Sonntag, 29. März 2020

Stoffspielereien - Draht und Stoff

Dieser Tage sortieren sich die Vorhaben und Abläufe immer wieder neu und bei alledem hätte ich fast die Stoffspielereien vergessen. Frau Nahtlust ist diesen Monat die Gastgeberin. Ihr Ideenfunke: Verbindungen von Stoff und Draht.
Da ich spät dran bin heute, konnte ich schon ganz fantastische Skulpturen und Modelle auf der Sammelliste bewundern. Wirklich schön und anregend, schaut mal rein.

Mein Beitrag ist dagegen eher profan und für den Alltag (oder Festtag?) gedacht, nicht ganz neu, aber ein Produkt, das im letzten Jahr reißenden Absatz fand: ein Haarband mit Draht.


Man benötigt dafür nicht viele Materialien und nur eine halbe Stunde Zeit und schon kann die Gartenparty steigen, wenn wir mal wieder eine feiern dürfen.

Mein Stoffstreifen ist 20 x 120cm groß und vom Aludraht braucht man ein Stück von etwa 125cm. Der Draht liegt bei meinem Modell in einem Tunnelstreifen in der Mitte des Bandes, so dass er nicht verrutschen kann.
Den Tunnel schaffe ich mir mit einer Rechts-links-Naht, auch als französischen Naht bekannt. 

Man legt dafür den Stoff der Länge nach zuerst links auf links und näht an der Schnittkante zuerst eine schmale Naht (o,5cm) über die ganze Länge. Danach fingerbügelt man die Naht am besten zu einer Seite, dann lässt sich die Kante der zweiten Naht besser glatt legen.
Nun den Schlauchstreifen auf rechts wenden und den Streifen mit einer zweiten, etwas breiteren Naht (evtl. einfach die Nadelposition verstellen) nochmal abnähen. Dabei eine ca 3cm lange Öffnung lassen, in die später der Draht eingefädelt wird. Die zweite Naht versteckt die offen Kanten der ersten Naht, weshalb sie etwas breiter als die erste Nahtzugabe sein sollte.

Die Naht auf die Mitte falten und feststecken, und für die spitzen Enden eine Markierung von 60° anbringen. Daran entlang eine Schmalseite ganz schließen, die andere Schmalseite nur zur Hälfte, um eine Wendeöffnung zu behalten. Die überstehenden Ecken abschneiden und den Schlauch wenden.


Die Wendeöffnung mit einem unsichtbaren Stich von Hand schließen.

Für den Draht die Länge des Bandes abmessen und je Seite ca 1,5cm für das Bilden einer runden Öse zugeben. Mit einer Zange die Enden zu einer Öse drehen, damit der Draht später nicht durch den Stoff sticht.

Den Draht durch die kleine Öffnung fädeln. Diese Öffnung lasse ich offen, dann kann man den Draht zum Waschen später wieder herausnehmen. Oder man lässt ihn drin, ist ja aus Alu.

Et voilà, das Haarband ist fertig.
Ich bin leider kein gutes Kopfmodell, aber ich bin sicher, der ein oder anderen Stoffspielerin steht so ein Haarband gut. Ich fertige sie meist für eine Freundin, die ethnische Mode aus farbenfrohen afrikanischen Stoffen entwirft.

Nun begebe ich mich zurück an den Nähtisch, bereit meine alte Jeans zu flicken. 
Apropos: vielleicht sollte ich mich da schon an das Werk für nächsten Monat machen? Es werden Ideen für "visible mending", also sichtbares, kunstvolles Stopfen gesucht. 
 


Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Bist du nächstes Mal auch dabei?

