, was bei euch daraus entstanden ist. Ich halte die Augen offen.

Meinen Jahreseinstieg schicke ich heute zu Frau Nahtlust, die in diesem Monat 'Altes und Neues' sammelt.