Die nächsten Termine:
26.04.2020: „Visible Mending“ bei 123-Nadelei
31.05.2020: „Blumen“ bei Petersilie & Co
28.06.2020: „Monogramme“ bei made with Blümchen
Sommerpause
27.09.2020: „Texturen aus der Natur“ bei Schnitt für Schnitt
25.10.2020: „Textile Behältnisse“ bei Feuerwerk by kaze
29.11.2020: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien



 

Mittwoch, 11. März 2020

Alte Schichten, neuer Frühling

Temperaturmäßig, gefühlt ist die Natur noch im Wintermodus, obwohl die Winde schon ganz kräftig die alten Blätterschichten wegblasen und den darunterliegenden Frühling freilegen.

Meine Tulpen kämpfen sich tapfer durch, als Inspiration für das Mittwochs-Mix Märzthema: Schicht und Tulpen habe ich aber vorerst nur das Blätterwerk in natura zur Verfügung. Oder einen Topf gekaufter Zwiebelblüher.

Beim Thema "Tulpen" falle ich leicht ins gängige Musterschema und habe beim Rückblick in meine Musterbücher schon ein paar Stempeldrucke ausprobiert.

einer der ersten Radiergummistempel und einer aus Müller'schem Workshop 2018
Auch geschichtete Tulpen aus Transparentpapier und Washitape sind aufgetaucht.



Und doch möchte ich diesmal versuchen, die Blume mal von einer anderen Seite zu entdecken, den Blickwinkel zu verändern oder mal ganz anders auf Details zu schauen.


Vielleicht gelingt es mit Fineliner und ein paar Schichten Aquarellfarbe?


Oder eine Collage mit Briefumschlagmuster? Das kann ich mir auch gut in textil vorstellen und noch ausprobieren. Applikationen sind ja Schichtungen schlechthin.


Zu guter Letzt habe ich mich diese Woche dann an einem Muster mit Schablone versucht. Denn obwohl ich nicht offiziell am Postkunstdrucken teilnehme, ist das Tulpenthema doch eine guter Kandidat, um meine eigenen Schablonen-Stoffdruckideen zu testen. Man muss da ganz andere technische Hürden meistern als wenn man einen Stempel zum Drucken benutzt.


Als extra Variante lässt sich hier wunderbar ein Muster "reinschichten", indem man ein Stück Kartoffelsacknetz unter die Schablone legt.

Ein Anfang ist gemacht, nun heißt es: ran an den Stoff und weiter experimentieren. 

Und weiter geduldig warten, bis meine Tulpen sich wieder in herrlicher Frühlingspracht entfalten.


Mehr farbenfrohe Tulpenexemplare schichten sich bei Frau Nahtlust und der Müllerin in der Märzsammlung für den Mittwochsmix.


 

Sonntag, 23. Februar 2020

Stoffspielereien - Megaknit im Februar

Als ich das Stoffspielereien-Thema von bimbambuki zum ersten Mal gelesen habe, konnte ich mir nichts wirklich Konkretes darunter vorstellen. Zum Glück hatte sie ein paar Beispiele parat und ich bin am Stricken hängen geblieben. Gerne hätte ich das Armstricken ausprobiert, aber beim Blick in meine Wollkiste wollte ich "nachhaltig" bleiben und zuerst meine Bestände  als Grundlage nehmen. Die erste Idee war, ein Kissen zu stricken, aber dann fand meine Tochter, sie könnte auch eine Decke brauchen und so soll es nun eine Kniedecke werden.

Die größte Stricknadel, die ich finden konnte, Gr. 12, war mein Maßstab, für die ich mir eine passende Wolldicke aus verschiedenen naturfarbenen Garnen zusammengewickelt habe.
Größe 12 ist nun nicht wirklich XXL, eher XL, aber wenn man sonst Socken mit Nadelstärke 2,5 strickt, ist Größe 12 schon 4 mal so groß. Und auch die Knäuel kamen mir riesig vor.

Mein Musterstück aus Dreifach-Garn mit 30 Maschen und 40 Reihen brachte ein Quadrat von 35 x 35cm. Ich wollte aber nicht allzuviel zusammennähen und habe mich für 3 Streifen à 4 Quadrate entschieden. Anfangs dachte ich, meine Wolle würde gut reichen, aber immer wieder musste ich neue Kandidaten aus der Wollkiste holen, Quadrate zählen und Stücke wiegen, und am Ende sogar noch nach Wolle in diversen Läden stöbern, damit ich meine Wunschgröße auch erreichen konnte.


Mustertechnisch wechseln sich glatt rechts gestrickte Flächen mit Perl- und Würfelmustern ab. Eingeknüpfte kurze Wollfäden geben ein paar Farbtupfer.


Die Fäden auf der Rückseite dürfen lose hängenbleiben
Heute waren dann endlich alle drei Streifen fertig, obwohl ich für meine Verhältnisse früh angefangen habe, und ich bereit zum Zusammennähen.

Mit Nähclips konnte ich die Streifen gut vorfixieren, Stecknadeln hätten hier versagt.

Meine Decke misst ca. 110 x 150cm, wiegt am Ende wohl 1,3kg (das ist auf alle Fälle XXL) und die Randeinfassung stricke ich heute abend noch fertig.



Mein Fazit:  Die Wollkiste ist um einiges leichter, das Stricken war nicht so schwer und für die kühlen Tage sind wir nun gewappnet. Einzig das Herumtragen könnte etwas beschwerlich werden.

Mehr supergroße und megainteressante Projekte, inklusive eines gestrickten Gartenzauns!,  sammelt heute bimbambuki. Danke dafür und für die tolle Idee.


Die Stoffspielereien
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.
Bist du nächstes Mal auch dabei?

Die nächsten Termine:
29.03.2020: „Draht und Stoff“ bei Nahtlust
26.04.2020: „Visible Mending“ bei 123-Nadelei
31.05.2020: „Blumen“ bei Petersilie & Co
28.06.2020: „Monogramme“ bei made with Blümchen
Sommerpause
27.09.2020: „Texturen aus der Natur“ bei Schnitt für Schnitt
25.10.2020: „Textile Behältnisse“ bei Feuerwerk by kaze
29.11.2020: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien

Mittwoch, 5. Februar 2020

Der Februar tröpfelt sich rein

Auf einen richtigen Winter warten wir wohl vergebens, aber Regen bietet der Februar in Mengen, die man in manchen Regionen garnicht mit Freuden empfängt.

In meiner Ecke gab es draußen keine Überschwemmungen, aber Tropfen, in meinem Fall gläserne, die sich spielerisch mit dem mittwöchlichen Mustermix - oder besser: MittwochsMix - Thema "Tropfen und Zahlen" auf meinen kreativen Tisch ergossen haben.

Eine Annäherung an das Thema, das ich erst einmal wörtlich genommen habe.


Tropfenzahlen auf Seifenblasenpapier

Tropfen können ja ganz unregelmäßige Formen haben, je nachdem, wo man sie gerade anschaut. Da steckt noch viel Potential dahinter.
Im nächsten Schritt könnte ich sie digital vermustern. Oder als Zeichenmuster verwenden, wenngleich es garnicht einfach ist, die Lichteinfälle und Spiegelungen festzuhalten.


Einfacher war die zweite Spielerei mit Moosgummistempel und der Börsenpapierseite einer Wirtschaftszeitung. Die Idee mit der etwas abstrahierten Form ist nicht von mir, aber so gut, dass ich eine eigene Interpretation probieren wollte.


Den Bogen geteilter, blauer Tropfen kann ich mir gut als Deckseite für ein Februarbuch vorstellen, in dem ich weitere Zahlen und Tropfenexperimente sammle. 
Zeit genug bleibt noch. 


So lange staune ich über die vielen Ideen, die sich schon jetzt bei bei Frau Nahlust und Frau Müllerin finden.

Sonntag, 26. Januar 2020

Stoffspielereien im Kleinformat

Der erste Monat im Jahr ist schon fast vorbei, aber das Ende des Monats bedeutet auch eine neue Stoffspielerei, die erste in diesem Jahr nach der Winterpause.
Nachdem ich für mich selbst schon ein paar größere Projekte fertig bekommen habe, kam mir das Thema "Textiler Schmuck", deren Beiträge Frau Siebensachen-zum-Selbermachen heute sammelt, gerade recht. Ich hatte mir vorgenommen, endlich Leinenperlenschmuck auszuprobieren, oder wenigstens Paramentenknöpfe. Aber nun ärgert mich eine seltsame Schulterverspannung und ich kann mich einfach nicht auf die filligrane Arbeit konzentrieren.
Stattdessen habe ich meinem Schmuckkästchen gestöbert und ein paar alte Kreationen gefunden, die ich als Beitrag zum Spielereien-Sonntag zeigen möchte. Eine kleine Anleitung ist auch dabei.

Mein allerältestes, textiles Schmuckstück, das ich schon fast vergessen hatte, ist eine Kette, die ich mir zur Hochzeit passend zum Seidenanzug aus Seidennähgarn und Elfenbeinperlen (eine alte Kette) in Makrameetechnik geknüpft habe (in der Jugend hat man noch Geduld).
Auch am Häkeln einer Kette habe ich mich später schon mal versucht. Dabei sind die Perlen am Anfang aufgefädelt und nach und nach eingehäkelt worden.


Das Modell hat sich nicht bewährt, die einzelnen Stränge verwirren sich immer wieder. Die Kette ist noch ungetragen, ein Kistenmodell.
Etwas häufiger kam dagegen mein Rüschenring schon ans Licht. Das Gummiband hält alles in Form.


Und last but not least ist auch etwas für's Ohr dabei.

Aus Libertystoff sind diese Jojo-Ohrhänger genäht und mit Perlen am Rand verziert.

Jojos kann man ja ganz ohne Hilfsmittel aus einem Kreis nähen oder sich japanische Jojomaker kaufen. Aus einfachen Plastikdeckeln kann man sich aber auch selbst Jojoschablonen basteln.

Der Durchmesser der Plastikschablone sollte doppelt so groß sein wie die fertige Größe des zu nähenden Jojos. Den Kreis teilt man in 12 - 16 Segmente und knipst mit der Lochzange Halbkreise ans Ende der Markierungsstriche bzw. dazwischen.
Drei ganze Löcher in der Mitte dienen als Befestigungslöcher für den Stoffkreis, den man so groß wie die Schablone plus 1 - 1,5cm Nahtzugabe zuschneidet.

drei Stecknadeln halten den Stoff fest
Die Nahtzugabe faltet man Schritt für Schritt oder besser: Loch für Loch um den Schablonenrand und heftet ihn gleichzeitig fest, indem man den Stich in die Halbkreis-Aussparung setzt, rein und raus.


Wenn man ganz rum ist, kann man die Schablone herausnehmen und den Faden fest anziehen. Fertig ist das Jojo.



Viele zusammen kann man auch zu einer Kette zusammennähen oder sich an den Hut stecken, wie hier bei den "Kopfputz" Spielereien.

Oder man macht sich ein schickes Boho-Armband. In Kombination mit Jeans Armbändern liegt man da im Sommer bestimmt ganz im Trend.

Ich zerbreche mir einstweilen den Kopf über das Thema "XXL", das uns im Februar zu Spielereien anregen soll. Ob ich wirklich Armstricken ausprobieren will? 
Ich lasse mich überraschen.


Die Stoffspielereien
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.
Bist du nächstes Mal auch dabei?

Die nächsten Termine:
23.02.2020: „XXL“ bei bimbambuki
29.03.2020: „Draht und Stoff“ bei Nahtlust
26.04.2020: „Visible Mending“ bei 123-Nadelei
31.05.2020: „Blumen“ bei Petersilie & Co
28.06.2020: „Monogramme“ bei made with Blümchen
Sommerpause
27.09.2020: „Texturen aus der Natur“ bei Schnitt für Schnitt
25.10.2020: „Textile Behältnisse“ bei Feuerwerk by kaze
29.11.2020: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien